chapter twelve

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Oᴏᴘs, ɪ'ᴍ sᴀᴅ ᴀɢᴀɪɴ.

Ich wache auf weil mir kalt ist. So richtig kalt. Total orientierungslos sitze ich auf der Dachterasse, eine Decke um die Beine gewickelt, auf einer der Liegen.
Wie spät es wohl ist? Die Sonne steht schon ziemlich tief.

Ich bin noch nicht ganz sicher auf den Beinen und gehe langsam in mein Zimmer.

Ich hatte eine Panikattacke. Die Zweite, seit mein Bruder tot ist. Es ist 19.00 Uhr.

Scheiße. Laut fluchend renne ich wie von der Tarantel gestochen in meinem Zimmer auf und ab. Aaron.

Ich habe nicht abgesagt. Ich habe es wortwörtlich verschlafen. Ich bin nicht gekommen. Scheiße.

Obwohl ich weiß, dass er nicht mehr da sein wird, ziehe ich mir kurzerhand eine Jeans und eine Jacke an und gehe in Richtung Park. Ich traue mich nicht, ihm zu Schreiben. Ich bin ein beschissener Feigling.

Es macht mir Angst, dass er mich nicht gefragt hat, wo ich bleibe. Er ist sicher sauer. Ich an seiner Stelle wäre es wohl.

Als ich in den Park komme schaue ich mich kurz um. Ich könnte mir innerlich so gegen die Stirn schlagen, dass ich denke, dass er noch hier sein könnte. Ich bin einfach zu spät.

Also gehe ich zu meinem Lieblingsplatz, einem Steg der in den Stadtsee führt. Ich sehe die Umrisse einer Person am Ende des Stegs sitzen und ärgere mich sofort, dass ich nicht alleine sein kann. Trotzdem gehe ich auf die Person zu, und sehe plötzlich hellblonde Haare. Die Haare von Aaron.

Still setze ich mich neben ihn. Er macht keine Anstalten mich zu begrüßen. Er starrt einfach aufs Wasser und ich habe das Gefül, ich müsste etwas sagen.

Und weil ich nicht weiß, was ich sagen soll, überwinde ich mich, und umarme ihn von der Seite. Zuerst ist er noch angespannt,aber ich merke wie er sich nach kurzer Zeit merklich entspannt.

"Warum Lucian? Warum musste ich 2 Stunden auf dich warten?" fragt er flüsternd, immer noch mit diesem enttäuschten Gesichtsausdruck, den ich gar nicht gerne bei ihm sehe.

Ich entscheide mich für die Wahrheit. Ich möchte nicht noch einen Menschen dauerhaft anlügen müssen.

"I-Ich hatte eine Panikattacke... es tut mir leid, dass ich damit alles so kompliziert gemacht habe." antworte ich nun.

Puh, das war eine Überwindung. Aber komischerweise fühlt es sich gut an, sich jemandem anzuvertrauen.

Aaron zieht mich näher an sich heran und flüstert ein leises "Okay".

Und so sitzen wir da- zwei Jungs, die sich einfach umarmen und zusammen den Sonnenuntergang ansehen. Ohne viele Worte- nur nebeneinander sitzen. Zusammen und nicht allein.

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