never done this to me

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Samstag
19:34

Ich saß gerade mit Ammar an der Lounge und wir sprachen miteinander. Er hatte die Party wirklich gut hinbekommen. Er schmiss die Party in einen der besagtesten Clubs hier in Paris. Ich war echt überrascht.

"Weißt du was ich erfahren habe? Mbappé darf nicht dieses Jahr an den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen" erzählte Ammar und schaute auf sein Handy.
"Warum das denn?" Fragte ich neugierig.
"Weil er ja nächste Saison zu Real wechselt und die sagen ihm, dass er nur an einem Wettbewerb teilnehmen, also wieder Olympische Spiele oder die EM" erklärte er.
"Yo, das hab ich auch gehört" kam ein Freund von Ammar dazu.
"Hey Farid, schön, dass du kommen konntest" stand mein Bruder auf und umarmte ihn brüderlich.
"Natürlich, wir haben uns lang nicht mehr gesehen" er schaute zu mir, als die sich lösten.
"Das ist meine Schwester Rozhina" stellte mich Ammar vor.
"Schön dich kennenzulernen" sagte er und ich lächelte ihn nur an.
"Ich geh dann kurz runter zu Bar" sagte ich und stand auf.
"Okay" sagte Ammar und ich ließ die beiden alleine.

Ich ging die Treppen runter und sah die Menschenmenge unten. Es war echt voll. Ich hätte niemals erwartet, dass so viele zu seiner Party kommen. Verheimlicht mein Bruder mir was? Ich musste lachen.

Als ich an der Bar ankam, setzte ich mich auf die hocker, die da standen und bestellte mir ein alkoholfreies Cocktail. Ich hatte Layan und Amara auch eingeladen. Die waren bestimmt schon am tanzen. Die Musik lief zu Lust, aber was erwartet man denn von Partys?

Ich trank in Ruhe mein Cocktail und schaute mich herum, als plötzlich mein Blick bei Kylian stehen blieb. Layan ging auf ihn zu und begrüßte ihn anscheinend. Mein Herz fing an zu rasen und mir wurde ganz warm. Was passiert hier? Was fühle ich?

Er schaute sich ebenfalls um, als Layan ging und sein Blick blieb bei mir stehen. Ich stand langsam auf und wollte schnell weg, das merkte er und schüttelte sein Kopf. Er kam langsam auf mich zu und mit jedem Schritt wurde ich immer nervöser. Ich atmete tief ein und aus und stützte mich an die Bar. Steigt nur mein Blutzucker oder bin ich wirklich nervös?

"Endlich" kam er neben mir an und ich schaute nur auf mein Getränk.
"Hör auf mich zu ignorieren" sagte er und nahm mein Arm.
"Tu ich nicht" erwiderte ich heiser.
"Tust du nicht? Schau doch mal, wie viele Nachrichten du unbeantwortet hast" sagte er und ich konnte hören, dass es ihn nervte.
"Kylian, lass es einfach-"
"Nein, ich will, dass wir miteinander reden" unterbrach er mich.
"Layan hat mich eingeladen und ich wollte erstmal gar nicht kommen, weil ich die Lust und Laune dazu nicht hatte, aber ich wusste, dass du auch da bist" erklärte er und kam mir näher.
"Lass uns darüber reden was zwischen uns vorgefallen ist" sagte er leise, nachdem er eine Pause einlegte.
"Aber es ist doch nichts-"
"Rozhina, wir haben uns fast geküsst" wurde er aufdringlicher.
"Kylian, nein" erwiderte ich und drückte ihn weg.
"Bitte, ich bin hier um mein Bruder zu unterstützen und du machst das alles kaputt-"
"Ich? Du lässt mich ohne das alles zu erklären zurück" wurde er wütend.
"Du tust so, als ob es meine Schuld wär. Du hast mich an dem morgen ignoriert, weil du nicht damit klarkommen konntest, dass ich dich abgewiesen habe" wurde ich auch wütend.

Er war dann leise und sagte nichts mehr. Okay, das war hart von mir. Er ließ mich los. Er ging ein paar Schritte weiter und setzte sich paar Meter entfernt von mir auch an die Bar. Hatte ich ihn verletzt? Warum interessiert mich das? Ich setzte mich unwohl wieder auf den Hocker und starrte auf mein Getränk.

Ich hatte das Gefühl es wieder gut zu machen. Aber er war doch derjenige, der es kaputt gemacht hat. Ich wollte doch nicht, dass sich was zwischen uns ändert.

"Hey" setzte sich Farid plötzlich zu mir.
"Du siehst so aus, als würdest du noch ein Drink vertragen-"
"Ich trinke nicht" sagte ich monoton und schaute zu ihm.
"Sorry" entschuldigte er sich.
"Alles okay?" Fragte er und kam näher.
"Ja, alles bestens" antwortete ich und drückte ihn wieder weg.
"Ich hätte niemals gedacht, dass die Schwester von Ammar so gut aussieht" kam er mir wieder näher und nahm mich an die Taille.
"Was? Was soll das?!" Fragte ich laut und versuchte ihn wegzudrücken.
"Komm schon-"
"Lass mich los!" Wurde ich lauter.

Er wurde plötzlich von mir weggeschubst, weshalb ich erleichtert ausatmete. Kylian war neben mir und schaute ihn hasserfüllt an.

