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POV-Jule:

Der Morgen war wirklich perfekt, außer der kleine Vorfall, aber den vergessen wir einfach. Jetzt muss die Besichtigung noch gut werden, jedoch bin ich trotzdem extrem nervös. Die Wohnung wäre wirklich perfekt und ich habe schon so viele Ideen auf Pinterest gefunden die ich dann perfekt umsetzten könnte. Natürlich habe ich mir die ganze Zeit eingeredet ich sollte mich nicht so früh freuen, denn es ist noch nichts sicher, aber irgendwie hat das in dem Moment nicht so viel gebracht. Und jetzt habe ich richtig Angst das uns, dass Pech gebracht hat und wir dann wegen mir die Wohnung nicht bekommen. Ich würde mir das niemals verzeihen.

Ich habe mir wieder eine Jeans angezogen und eins von den anständigen T-Shirts, um einen guten Eindruck zu machen. Es soll wirklich nichts schief gehen bei unserem Wechsel.

Jetzt stehe ich wie gestern vor dem Spiegel mit dem Föhn in der Hand und könnte heulen. Ich habe Flashbacks von gestern, denn Kai kommt wieder auf mich zu und schaut mich fragend an. Ich nicke nur und gebe ihn dann den Föhn in die Hand.

"Also Jule ich mach deine Haare wirklich gerne für dich, aber du bist doch normalerweise nicht so nervös, dass du deine Haare nicht mehr hinbekommst." entgegnet mir Kai und mein erstes Gefühl ist, dass ich mich schäme das ich so unfähig bin. Aber in meinen Gedanken kommt wieder hoch, wie es mir gestern geholfen hat mit ihm zu reden, also versuche ich es einfach einmal und Kai grinst mich stolz an als ich anfange zu reden.

"Naja ich habe die letzten Wochen auf Pinterest nach Inspirationen für die Wohnung gesucht und ich bin so abgerutscht, dass ich die Wohnung schon perfekt in meinem Kopf geplant habe. Aber jetzt habe ich Angst, dass das uns Pech bringt, weil man sich nicht zu früh freuen sollte. Und ich würde mir nie verzeihen, dass wir die Wohnung nicht bekommen wegen mir."

"Schatz ich verstehe dich, aber erstens, wenn wir die Wohnung nicht bekommen, dann ist es ebenso. Natürlich wäre es schade, aber es ist nicht deine Schuld. Außerdem darfst du wirklich nicht mehr so abergläubisch sein. " entgegnet mir Kai. Ich atme einmal ruhig ein und merke dann das er eigentlich recht hat.

"Naja, aber im Fußball war es schon oft so, dass man sich nicht zu früh freuen darf. Aber ich weiß echt nicht was ich ohne dich machen würde Schatz." antwortet ich ihm und in dem Moment ist er fertig, also verbinde ich unsere Lippen nochmal kurz miteinander. Dann drehe ich mich um und gehe zur Tür, um meine Schuhe anzuziehen. Kai macht dasselbe und Jacken brauchen wir nicht, denn heute ist noch ein warmer Sommertag. Da wir dann fertig sind überprüfe ich nochmal, ob ich mein Handy und die Zimmerkarte habe und verbinde unsere Lippen noch ein letztes Mal, bevor die Tür öffne. Natürlich gehen wir die Treppen runter damit wir hoffentlich niemanden begegnen, denn ich möchte wirklich nicht das es geleakt wird das wir hier sind. Bevor morgen früh unser Wechsel bekannt gegeben wird. Das heißt wir sollten niemanden, der nicht weiß das wir hier sind, begegnen. Als wir unten angekommen sind, ziehe ich meine Cap auf und hoffe einfach das niemand hier ist, der uns erkennen könnte.

