chapter eleven

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Tʜᴇ ᴡᴏʀsᴛ ᴘᴀʀᴛ ᴀʙᴏᴜᴛ ᴀɴxɪᴇᴛʏ ᴀᴛᴛᴀᴄᴋs, ɪs ᴛʜᴀᴛ ʏᴏᴜ'ʀᴇ ᴀᴡᴀʀᴇ ɪᴛ's ɪʀʀᴀᴛɪᴏɴᴀʟ ᴀɴᴅ sᴏᴍᴇᴛɪᴍᴇs ᴜɴᴇxᴘʟᴀɪɴᴀʙʟᴇ, ʙᴜᴛ ᴋɴᴏᴡɪɴɢ ᴛʜᴀᴛ ɢɪᴠᴇs ɴᴏ ᴀɪᴅ ᴡʜᴀᴛ sᴏ ᴇᴠᴇᴇ. ɪɴ ᴍᴏsᴛ ᴄᴀsᴇs, ɪᴛ ᴅᴇᴇᴘᴇɴs ᴛʜᴇ ᴀɴxɪᴇᴛʏ ᴀs ʏᴏᴜ ʀᴇᴀʟɪsᴇ "ɪғ ɪ ᴋɴᴏᴡ ɪᴛ's ɪʀʀᴀᴛɪᴏɴᴀʟ, ᴡʜʏ ᴄᴀɴ'ᴛ ɪ sᴛᴏᴘ ɪᴛ...ᴏʜ ɢᴏᴅ ɪ ᴄᴀɴ'ᴛ sᴛᴏᴘ ɪᴛ" ʏᴏᴜ ʙᴇɢɪɴ ᴛᴏ ʙᴇʟɪᴇᴠᴇ ʏᴏᴜ ᴀʀᴇ ɴᴏ ʟᴏɴɢᴇʀ ɪɴ ᴄᴏɴᴛʀᴏʟ ᴏғ ʏᴏᴜʀ ᴍɪɴᴅ. Tʜᴀᴛ. Tʜᴀᴛ ɪs ᴛʜᴇ ғᴇᴀʀ.
-ᴀᴍɪ ᴅᴇsᴜ

Es ist Wochenende. Das heisst zwei Tage alleine Zuhause. Mit meinen Eltern.

Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass meine Eltern genauso unter dem Verlust leiden, wie ich. Sonst würde ich sie wahrscheinlich gänzlich meiden. Aber da ist dieser kleine Teil in mir, der mir immer und immer wieder sagt, dass sie meine Familie sind. Und das Nic es nicht so gewollt hätte.

Es ist nun 9 Uhr morgens und ich stehe auf. Ich mach mich schnell fertig, und da ich eh nicht vor habe das Haus zu verlasse, ziehe ich mir meine Lieblingsjogginghose und ein grosses T-shirt an.

Plötzlich bekomme ich zwei Nachrichten auf mein Handy. Gespannt schau ich nach, wer mir geschrieben hat, und bekomme ganz kurz Herzklopfen als ich Aarons Namen auf dem Display sehe.

Es war gestern echt schön.

Vielleicht können wir uns ja bald mal wieder treffen.

Ich fühle mich wie ein verliebtes Teenager-Mädchen, als ich versteinert und mit einem Grinsen auf dem Gesicht auf den Display schaue. Ich tippe noch schnell eine Antwort, in der ich ihm schreibe, dass ich es gerne wiederholen würde.

Ich gehe in den unteren Teil unseres Hauses, in die Küche, und mache mir etwas kleines zu Essen bevor mich ein Anruf erreicht.

Louis

"Hi" gehe ich kurzerhand an mein Handy.

"Hi Kleiner, wollen wir heute was zusammen machen?" fragt mich Lou. Im gleichen Moment schreibt mir plötzlich Aaron ob ich nicht heute nachmittag schon wieder Zeit hätte. Süß.

"Ähm." lautet meine ausschlussreiche Antwort.

"Also?" fragt Lou weiter und ich merke, dass ihn meine einsilbigen Antworten nerven.

"Ich hab vielleicht ein Date heute Nachmittag, du weißt schon, mit dem Jungen von dem ich dir erzählt habe."

"Ah okay, na dann sehen wir uns nächste Wochen?"

Ich antworte ihm, dass ich natürlich Lust habe, und lege dann auf.

Ich lese Aaron's Nachrichten nochmal:

Vielleicht ein bisschen voreilig aber wollen wir uns heute Nachmittag nochmal treffen?

Nur theoretisch, also wenn du Lust hast.

Vergiss es, das war zu früh, oder?

Ich muss kurz auflachen, denn er weiß wohl nicht, wie sehr ich seine Anwesenheit schätze. Also schreibe ich ihm zurück, dass ich große Lust hätte, etwas mit ihm zu machen.

Er schlägt vor, um 17 Uhr in den Park zu gehen. Ich stimme zu und so schnell ist unsere Konversation auch schon wieder beendet.

Ich lege mich nach meinem Frühstück auf eine der Liegen welche auf der Dachterasse steht und lese meinen neusten Gedichtband aus der Bibiliothek neben unsere Schule.

Ich lese ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, welches ziemlich am Ende des Buchs steht.

Wenn etwas uns fortgenommen wird,
womit wir tief und wunderbar zusammenhängen,
so ist viel von uns selbst mit fortgenommen.
Gott aber will, dass wir uns wiederfinden –
reicher um alles Verlorene und vermehrt
um jenen unendlichen Schmerz.

Ich muss kurz über das Gedicht nachdenken und plötzlich werde ich wütend. Weil es nicht geht, weil ich mich nicht wiederfinden kann. Und der Schmerz mich wieder aufsaugt.

Ich dachte es ging mir besser in letzter Zeit. Und das tat es auch, wirklich. Aber jetzt prasseln alle Gedanken auf mich ein und ich bin im Gedankenkarussel gefangen.

Plötzlich fällt mir das Luft- holen schwer und ich atme nur noch stoßweise ein und aus. Ich habe Angst.

Ich merke wie ich eine Panikattacke bekomme und ich kann nichts dagegen tun. Ich fühle mich, als würde ich neben meinen Körper stehen und nichts tun können.
Ich bin nur ein stiller Beobachter.

Ich merke wie mir Tränen aus den Augen fließen und einfach nicht stoppen wollen und ich hasse mich dafür, dass ich so schwach bin.

Dass ich wieder versagt habe. Ich höre Stimmen. Meine Mutter ruft laut nach meinem Vater. Ich kann die Verzweiflung in ihrer Stimme hören. Ich kann mich nicht beruhigen.

Plötzlich höre ich die Stimme meiner Mutter ganz leise Kinderlieder singen. Lieder, die ich früher immer zum Einschlafen gehört habe.

Und ich merke, wie langsam ruhiger werde, bis ich irgendwann in einen unruhigen Schlaf gleite.

autor's note:
Dies hier ist meine persöhnlichr Vorstellung einer Panikattake- diese muss aber keinesfalls der Realität entsprechen, ganz im Gegenteil, ich kenne mich auf dem Gebiet schlichtweg nicht gut genug aus.
-jools☺︎︎

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