"Mbappé muss dich vor mir retten, komm schon Rozhina-"
"Ich bin ihr Freund" unterbrach Kylian ihn und wollte auf ihn zugehen, doch ich hielt ihn fest.
"Ihr Freund? Seit wann?"
"Seit immer und jetzt verschwinde-"
"Weiß dein Bruder das?" Unterbrach er Kylian und schaute zu mir.
"Warum soll er es denn nicht wissen?" Antwortete Kylian für mich.
"Schon gut bro" sagte Farid lachend, hob die Hände und ging dann endlich.

Ich war schockiert darüber. Ich hatte ihn zwar jetzt erst kennengelernt, aber... okay, sah ich doch das gute in Menschen? Nein, niemals. Kylian zog mich in eine Umarmung, als würde er wissen, was ich wollte.
Ich erwiderte langsam, aber irgendwie fühlte ich mich auch so, als hätte ich es nicht verdient und drückte ihn schnell wieder weg.

Er setzte sich zu mir und beobachtete mich, aber ich ignorierte seine Anwesenheit.

"So schnell kommen wir uns wieder nah" sagte er.
"Das ist schon das zweite mal, dass ich dich retten muss" sagte er und ich konnte sein grinsen raushören.
"Gefällt dir das etwa, dass mich fremde Typen anfassen, ohne dass ich es will?!" Sagte ich ruhig, aber dennoch aggressiv.
"Nein" verschwand sein grinsen sofort und wollte meine Hand nehmen, doch ich drückte ihn weg.
"Du weißt, dass es nicht so gemeint war" sagte er.
"Ja klar" mein Handy vibrierte, weshalb ich drauf schaute und merkte, dass ich langsam meine Medikamente brauche.
"Ich geh kurz zu Toilette" sagte ich zu Kylian.
"Rozhina-"
"Hör doch einfach auf" sagte ich wütend und schüttelte mein Kopf.

Ich stand auf und ging aus dem Club raus und stieg in mein Auto. Ich maß erstmal mein Blutzucker , dann holte ich meine Insulinspritzen aus meiner Handtasche.

Es klopfte plötzlich an das Fenster, weshalb ich mich erschreckte und Kylian sah. Er hatte mich wirklich verfolgt. Ich verdrehte meine Augen. Er stieg auf die Beifahrerseite ein. Ich war schon fertig mit spritzen und räumte alles auf, bis Kylian einen der Insuline nahm und merkte, dass sie fast leer war.

"Brauchst du neue?" Fragte er sanft.
"Noch nicht" antwortete ich.
"Ich denke, ich hab dein Geld dabei, lass mich-"
"Nein, schon gut" erwiderte er.
"Ich würde es dir wieder geben, wenn du es brauchst" fuhr er fort.
"Nein Kylian, das ist zu viel verlangt" sagte ich kopfschüttelnd.
"Nimm es einfach an, dann fühle ich mich besser, okay?"

Ich holte das Geld aus meinem Portmonee und das war das einzige, was ich noch hatte und hielt es ihm hin.

"Rozhina-"
"Nein Kylian, du nimmst das an" sagte ich fest entschlossen.
"Diabetes Typ 1?" Fragte er plötzlich und holte sein Handy raus.
"Was?" Fragte ich.
"Ja oder nein?" Fragte er.
"Eh-ja" antwortete ich.

Er telefonierte mit jemanden und ich kam überhaupt nicht mit. Ich verstand nichts und beobachtete ihn nur. Ich drückte ihn das Geld in die Hand und er nahm es endlich an. Ich atmete erleichtert aus und beobachtete ihn weiter. Als er auflegte, fragte ich sofort, was er da machte.

"Ich hab die Dinger bestellt, die du brauchst" sagte er plötzlich.
"Bist du... was- aber warum?" Fragte ich fassungslos.
"Damit du endlich aufhörst so zu tun, als würde ich dir was schlechtes wollen" antwortete er und lächelte mich an.
"Kylian, merkst du eigentlich gerade, was du da tust?" Fragte ich leicht geschockt.
"Ja und ich tue es gerne" erwiderte er.
"Ich kannte deine Adresse nicht so genau, deswegen hab ich es zu mir nach Hause bestellt, also lass mich dich einladen" schlug er vor.
"Du lügst, du hast das extra gemacht" sagte ich fassungslos.
"Nein-"
"Doch-"
"Okay, ja habe ich, aber was soll's? Ich will eben mit dir ausgehen, also ja oder nein?" Fragte er.
"Du zwingst mich doch dazu. Wär unhöflich, wenn ich absage" sagte ich.
"Nein, du hast die freie Wahl, du kannst es ja auch einfach abholen und direkt gehen, wenn du nicht mit mir ausgehen willst" erwiderte er.

Ich muss ehrlich sagen, ich will Zeit mit ihm verbringen und sowas hat noch nie jemand für mich gemacht. Ich biß mir auf die Lippen und starrte ihn in die Augen.

"Okay, kochst du mir was?" Fragte ich grinsend.
"Gerne" erwiderte er lächelnd.
"Dann würde ich zu dir kommen" sagte ich mit einem breiten Lächeln.
"Sehr gut" sagte er leise und nahm meine Hand, er küsste mein Handrücken und ich musste schmunzeln.

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