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"Was heißt ich kann nicht weitermachen" rufe ich entsetzt und blicke zu Serafina "Nun ja, so sind nun mal die Regeln, ohne ein Reittier kann man nicht am Rennen teilnehmen. Hat man ihnen das nicht gesagt?" stottert der junge Mann am Empfangstisch nervös und knetet die Hände "Nein mir wurde nichts gesagt, und wie geht es jetzt weiter?" frage ich "Ich dachte Jumper gehört dir, deshalb habe ich nichts gesagt" meint Serafina kleinlaut, erschrocken drehe ich mich um "Du wusstest davon und sagst mir nichts?" "Naja der Zettel lag bei den Unterlagen und da ich dachte er betrifft uns nicht habe ich ihn weggeworfen" niedergeschlagen und mit hängenden Schultern verlassen wir den Tisch und gehen den kurzen Weg zu den Ständen zurück. Verstohlen sehe ich mich ein zweites Mal um, an einem der größeren Stände werden verschiedenste Sättel, Schabracken und Zaumzeuge angeboten. Eine Frau verkauft fleißig Tierfutter und ein ältere Mann Vorräte und Zelte. "Vielleicht kann ich Whisper fragen" "Das wird nichts, da sie mit Jumper im Stadion war wurde er mit ihr Registriert. Unter anderen Umständen würde ich dir Samira anbieten ohne zu zögern aber" sagt sie und sieht zur Seite "Aber was" frage ich nach "Naja die Sache ist die, wir zwei sind durch ein Blutritual an unsere Pumas gebunden" "Durch ein Blutritual, ich dachte immer das funktioniert nicht" rufe ich erstaunt, doch sofort deutet mir Serafina still zu sein "Es funktioniert nur wenn Tier und Reiter vollständig im Einklang sind und sich blind vertrauen. Bei uns sucht sich der Puma den Reiter aus, wurde die Wahl einmal getroffen kann sie nicht mehr Rückgängig gemacht werden, Davina und Samira haben uns mit sieben zu ihren Reitern gemacht, ab da haben wir auch das Kämpfen gelernt. Sie sind nicht nur unsere Reittiere, sie sind unsere Freunde unsere Gefährten und unsere Beschützer. Und durch das Ritual sind wir verbunden, so wissen wir immer wo sich der andere ungefähr befindet, und wenn es einer schlecht geht, projiziert sich das auch auf die andere. Und da es Aki momentan nicht gut geht würde der Stress von Samira auf sie Übertragen." Erklärt Serafina geduldig und streichelt Davina zwischen den Ohren. "Verstehe, ich möchte weder Aki noch Samira weiteren Stress aussetzten, wenn es also nicht geht, muss ich mir entweder ein Reittier beschaffen oder leider aufgeben" sage ich und versuche die Frustration zu unterdrücken bis mich jemand an der Schulter anrempelt "Pass doch auf" rufe ich hinterher, doch das Stimmengewirr um uns wird immer lauter "Seht mal," "Das kann nicht wahr sein," "Den muss ich haben" um uns herum hat sich eine große Menschentraube gebildet, viele zeigen Aufgeregt nach oben und recken die Köpfe "Ich dachte es ist nur eine Legende und das sie Ausgestorben sind" höre ich eine Frau mit schriller Stimme neben mir sagen "Was ist denn jetzt wieder" rufe ich Richtung Serafina, doch sie wurde von den Leuten mitgerissen und ist weg. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen, um irgendetwas zu erkennen, doch die Menschen stehen viel zu dicht beieinander, doch schnell habe auch ich die Felsenspitze im Blick. Der andrang wird immer stärker, als würde es gratis Tickets nach Sandorina geben, doch dass kann es unmöglich sein, mit den Ellenbogen kämpfe ich mich weiter nach vorne, inzwischen ist auch die Garde erschienen und versucht wieder Ordnung in die Menschen zu bringen, was leichter gesagt als getan ist. Als ich nicht mehr weiter nach vorne kann geht ein Raunen durch die Menge gefolgt von rufen "Ist es wirklich einer" ruft eine Frau "Was macht er hier" brummt ein junger Mann neben mir und da taucht ein Schatten über uns auf. Ich sehe direkt nach oben und damit in die Sonne, schnell schirme ich mit der Hand die Augen ab und keuche erstickt auf als ich endlich erkenne was da auf der Felsenspitze steht und mich direkt aus grauen Augen anstarrt. "Ein Himmelsfuchs" bricht jemand das Schweigen und wie die Wahnsinnigen stürmen alle auf den Felsen zu. Wie angewurzelt bleibe ich stehen und sehe ihr einfach nur in die Augen, bis ein Schuss durch die Luft hallt. Liam steht vor dem Felsen und reckt die Schrotflinte in die Luft "Jeder der es wagt diesem Himmelsfuchs zu Schaden wird verhaftet." Brüllt er aus Leibeskräften und schon teilen seine Männer die Menschen vor mir zu einem Durchgang, denn der Fuchs setzt zum Sprung an. Unfähig mich zu bewegen, sehe ich zu wie sie elegant zu Boden segelt und auf mich zukommt "Tyra weg da" höre ich Liam rufen, doch ich achte nicht auf ihn, er hat alle Hände voll zu tun, das Mikael auf seinem Posten bleibt. Wenige Zentimeter bleibt sie vor mir stehen und sieht mir fest in die Augen, ich erwidere starr den Blick. Langsam lässt sie den Kopf sinken und verbeugt sich tief vor mir, ich erwidere die Verbeugung genauso bedächtig, bis ich den Blick hebe und sich unsere Augen erneut treffen. So verharren wir einen Moment, bis sie den Kopf wieder hebt, ich lasse mich auf die Knie fallen und sehe sie mir erneut an dann strecke ich die Hand aus "Hallo Gnist" sage ich grinsend, sie kommt tatsächlich zu mir und lässt sich berühren. Nun kann die Menge nicht mehr an sich halten, sie brüllt und will zu uns, doch durch die Garde wird das unmöglich, wieder verschafft sich Liam durch die Schrotflinte gehör. "Es ist eindeutig, dass der Himmelsfuchs sich dieser jungen Frau freiwillig angeschlossen hat. Laut den Gesetzen von Sandorina und von Präsident Adair Bain persönlich unterschrieben, ist dieser Himmelsfuchs nicht mehr als Wild anzusehen und darf nicht mehr gejagt werden. Wer dies doch tut wird wegen Diebstahls und Wilderei gefährdeter Tierarten für zwei Jahre ins Gefängnis befördert." Ruft er durch das Megafon, das ihm gebracht wurde, mit Nachdruck zerstreut sich die Menschenmenge, wenn auch sehr widerwillig, und lässt mich und Gnist zurück. "Woher um alles in der Welt kennst du diesen Fuchs" japst Serafina als sie wieder bei mir ist "Nun ja, das ist eine längere Geschichte" fange ich an und erzähle ihr von den Ereignissen bei den Wolkenkratzern, wehrend Gnist und Davina sich vorsichtig beschnuppern. "Das ist doch völlig unglaublich, so etwas geschieht doch sonst, nur in Märchen. Aber das beweist nur wieder, wie besonders du wirklich bist Tyra" meint Sarafina anerkennend und legt ihren Arm um meine Schultern.

Desert DiamondWo Geschichten leben. Entdecke jetzt