Der dunkle Zauberer sah sofort, dass etwas nicht stimmte. Ach was, er wusste es schon längst und Felix' Auftauchen bestätigte das nur.
„Yaxley, schließ die Tür! Ich wünsche keine Störung!" schnitt die kalte Stimme durch den Raum und der Todesser setzte sich sofort in Bewegung.
Felix fröstelte. Sein Herz klopfte dumpf, musste in dieser kalten Halle unglaublich laut an den Wänden wiederhallen und er gab dem Zittern seiner Knie nach. Hinter ihm viel die Tür ins Schloss und wieder umhüllte ihn Stille, nur durchbrochen von dem leisen Zischeln dieser widerwärtigen Schlange. Der Schatten Voldemorts legte sich auf ihn wie ein schweres Tuch, fast schon sanft glitt die Robe über den Boden, als er ihn leise umrundete.
„Sag mir, Dalius, was weißt du über den Somnus Confusio?"
Nagini glitt um einen breiten, dunkel verzierten Stuhl nur wenige Meter vor Felix, der jedoch schnell wieder seinen Blick zu Boden senkte, als Voldemort vor ihm zum Stehen kam.
„Nun?"
Felix schluckte. Was sollte diese Frage?
„Ni-nichts." Er schloss die Augen. Nicht stottern.
„Nichts? Ich nehme an, der Fluch Mnemoflux sagt dir ebenfalls nichts?"
Auf Felix' Kopfschütteln hin fuhr er fort:
„Zwei wunderbar nützliche Zauber, welche das Opfer in einen Traumzustand versetzen. Es vergessen lassen, was Realität und Imagination ist. Eine dunkle Manipulation des Gedächtnisses. Das in Kombination verwendet ist wie ein Gedächtnis, was durch Wasser sickert. Langsam. Sanft. Es wird dir leicht fallen."
Schluckend sah Felix auf. Ihm fiel keine Erwiderung darauf ein. Aber das war auch gar nicht nötig, sobald die scharlachroten Augen seinen Blick auffingen, blitzten sie auch schon auf.
„Aber erst einmal zu deinem erneuten Versagen! Es hat uns ein ganzes Jahr der Planung gekostet."
Voldemorts Stimme war weich. Giftig. Wie von einem Mann, der den Tod streichelt als wäre es sein Haustier.
War dem nicht auch so?
„Also, erkläre mir, wie du eine solch seltene Gelegnheit an einen Niemand verschenken konntest! An einen derartigen Nichtsnutz, Rest einer Familie voller Blutsverräter"
Felix antwortete, nicht zu schnell und auch nicht zu defensiv. Er hatte ein ganz schlechtes Gefühl, so etwas würde heute nicht gut ausgehen.
„Mein Herr, diese Gelegenheit war knapp. Ich konnte nicht ahnen, dass Professor Slughorn den Met selbst trinkt, ich hatte geglaubt, er gibt ihn Dumbledore."
Voldemort glitt zurück zu dem Stuhl und ließ sich darauf nieder. Ein leises Knacken von Fingergelenken und während der glänzende Körper der Schlange die Stuhllehne erklomm, neigte sich der Kopf ihres Meisters minimal zur Seite.
„Du hattest geglaubt?"
Felix atmete durch. Seine Knie schmerzten, aber er blieb in seiner zusammengekauerten Position.
„Ich habe nach allen Informationen gehandelt, die mir zur Verfügung standen. Es war ein Risiko, ja, aber hätte der Plan funktioniert, wäre Dumbledore jetzt tot gewesen. Ohne Spuren und ohne einen Kampf."
Das Licht in der Halle flackerte unnatürlich. Ließ den in dem Stuhl Thronenden wie einen leblosen Schatten erscheinen. Nur langsam beugte er sich nach vorn.
„Ein Risiko? Ein Risiko, sagst du. So wie deine Mutter, nicht wahr?"
Felix' Herzschlag setzte aus. Er spürte es. Ihm wurde unerträglich heiß und doch zitterten seine Glieder.
Er sah auf. „Meine Mutter?"
Voldemort erhob sich wieder. Allein seine Ruhelosigkeit verstärkte Felix' eigene Nervosität noch.
„Ich erinnere mich gut an sie. So naiv. So stur." Ein Flüstern, ganz nahe an dem Ohr des Gryffindors. „Du bist wie sie. Und das ist kein Lob."
Ein leises Zischen kam von Nagini. Eine spöttische Zustimmung. Ein Seitenhieb. Ein zusätzliches Rauschen in Felix' Kopf.
Er spürte, wie sein Inneres kochte. Jetzt war es keine Wut, wie in Dumbledores Büro. Jetzt war es Todesangst.
Dieser Mann hatte seine Mutter umbringen lassen. Seine Häscher hatten sie durch die Nacht gejagt, regelrecht gehetzt und ihr keinen Ausweg gelassen. Er war allein der Gnade dieses Magiers ausgeliefert. Immer wieder. Ausgerechnet dieser Magier besaß einfach keine Gnade.
„Aber im Gegensatz zu ihr, hast du ja gezeigt, dass du nicht völlig nutzlos bist."
Ein Klirren lag in Voldemorts Tonfall. Er richtete sich auf. Bei seinen nächsten Worten klang die Stimme härter. Gnadenloser.
„Im dritten Stock des St. Mungos liegt ein Mann. Ein halbtoter Schatten, sagen die Heiler. Doch gleichzeitig auch so zuversichtlich, dass er sich wieder erholt. Seine Verbündeten glauben, er könne wieder denken. Wieder kämpfen."
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Der Erbe des Prinzen - Die Entscheidung (IV)
Fan-FictionDumbledore fuhr sich über die Augen. „Felix, was willst du ihm denn sagen? Niemand ändert seine Meinung so schnell." „Wie wär's, wenn ich ihm einfach sage, dass ich es leid bin, mich zu verstecken, dass ich wohl oder übel auf ihn angewiesen bin oder...
