Das Tal der Drachen - OS

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Weit entfernt, in einem Unbekannten Land, da leben riesige Geschöpfe, mit Schuppen, härter als Eisen, Augen, die alles sehen und einer ungeheuren Kraft, die alles zerstören kann. Diese Wesen sind älter als die Magie und leben in einem tiefen Frieden. Lasst es mich euch zeigen.


Die Erde bebte, als der große Drache aufstand, sich einmal um sich selbst drehte und wieder hinlegte. Tagsüber döste der sandfarbene Gigant, er war lieber nachts aktiv, wenn es kühler war.
Wenn er schlief, klang Sols Atem wie Donnergrollen. In liegender Position war er so groß wie ein Hochhaus, wenn er stand, so hoch wie ein kleiner Wolkenkratzer.
Der große Drache war nicht der einzige. Um ihn herum lagen noch andere Drachen, sandfarbene, feuerfarbene, braune. Sie alle waren Wüstendrachen. Ihr farbiges Schuppenkleid tarnte das Rudel und sie alle schliefen tagsüber gerne. Die braunen und einige rote Drachen schliefen lieber im Schatten von Felsen oder den größeren Präsenzen von anderen Drachen, da sich ihr dunkles Schuppenkleid leichter aufheizte. Die helleren Drachen dösten lieber in der Mittagssonne. Sol war einer der größten des Rudels und auch einer der ältesten. Viele hundert Jahre war er schon alt und er bot viel Schatten für die jüngeren des Rudels.

Weit über den entspannten Wüstendrachen flog eine Gruppe großer Drachen. Ihr Schuppenkleid leuchtete in vielen Farben: Rot, grün, blau, weiß, manche dieser Himmelsdrachen weisten sogar gold auf, das aber eher selten. In der Patroullie der relativ jungen Himmelsdrachen wurde noch viel gespielt. Gegenseitig jagten sie sich durch ihr Reich, den Himmel. Sie machten sich einen Spaß daraus, sich in den Wolken zu verstecken. Mit ihren großen Flügeln, die so groß waren wie ein dreistöckiges Wohnhaus, fegten sie die weißen Nebelwände beiseite und balgten sich dann spielerisch. Schließlich flogen sie in atemberaubendem Tempo über die Wüste, die langsam einem Ödland und dann einem Dschungelwald wich.
Hier lebten die Walddrachen, vergleichsweise kleine, schnelle und wendige Drachen, die sich tarnen konnten um ihre Beute aufzuspüren. Sie hingen zum schlafen immer kopfüber von Ästen, wie Fledermäuse, ihr länger Greifschwanz ermöglichte dies. Eine Gruppe dieser kleinen Kreaturen flitzte zum Meer, welches an dem Dschungel grenzte. Seine Tiefen waren ein Lebensraum für eine andere Drachenart, die Meeresdrachen.
Tief unten lebten sie, atmeten wie Fische durch Kiemen und kommunizierten mit Klicklauten. Schnell wie ein Orkan konnten sie durch die Strömunngen des Meeres flitzen. Ihre blaue, grüne, türkise oder graue Färbung diente gut zur Tarnung im Meer oder Algenfeld. Munter jagten sie sich durch den blauen Ozean und erschrecken ein paar Fische.

Die vier Drachenstämme lebten in tiefem Frieden miteinander und Kriege waren hier fast schon ein Fremdwort.

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