Kapitel 6

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Am Samstag ging es Michael wieder besser und Ashton wollte uns unbedingt von seinem Date erzählen, weshalb wir uns alle bei mir trafen, weil mein Zimmer am Größten war. Michael war schon da und kaum war Ashton drinnen, fing er schon an zu reden. "Es war so romantisch und cool! Weil Ed weiß, dass ich mich bei Filmen nicht konzentrieren kann, sind wir in den Park gegangen und er hat mir ein Eis spendiert und wir haben auf einer Bank geredet und uns kennengelernt, dann sind wir auf irgendeinen Spielplatz gegangen und sind das Klettergerüst hochgeklettert. Ich bin irgendwie runtergefallen und Ed hat sich sofort um mich gekümmert und am Ende haben wir uns geküsst und sind dann noch zu ihm gegangen. Es war so romantisch und wunderschön und wir haben so viel gemeinsam und-" "Das ist cool, aber Ashton atme.", unterbrach Mike ihn lachend und Ash quietschte, bevor er uns beide fest Knuddelte. Dann hüpfte er durch die Wohnung, umarmte Mali und Mum und ich lachte, weil er so glücklich war. "Jungs ich hab euch doch gesagt, dass ihr vor Sonnenuntergang keine Drogen nehmen sollt!", rief Mum und ich lachte. "Ich nehm' keine Drogen, dass ist alles....Liebe!", meinte Ashton und ich konnte mir bildlich vorstellen, wie Ashton seine Hände über seinem Kopf in einem Bogen gezogen hatte, so wie Spongebob, als er Taddeus "Fantasie" erklärt hatte. 

Danach gingen wir hoch und redeten noch eine Zeit lang über Ashtons Date, bevor Michael sich einen Controller schnappte und anfing Call of Duty zu zocken. Ashton zockte mit und ich nahm mir den dritten Controller. Wir zockten eine gute Stunde, als man Mum plötzlich von unten schreien hörte. "Alle raus! Calum, Ashton, Michael, kommt sofort her!", schrie sie und ihre ernste Stimme ließ uns alle aufspringen und runterrennen, denn Mum war nie wirklich ernst. Okay fast nie. Es war schon dunkel, weil wir 9.32pm hatten und es September war. Trotzdem schien auf einer Seite unglaublich hell und bevor ich fragen konnte, zog Mum uns alle aus dem Haus. Daraufhin wusste ich auch, warum es so hell war. Das Mehrfamilienhaus brannte. Leute rannten schreiend raus, während ein blonder Junge versuchte rein zu laufen. Bei genauerem betrachten sah ich, dass es Luke war. "Mum! Mum!", schrie er und versuchte sich an den Anderen vorbei zu pressen, bis ein größerer Mann, wahrscheinlich sein Vater, ihn wegzog. "Muum!", schrie Luke wieder und versuchte sich loszureißen, bis sein Vater ihn wegtrug. Luke schlug ihn deshalb und versuchte sich irgendwie zu befreien. Seine Schreie waren lauter als die der Anderen, wobei aber auch kaum jemand mehr schrie, außer Kinder, die weinten und schrien. 

"Was ist da passiert?", fragte ich an Mum gerichtet, ließ meine Augen aber bei Luke, der jetzt gegen die Brust seines Dads schluchzte. "Ich weiß es nicht. Ich hab nur Feuer gesehen und die Feuerwehr gerufen. Es kam aus einem der oberen Wohnungen, ich weiß nicht welche.", meinte sie und ich nickte, mein Blick auf Luke. Mum folgte meinem Blick und sah mich verwirrt an. "Kennst du ihn?", fragte sie und ich nickte. "Er heißt Luke, eigentlich Lucas, aber den Namen mag er nicht. Ich hab ihn gestern nach Hause gefahren. Seine Familie ist anscheinend nicht sehr reich. Seine Mum ist noch drinnen.", murmelte ich. "Woher weißt du das?", fragte jetzt Ashton, der vorher still war, was sehr selten vorkam. "Er hat nach ihr geschrien und wollte reinrennen.", murmelte ich und sah dann zu den Flammen, die in der Dunkelheit noch auffälliger waren. Man hörte schon Sirenen, aber ich konnte mich nicht von dem Gedanken losreißen, dass Luke's Mum noch da drin war. Ich wusste, dass die günstigsten Wohnungen im letzten Stock waren. Wenn Luke wirklich so arm war, dass sie manchmal kein Essen hatten, dann hatten sie mit Sicherheit eine Wochnung dort. Das würde dann bedeuten, dass Luke's Mum irgendwo in den Flammen war. 

Die Feuerwehr war mittlerweile da und sie löschten das Feuer erst von außen, während Feuerwehrmänner schon reinrannten. Ich sah wieder zu Luke, der auf dem Boden saß, die Beine an seinen Oberkörper gezogen hatte und schluchzte, während sein Dad versuchte ihn zu trösten, obwohl man sah, dass er fertig war. Wie sollte man auch reagieren, wenn seine Frau in mitten von Flammen war. Die ersten Feuerwehrmänner kamen mit einer Frau raus und Luke blickte hoffnungsvoll auf, aber anscheinend war es nicht seine Mum. Immer mehr Leute wurden gerettet, aber nie lief Luke zu einer der Frauen hin oder sprang auf. Mittlerweile waren 15 Personen gerettet worden und schließlich kamen alle Feuerwehrmänner raus. "Da ist niemand mehr und wenn, dann zu tief in dem Feuer.", hörte man einen zu einem Anderen sagen, der nickte. Luke hörte dies auch und fing wieder an zu schluchzen. Das Feuer wurde nach und nach gelöscht und die Feuerwehr lief noch mal rein, um nach Leuten zu suchen. Die beiden oberen Etagen waren beide abgebrannt und überall war Rauch. Luke sah seit Langem auf und sein Blick traf auf meinen. Er war nicht weit weg. Ein paar Meter, Zehn ungefähr, und ich sah genau, dass er unsicher war. Schließlich stand er auf und lief zu mir.

Als er bei mir war, nahm ich ihn sofort in den Arm. Er kuschelte sich in meine Brust und ich strich über seinen Rücken, als er wieder schluchzte. Sein Dad kam auch zu uns. "Bist du ein Freund von ihm?", fragte er misstrauisch, als Luke gegen meine Brust schluchzte. "So in der Art.", murmelte ich. Sein Dad nickte und zeigte mir mit Handzeichen, dass ich ihm folgen sollte. Ich ließ von Luke ab und fuhr ihm noch einmal durch die Haare, bevor ich seinem Dad folgte. "Wie heißt du?", fragte er und ich antwortete mit "Calum." "Hör zu, Calum. Luke ist wirklich unsicher vor anderen Leuten. Er will nichts falsch machen und akzeptiert werden, weil er kein einfaches Leben hat. Ich denke spätestens jetzt ist es schlimm. Seine Mutter ist noch da drin und sie ist alles für ihn. Wenn du sein Freund bist, dann bitte, sei jetzt für ihn da, denn ich weiß sonst niemanden. Wir hatten nie eine wirklich gute Beziehung, ich war immer arbeiten und deshalb haben wir uns kaum gesehen.", erklärte er und ich nickte. Danach murmelte er etwas von wegen, wo sie jetzt wohnen sollten, was wohl eher nur für sich war, aber ich hatte eine Idee. "Wenn sie wollen, können sie erst Mal bei uns wohnen. Wir haben noch ein Gästezimmer und die Couch, bis sie dann was gefunden haben oder in ihre Wohnung können.", schlug ich vor und Luke's Vater sah mich hoffnungsvoll an.

"Das ist wirklich nett, aber vielleicht sollte ich erst mit deinen Eltern darüber reden.", meinte er und ich nickte, bevor ich wieder zu Luke ging, der zu den Feuerwehrmännern sah. Bei ihm war eine Trage, wo eine Frau drauf war. Als einer von ihnen dann den Kopf schüttelte, sprang Luke auf. Er rannte zu der Frau, die wohl seine Mum war. Ich lief ihm langsam nach und auch sein Dad war da. "Es tut mir Leid.", hörte man nur und Luke schrie, dass sie aufwachen sollte. Er schrie, dass seine Mum wiederkommen sollte, dass er sie brauchte. Als sie auf der Trage weggeschoben wurde, rannte Luke ihnen nach, wurde aber von seinem Dad fest gehalten. Er riss sich los und rannte zu seiner Mum, schluchzte und schrie immer wieder, dass sie aufwachen sollte, dass er sie brauchte, dass er sie liebte. Die Szene brachte Tränen in meine Augen und auch viele andere Bewohner sahen traurig zu Luke, der jetzt auf dem Boden zusammenbrach und immer wieder "Nein." "Komm zurück!" oder "Mum" schrie. Ich sah zu Luke's Dad, der mir zu nickte, weshalb ich zu dem kleinen, gebrochenen Jungen hinlief und ihn zu mir zog. 

I'm sorry :( R.I.P Liz :(

»Fight 'til the end« || CakeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt