„Felix!"
Lee fiel ihm um den Hals. Langsam. Vorsichtig. Aber Felix hätte ihn jetzt auch unter den größten Schmerzen an sich gedrückt, Hauptsache, er war wieder bei ihm.
„Scheiße, wie hast du mir gefehlt!", erwiderte er flüsternd.
„Und du mir erst, ich habe mir wirklich Sorgen gemacht."
Und Felix konnte nicht in Worte fassen, wie dankbar er Lee für seine Besuche gewesen war.
„Aber komm erst einmal rein. Ich habe gekocht, hast du Hunger?"
Felix lächelte. „Einen Bärenhunger."
Er nahm seinen Umhang ab, hängte ihn an die Gaderobe und folgte Lee. