Da kam Molly beladen mit allerlei Tellern zu uns herüber und verkündete: "Essenszeit! Wir aßen zusammen und hatten - wenn man von dem Griesgram mal absah - ziemlich viel Spaß. Als alles aufgegessen war, lehnte ich mich zurück. Als Tonks sagte: "Also, daran könnte ich mich gewöhnen!, konnte ich ihr nur zustimmen.
Da ging plötzlich die Tür auf und Charlie Weasley kam herein, gefolgt von seinen beiden Zwillingsbrüdern, die ich auch mal kennengelernt hatte. Als Charlie mich sah, riss er überrascht die Augen auf. "Lexi!; rief er, "Was machst du denn hier?
"Ich bin im Orden, wie du siehst, erwiderte ich, leicht grinsend, "Du offensichtlich auch?
Da trat ebenfalls ein Lächeln auf sein Gesicht und wir begrüßten uns mit einer Umarmung. Ihn hatte es damals ziemlich hart getroffen, als ich mit ihm Schluss gemacht hatte, aber offensichtlich war er drüber weg.
Die Zwillinge begrüßte ich mit einem Handschlag, bevor wir uns alle wieder setzten. Bis spät in die Nacht saßen wir in dieser Runde und redeten. Es war wirklich witzig, auch wenn die Zwillinge immer wieder versuchten, uns über den Orden auszuquetschen. Ich konnte ihre Neugier gut verstehen, sodass ich mich ziemlich zusammenreißen musste, um nichts zu erzählen.
Später landeten Charlie und ich an der Spüle, wo wir den Abwasch überwachten, die anderen räumten noch mehr oder weniger lautstark - woran nicht zuletzt die Zwillinge Schuld waren, die ihre Mutter in den Wahnsinn trieben - den Tisch ab.
"Und, wie ist es dir so ergangen, Charlie?, fragte ich vorsichtig und er begann mir von seiner Arbeit in Rumänien zu berichten. Er erwähnte nebenbei auch eine Samantha Dearborn, woraus ich schloss, dass er eine neue Freundin hatte. Ich freute mich aufrichtig für ihn und nachdem ich von mir berichtet hatte, war es so ungezwungen zwischen uns, als wäre nie etwas gewesen.
Irgendwann ließen die Zwillinge einen ganzen Stapel Teller fallen. Charlie eilte ihnen sofort zu Hilfe, damit sie nicht von Molly in zwei Frettchen verwandelt wurden. Lachend betrachtete ich das Spektakel. Da trat Sirius zu mir, ebenfalls grinsend. "Seit die Weasleys im Haus sind, ist hier endlich ein wenig Leben, sagte er locker, doch ich konnte ihm anhören, dass er frustriert war.
Von Kingsley wusste ich, dass Dumbledore ihm verboten hatte, rauszugehen, was für einen Mann wie Sirius, der den Großteil seines Lebens eingesperrt gewesen war, die Hölle sein musste. Mitfühlend berührte ich kurz seine Hand, sodass er überrascht aufblickte. Jetzt sah ich auch, dass seine Augen keinesfalls schwarz waren, wie ich gedacht hatte, sondern sturmgrau.
Dann war der Moment schon wieder vorbei und Tonks rief mich. Sie wollte zu Bett und da wir in einem Zimmer wohnen sollten, ging ich mit ihr. Das Haus war wirklich groß, aber auch unglaublich schmutzig, dreckig und nicht gerade das, was ich als gemütlich beschrieben hätte. Sehnsüchtig dachte ich an mein Elternhaus zurück, ein kleines, verwunschenes Cottage am Rande eines kleinen Dorfes. Ich vermisste es, doch hier hatte ich nun mal zu tun. Einen Besuch bei meinen Eltern musste ich wohl aufschieben.
