11.12

13 4 15
                                        

LEBENSTAG

Buch/Fandom: Das Leben einer Echani-Jedi

Genre: Fanfiction, Science-fiction

TW: /

Ich gewöhnte mich schnell an die Wohngemeinschaft. Meine Zeit mit meinen Mitbewohnerinnen Seya und Zunika verlief gut. Ich lernte an meinem dritten Tag auch noch Utashi kennen, die Mirilanerin, die auch noch bei uns wohnte. Wir unternahmen selten etwas zusammen, aber das lag daran, dass Seya oft lange arbeitete, und sonst waren wir anderen drei zu sehr in uns gekehrt, als dass wir etwas unternommen hätten. Außerdem lernte Zunika viel für ihr Studium und auch ich zitterte schon vor meinen ersten Tag an der Schule, an der ich die Kunst "Archivwesen" kennen lernen würde. Ich wusste, dass ich wahrscheinlich auch dort mit meinen vierzehn Jahren als sehr jung gelten würde, aber da meine Spezies anders alterte als andere, war ich bereits eingeschrieben und akzeptiert worden. Da war es auch positiv, dass ich an meiner Schule auf Eshan eine Schülerin im oberen Mittelbereich gewesen war. Archivwesen war zwar kein sonderlich überbeliebter Studiengang, aber es tat immer gut, irgendwo einen Vorteil zu haben.Und genau darum fing ich an, mir im nächsten Archiv schon mal ein paar Bücher zu Archivaren und Archivarinnen rauszuklauben. Nur mal um eine bisschen Info schon mal zu haben, man weiß ja nie. Ich war also auch ganz gut beschäftigt, denn bis mein Semester beginnen würde, würde es noch ein Weilchen dauern. Erst nach dem Winter, im Frühling, würde ich antreten. Frühling... Ich konnte mich kaum noch an einen coruscantischen Frühling erinnern, so lange war ich nicht mehr hier gewesen. Coruscant hatte zwar weniger Unterschiede bezüglich der Jahreszeiten, aber es gab doch noch Dinge wie Temperatur. Und natürlich die Gärten im Jedi-Tempel. Sie würden anfangen, in den herrlichen Farben zu blühen, das Gras würde saftig grün sein und die großen bunten Bäume am Dach würden ihre Früchte und Blätter färben, so wie es die meisten Laubbäume im Herbst taten. Rosa, violett und gelb würden die Bäume dann bald sein, und Gruppe von Jünglinge, wie einst ich auch eine war, würden von Meistern darunter ausgebildet werden, während die älteren Jedi auf den breiten Flächen Übungskämpfe machten und im Schatten der Statuen und Bäumen meditieren.

Ich seufzte und verdrängte das Bild an die Atmosphäre am Dach des Tempels. Stattdessen widmete ich mich wieder Luksztraza Kevmaks "Archivaren im Wandel der Zeit" und fing noch einmal mit dem sechsten Kapitel an. Ich würde auch noch ein drittes Mal beginnen, denn abermals wurde ich unterbrochen. Diesmal aber nicht von meinen eigenen wirren Gedanken, sondern von einem Klopfen an meiner Tür.Ich sah auf. "Ja?" Seyas Stimme war von draußen zu hören. "Kann ich kurz rein kommen?" "Klar", antwortete ich. "Die Tür ist sowieso nie abgeschlossen." Schon öffnete sich die Tür und Seya steckte ihren kahlen Kopf durch die Tür, so wie es viele Zabarak hatten. Anstatt Haaren bedeckten kleine Hörner ihren Schädel, und Tattoos waren auf ihrem braunen Gesicht. "Hey, Kaya, ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass du bitte ins Wohnzimmer kommst. Wir haben eine kleine Besprechung." "Oh, klar." Ich packte den erstbesten Gegenstand den ich fand - ein Ärmel einer meiner Tuniken - und stopfte ihn als Lesezeichen in die Lektüre, dann folgte ich Seya ins Wohnzimmer.Zunika und Utashi waren schon dort. Erstere saß wie so oft mit überschlagen Beinen am Sofa und scrollte auf einem Datapad. Utashi wackelte unruhig mit dem Fuß auf und ab, und stand mitten im Raum, wartend. Seya platzierte sich neben ihr.

"Also, Leute", fing sie an. Ich verschränkte die Arme und lehnte mich an die Wand. Ich sah schon: das konnte wieder einmal lange dauern. Jetzt schon gelangweilt blies ich mir eine weiße Locke aus meinem Gesicht. Seya sprach unverblümt weiter: "Wie ihr ja alle wisst, wohnen wir jetzt schon seit einer Weile zusammen -" Zunika seufzte theatralisch, ohne von ihrem Datapad aufzusehen. "Mhm. Wissen wir", sagte sie. Utashi und ich sparten uns Kommentare, Seya würde sowieso noch weiter plapern.

"- und darum habe ich mir gedacht, dass wir doch... Naja, es ist ja bald Lebenstag. Und da dachte ich mir - lasst uns doch zusammen Lebenstag feiern! Ansonsten seid ihr ja bei euren Familien, aber... Naja, heuer würde ich da gerne anders gestalten." Jeder wusste, warum. Utashi wohnte bei uns, weil sie schlecht von ihrer Familie behandelt worden war. Also wirklich, wirklich schlecht. Man hat sie geschlagen und gedemütigt, sie schlechtgeredet und eingesperrt. Darum lebte sie nun bei uns - wo sie es weitgehend besser hatte. Das war auch der Grund, warum sie erst 16 war - denn ihre Spezies war mit 16 noch nicht erwachsen, anders als meine. Vielleicht war Utashis schlechte Behandlung auch der Grund, warum sie kaum mit mir sprach.

Jedenfalls nickte Zunika. "Von mir aus." Sie sah immer noch auf das Datapad. Utashi nickte, sagte aber nichts. Ich überlegte, denn eigentlich hatte ich meiner Mutter versprochen, zum Lebenstag bei meiner Familie auf der Farm zu bleiben, zumindest für einige Tage. Jetzt aber...Ich dachte an Utashi, die wahrscheinlich noch nie einen wirklich schönen Lebenstag gehabt hatte. Utashi, die sich vielleicht niemals ganz von dem erholen würde, was sie erlebt hatte. Utashi, die still und liebenswert war, hübsch und zart, mit kleinen Tattoos, die sich bewegten, wenn sie die Lippen zu einem sanften Lächeln verzog.

Die Entscheidung fiel mir nach diesem Gedankengang ehrlich gesagt sehr einfach. Als Seya mich fragend ansah, hatte ich darum nicht viel zu sagen.

"Klar", meinte ich einfach nur und lächelte Seya und Utashi an. "Ich bin gerne hier an Lebenstag."

Zunika meldete sich von hinten. "Nur dass es klar ist: Ich backe keine Kekse."

Wir lachten alle. Und es war ein gutes Gefühl, Utashi lachen zu sehen. Es zeigte mir, dass ich eine richtige Entscheidung traf.

https://www.wattpad.com/story/327708090?utm_source=android&utm_medium=link&utm_content=share_reading&wp_page=reading_list_details&wp_uname=Skywalkerin01

Frage des Tages: Habt ihr schon Kekse gebacken?

Christmas StorysGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt