ᴀɴᴅ ɪ'ᴍ sᴍɪʟɪɴɢ ᴀɢᴀɪɴ ᴀɴᴅ ɪ ᴡᴏɴᴅᴇʀ ɪғ ʏᴏᴜ'ʀᴇ ᴛʜᴇ ʀᴇᴀsᴏɴ.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so nervös war.
Wahrscheinlich vor meiner Fahrprüfung oder so. Es ist merkwürdig, da es offiziell nicht mal ein Date ist.
Aaron holt mich um 19 Uhr ab und wir werden zu einem Burgerladen fahren. Ist das ein gutes erstes Date?
Es klingelt. Oh mein Gott, ich sterbe. Vielleicht sollte ich aufhören, diese Floskel zu benutzen.
Ich gehe langsam die Treppe hinunter. Meine Eltern sind nicht da, also kann ich uns peinliche Fragen ersparen.
Ich öffne die Tür und sehe Aaron davor stehen. Ich dachte immer Chucks bei Jungs gehen gar nicht, aber da habe ich mich getäuscht. Es geht gut, sehr gut sogar.
"Hey." begrüßt mich Aaron. Ich nuschel eine Antwort zurück und ziehe mich noch schnell an.
Dann folge ich ihm ins Auto. Als wir gerade drinnen sitzen fragt Aaron: "Wollen wir 20 Fragen spielen?"
Klar will ich also nicke ich.
"Okay, also ich fange mal an. Was ist deine Lieblingsfarbe?"
"Grün. Lieblingsessen?"
"Käsefondue! Glaubst du an Gott?"
"Nein."
"Darf ich fragen warum?"
"Wie soll es denn bitte einen Gott geben? Ich meine wenn Menschen sterben, verhungern und getötet werden. Wo ist Gott denn da?"
"Du hast einen Punkt. Aber jetzt stell dir mal vor, Gott hat die Erde den Menschen..."
und so geht es weiter. Ich mag es mit ihm zu sprechen. Es ist nicht anstrengend, so wie mit vielen Anderen. Es ist schön.
Am Restaurant angekommen gehen wir rein und setzten uns an einen 2er Tisch.
"Was machst du so in deiner Freizeit?" frage ich, um das Gespräch aufrecht zu erhalten.
"Ich zeichne und lese gerne. Außerdem treffe ich mich halt viel mit meinen Freunden und Samstag gehe ich immer schwimmen. Sonst versuche ich einigermaßen viel zu lernen wegen Abi und so..."
"Sag mal bist du nervös?"
"Ähm, nein?!" Aaron schaut mich mit diesem leicht nervös- süßen Blick an.
Eigentlich stört es mich wenn Menschen viel reden. Aber ich höre ihm ausgesprochen gerne zu.
Nachdem wir fertig gegessen haben, fragt mich Aaron ob ich noch etwas Zeit hätte. Ich bejahe und wir steigen wieder in sein Auto.
Im Laufe des Abends habe ich mich merklich entspannt und jetzt, als er so neben mir sitzt, bin ich froh hier zu sein.
Um die Stille zu füllen, macht Aaron Musik an. Ich schätze, dass es seine Playlist ist.
Gerade kommt "All of the stars" von Ed Sheeran, und da ich dieses Lied sehr gerne mag, fange ich an leicht mitzusingen.
Aaron schaut mich an, lächelt und sagt: "Du hast ein tolle Stimme."
•••
Plötzlich stehen wir vor einem großen Wald. Ich habe keine Ahnung was wir hier machen aber ich vertraue Aaron soweit, dass er mich hier nicht umbringen und verscharren will.
"Wohin gehen wir?" frage ich Aaron.
Da es eine laue Sommernacht ist, friere ich nicht, jedoch bin ich gespannt wohin er will.
"Lass dich einfach überraschen." kichert er. Ich mag den Klang seines Lachens und steige mit ein.
Nach circa 5 Minuten sind wir da. Inmitten dieses grossen Waldes ist eine Lichtung. Das Mondlicht legt die Aussicht auf weiches Moos und grünes Gras da. Eine Zauberlandschaft.
Aaron zieht mich an meiner Hand weiter. Komisch, ich habe gar nicht gemerkt, dass er sie genommen hat.
Er zieht mich mit zu sich runter, auf den Boden.
"Das hier ist mein Lieblingsort." sagt er in die Stille hinein.
Ich glaube, er weißt nicht, was das mit mir macht. Mir hat lange niemand mehr sowas persöhnliches und einzigartiges gezeigt.
Ich bin gerührt, so sehr, dass eine einzelne Träne den Weg aus meinen Augen über meine Wange findet.
Aaron wischt sie mit seinem Daumen weg, streicht mir ein paar Haare aus dem Gesicht und schaut mich mit seinen wunderschönen Augen an.
Diese kleinen Gesten lassen mein Herz höher schlagen und als ich da so liege, Aaron neben mir, seine Hand in meiner, fühle ich mich seit einiger Zeit mal wieder wirklich gut.
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Mondscheingedanken
Short StoryWie die Sonne den Mond aus dem Dunklen befreit- oder die Geschichte von Lucian und Aaron.