Das Taxi wartet schon da und als wir die Adresse gesagt haben, fahren wir schon los. Irgendwie ist mir noch nicht so bewusst, dass wir einfach in weniger als 20 Minuten in unserer zukünftigen Wohnung stehen könnten. Doch die Nervosität ist natürlich nicht lange weg und ich fange wieder an, an meinen Fingern zu kratzen, was natürlich dazu für das ich meine Nagelhaut einreise. Ich starre einfach aus dem Fenster und gucke die Natur an, welcher wir entgegenfahren. Natürlich sind wir immer noch in der Stadt, aber trotzdem ist es dort deutlich grüner als in der Innenstadt. Plötzlich fasst jemand meine Hand an und ich zucke kurz zusammen. Ich merke natürlich direkt, dass es Kai ist, der etwas von mir will, aber ich war so in meinen Gedanken das ich überhaupt nicht mitbekommen habe, dass er etwas von mir wollte. Er lehnt sich zu mir, denn anscheinend soll der Taxifahrer nicht hören, was er zu mir sagt.

"Schatz bitte hör auf damit, es ist nicht gesund. Ich weiß du machst es nicht mit Absicht, aber ich will das nicht weiter mit angucken müssen." flüstert er mir ins Ohr und ich gucke erst jetzt wieder auf meine Hände und sehe das meine Finger alle rot sind und mein Daumen schon leicht angefangen hat zu bluten. Ich gucke mich überfordert um, denn ich möchte jetzt nicht Blut auf meinen Klamotten haben. Kai versteht mich natürlich ohne Worte und hält mir ein Taschentuch hin. Ich nehme es dankend an und drücke es auf meinen Daumen.

Nach weiteren 5 Minuten kommen wir an und ich gebe den Taxifahrer das Geld und bedanke mich für die Fahrt. Ich warte auf Kai damit wir zusammen zu der Frau laufen können, die vor dem Haus steht. Ich würde sie in unserem Alter einschätzen und objektiv gesehen sieht sie wirklich gut aus. Sie hat Schulter lange rote Haare und eine schöne Figur. Aber natürlich kommt niemand an meinen Kai ran.

Als wir bei ihr ankommen, hält sie uns ihre Hand hin und lächelt uns freundlich an.

"Hallo ich bin Luisa, ich denke seid Herr Brandt und Herr Harvertz."

"Ja wir sind für die Wohnungsbesichtigung da, aber nenn uns einfach Julian und Kai." entgegne ich ihr, denn ich merke direkt, dass sie wirklich freundlich ist.

"Gut dann fangen wir direkt an. Wenn ihr Fragen habt, unterbrecht mich einfach gleich, sonst rede ich einfach mal los. Ach, und bevor wir anfangen, es hat sich noch was geändert. In der Anzeige stand ja nur das Erdgeschoss im Verkauf, jedoch wird das ganze Haus also der Keller und 1.Stock auch mit verkauft. Ich weiß nicht, ob das für euch ein Problem darstellt, sonst müsste man über einen Umbau im Treppenhaus reden, damit daraus 2 Wohnungen werden." sie schaut uns fragend an und ich blicke zu Kai welcher mich auch anschaut. Ich frage ihn mit meinem Blick, was er denkt, und er nickt mir zu, also antworte ich einfach direkt.

"Also ich denke das sollte kein Problem darstellen. Wir müssten dann natürlich nur darüber reden, wie das den Preis verändern würde."

"Natürlich, aber darüber können wir ja am Ende reden, jetzt soll ihr erst einmal das Haus sehen."

"Das klingt gut" antwortet Kai und sie nickt uns zu. Sie geht vor zur Haustür und wir folgen ihr einfach.  

Uhh mal gucken ob Jule recht bekommt oder sie vielleicht doch ein bisschen Glück haben.

Seid ihr eigentlich abergläubig?

Ich bin es jetzt nicht so krass, aber halt so Kleinigkeiten, wie beim Fußball zu früh freuen oder bei gleichen Uhrzeiten dreimal auf Holz klopfen.

Ist die Karriere wirklich alles wert? - Bravertz FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt