15| Wenn Ich Die Chance Bekomme

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Nachdem der Arzt gegangen war und sich das ganze Adrenalin bei Anna wieder legte, fiel sie ihrer Müdigkeit zu Opfer und schlief auch recht schnell ein. Brittany beschloss daraufhin sich nach Skylar zu erkundigen, allerdings stieß sie auf dem Gang erstenmal mit Ben zusammen, der niedergeschlagen auf einem Stuhl saß und auch nicht wusste, was er nun machen sollte.

"Egal was sie verletzendes gesagt hat....sie hat es sicherlich nicht so gemeint.", sagte Brittany sanft und setzte sich neben ihn. "Sie hat dich immer beschützt. Immer wenn jemand was schlechtes gesagt hat, hat sie dagegen gesprochen. Und ich weiß, dass sie dich geliebt hat und du sie."

"Danke...das weiß ich selber.", meinte Ben in einem verzweifelten Ton. "Es ging einfach nicht. Zeitlich nicht. Entfernungsmäsig nicht... Und ich wollte eine Familie. Sie wollte lieber sich die Welt weiter angucken.", seufzte er.

"Es muss hart sein, dass sie jetzt doch Familie bekommt...", seufzte auch Brittany. "Sie wollte es nicht. Sie wollte es wirklich nicht... und am allerwenigsten wollte sie dir damit weh tun. Sie hatte so eine große Angst davor es jemanden zu sagen, dass sie es Wochen lang geheim halten hat. Das hat mich auch ziemlich verletzt..."

Ben nickte nur und spielte etwas mit seinen Flingern.
"Ich wünschte nur ich wäre an seiner Stelle. Ich wäre gern Vater geworden. Und ich hoffe inständig für Skylar, dass er Anna nicht verletzt.", lächelte Ben etwas niedergeschlagen. "Naja... Ich... Ich müsste eigentlich schon wieder auf dem Weg zurück zum Flughafen sein... Ich werde vermutlich jetzt auch gehen. Denkst du ich kann mich verabschieden oder wird sie mir den Kopf abreißen?" schmunzelte er leicht.

"Sie ist gerade eingeschlafen. Also kein Grund zur Sorge.", lachte sie leicht und verabschiedete sich noch von Ben. Sie erkundigte sich nach Skylars Zimmer und erfuhr aber nur, dass er Momentan eine Notoperation hat, da sie eine winzige Einblutung im Gehirn gefunden haben. Somit war sie mehr oder weniger allein. Anna wollte sie nicht wecken, gehen konnte sie aber auch nicht. So ging sie mehrere Stunden die Gänge auf und ab, wurde mehrfach vom Personal darauf hingewiesen sich doch bitte zu setzen.
Somit landete sie schließlich wieder Naben Anna in einem ziemlich unbequemen Sessel. Ob es Stunden oder Minuten waren, in welchen sie dort da saß. Brittany hatte völlig den Überblick verloren.

Erst als ein Polizist den Raum betrat, wurde sie hellhörig.
"Entschuldigen sie... Ehm... Anna schläft gerade...", meinte sie und sagte dies auch recht leise.

Der Officer allerdings schien es nicht wirklich zu interessieren und redete so laut weiter wie auch zuvor.

"Wir haben ihr Handy gefunden. Während unserer Bemühungen es dem Besitzer zurückzugeben, sind wir auf sehr bedenkliche Nachrichten gestoßen. Daher müssen wir so schnell wie möglich mit ihr reden. Gibt es eine Möglichkeit sie zu wecken?", fragte er ernst, aber dennoch förmlich.

Brittany nickte nur leicht und versuchte Anna sanft zu wecken, was allerdings nicht wirklich funktionierte. Anna erschrak sich halb zu Tode und schreckte aus ihrerer liegenden Position hoch.

" Entschuldigung Ann, aber hier ist ein Officer. Er hat dein Handy... Und die Nachrichten sind den Polizisten bekannt..."

"Um genauer zu sein sind uns solche Nachrichten schon von anderen Personen bekannt, die im öffentlichen Licht stehen. Sie sind nicht die Einzige mit diesen Nachrichten. Aus dem Grund wollten wir sie auch darauf hinweisen, dass die Explosion nicht durch eine fremde Hand geschah. Das war reiner Zufall. Die Verfasser der Nachricht hatten sich nur damit geschmückt, um ihnen Angst zu machen. Unsere Experten der Brandermittlung haben bestätigt, dass es sich um einen Riss in einer der Gasleitungen handelte. Das Hotel hat Reparaturen dahingehend über die letzten Jahre sehr vernachlässigt.", meinte der Polizist aufrichtig. "Ihr Handy müssen wir leider noch bei uns behalten, um die Konversationen auszuwerten zwischen Ihnen und den Verfassern der Drohnachrichten. Wir haben 2 Polizisten zu ihrer Sicherheit vor der Tür abgestellt. Da wir in diesem Fall schon einige Zeit ermitteln, sind wir unserem Ziel denke ich ziemlich nah.", meinte er noch knapp, verabschiedete sich noch höflich von den beiden und ging wieder.

"Der war heiß...", sagte Brittany kurz nachdem er gegangen war. "Schade, dass er vergessen hat sich mit seinem Namen vorzustellen.", fügte sie lachend hinzu.
Anna verdrehte nur schmunzelnd ihre Augen wegen diesem Kommentar.

"Weißt du wo Skylars Zimmer ist? Ich denke ich sollte mich entschuldigen und... Naja... Ihm sagen, dass ich nicht Beca bin.", nickte sie selbstbewusst und versetzte Britt direkt wie in eine Art Shockstarre.

"Ehm... Anna... Er... Wir können ihn jetzt nicht sprechen... Er wird gerade operiert. Sie Ärzte konnten mir noch nicht viel sagen. Es... Stand wohl ziemlich kritisch um ihn. Wir müssen abwarten was passiert.", sagte sie aufrichtig, konnte Anna dabei aber nicht angucken.

Während sie weiterhin nach Antworten auf dem Boden suchte, fing Anna an wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Zimmer zu laufen. Ein Gefühl von Angst, Hilflosigkeit und auch Wut machte sich in ihr breit. Auch wenn es "nur" ein Unfall war mit der Explosion, ist Skylar trotzdem genauso verletzt wie vor dieser Information. Es machte keinen Unterschied.

"Anna hey... Versuch dich zu beruhigen, okay.", meinte Brittany und nahm Anna kurzerhand in den Arm, um sie daran zu hintern weiter von A nach B zu laufen. Britt wusste genau, dass die Reaktion nicht nur durch Skylars Zustand ausgelöst wurde. Der ganze angestaute Stress der letzten Wochen kamen bei ihr hoch und äußerten sich nun ausgiebig.

"Wann warst du das letzte Mal zu Hause, Anna?", fragte sie sanft und wusste eigentlich, dass es mehrere Monate gewesen sein müssen.
"Wenn das hier alles vorbei ist, solltest du mit jemandem reden. Du denkst, dass du komplett überfordert bist und dein Leben den Bach runter geht, aber das stimmt nicht. Anna es ist nur ein Kind. Und du bist bei weitem nicht allein. Du hast so viele Freunde, die dir sicherlich helfen würden, aber dafür musst du mit uns reden. Verstehst du das? Es ist nicht schlimm um Hilfe zu bitten. Jeder Braucht Hilfe in seinem Leben. Das ist normal. Keiner ist perfekt. Das ist schwer zu akzeptieren, aber nicht unmöglich....Was hat Skylar gesagt als er mit dir geredet hat?", fragte sie sanft.

"Er.... War... Naja... Nicht abgetan Vater zu werden, aber er war sauer, weil ich so lange nichts gesagt habe. Mit recht.", meinte Anna still.

"Ihr solltet von vorn anfangen. Ein Abend zu zweit vielleicht... Einfach nur reden. Zeit verbringen. Es ist doch kein Geheimnis, dass er Jahre lang auf dich stand... Und du warst anscheinend auch nicht allzu abgelehnt.", schmunzelte Britt und zog sie erneut in eine beruhigende Umarmung.

"Ja...sollte ich... Wenn ich noch die Chance dazu bekomme..."

After 2 yearsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt