Kapitel 11

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~Without my big brother I probably iterally wouldnt be here. ~

***

Ich weiß nicht wie lange ich schon auf dieser Liege sitze. Ich habe mein Zeitgefühl komplett verloren. Meine Tränen fließen auch schon eine Zeit nicht mehr. Aber meine Gedanken an Ryohei sind geblieben. Und sie hören einfach nicht mehr auf...

--
-Erinnerung-

Das Glas zerspringt direkt vor meinen Augen. Ich konnte es nicht mehr aufhalten. Da hat meine Hand, die verzweifelt versucht hat das Desaster aufzuhalten, auch nichts gebracht.
,,Shit!", fluche ich so leise wie möglich, aber mein Vater stürmt trotzdem genau in diesem Moment durch die Tür. 
,,Was hast du jetzt schon wieder angestellt?", fragt er wütend und bleibt vor mir stehen. Er schaut mir so direkt in die Augen, dass mir ein kalter Schauer über den Rücken läuft.
,,Antworte mir, wenn ich mit dir rede!", ruft er jetzt und haut mit seiner flachen Hand auf den Tisch, sodass ein lauter Knall ertönt. 
,,Ich- es tut mir leid. Es war keine Absicht", murmele ich und blinzele ein paar mal, um meine Tränen zurück zu halten.
Er schaut runter auf das Glas und dann wieder zu mir. Nervös gehe ich einen Schritt zurück, aber sofort greift er nach meinem Arm und hält ihn fest. Etwas zu fest.
Ich zische auf. ,,Das tut weh."
,,Seit deine Mutter Tod ist, kriegst du nichts mehr auf die Reihe! Räum das auf", schimpft er und verschwindet dann in sein Arbeitszimmer.

-Maybe kleine TW wegen Gedanken über eigenen Tod?-
Schluchzend lasse ich mich auf mein Bett fallen. Ich rolle mich zu einer Kugel. Plötzlich höre ich, wie meine Zimmertür aufgeht. Aus Angst, dass es mein Vater ist, schließe ich meine Augen. Hoffe, dass er nicht weiter mit mir schimpft. 
,,Yuna", höre ich Ryoheis Stimme sagen. Dann höre ich Schritte und wenige Sekunden später sinkt meine Matratze etwas. Die Decke über mir wird weggezogen.
,,Geh weg", nuschele ich in meine Knie.
Ryohei gab ein widersprechenden Ton von sich. Dann spüre ich eine warme Hand an meiner Schulter.
Vorsichtig setzte ich mich auf. Schaue meinen Bruder an und musste erneut schluchzen. ,,Warum bin ich so?", frage ich unter Tränen.
Ryohei zieht mich in seine Arme. 
,,Ich hätte an ihrer stelle sterben sollen, Ryo", flüstere ich jetzt und löse mich von ihm. 
Sofort schaut er mich ernst an. ,,Sag sowas nicht!"
Ich schüttele den Kopf und sage: ,,Papa hasst mich."
Ryohei zieht mich erneut in seine Arme. Zuerst wehre ich mich, aber dann lasse ich nach. Ich drücke mein Gesicht gegen seine Brust. Sein Geruch beruhigt mich. 
,,Aber ich brauche dich."
-TW vorbei-
--

,,Hey, Yuna!", reißt mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Sofort reibe ich mir einmal über mein Gesicht, um sicher zu gehen, dass man keine Träne mehr sehen kann. Dann schaue ich auf und sehe Kuina, die auf mich zukommt. Lächelnd winkt sie mir zu und lässt sich neben mir  auf der Liege sinken. 
,,Wie lange sitzt du hier schon?", will sie wissen, während sie sich zurücklehnt und mich ansieht. 
,,Weiß nicht. Wie lange ist das Essen her?", frage ich.
Sie zuckt mit den Schultern. ,,Ein paar Stunden."
Ich reiße meine Augen auf. Ein paar Stunden? So lange habe ich nachgedacht?
Um das Thema zu wechseln frage ich: ,,Mit wem hast du eigentlich gesprochen?"
,,Chishiya", antwortet sie, während sie die Augen schließt um die Sonne zu genießen. Also tue ich es ihr gleich und schließe auch meine Augen.
,,Seid ihr Freunde?", erkundige ich mich.
Kuina lacht auf. ,,Naja, so etwas in der Art."
Fragend drehe ich meinen Kopf zu ihr. Da sie das natürlich nicht sehen kann, frage ich: ,,Wie meinst du das?"
,,Nicht so wichtig", winkt sie sofort ab. ,,Die bessere Frage. Spielst du heute?"
Ich schlucke. Natürlich. Der Hutmacher hat was von einem Visum erzähl, was meine übrigen Tage darstellt. Ich muss dafür sorgen, dass es nicht leer geht.
,,Ich schätze ich muss", murmele ich und setze mich auf. Dann fahre ich mir durch die Haare. 
Dann erinnere ich mich an die Ansage während meines ersten Spieles zurück. Es hatte die Schwierigkeitsstufe 4. Ich bin jetzt seit zwei Tagen im Beach. 
,,Obwohl, ich hab theoretisch noch zwei Tage", merke ich an. Dann denke ich weiter drüber nach. ,,Ist aber wahrscheinlich besser, heute schon zu spielen."
Kuina nickt. Ich muss auch heute spielen."
Seufzend stehe ich auf. Kuina tut es mir gleich. 
,,Dann gehe ich mich schon mal umziehen", sage ich. 

Sick LiesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt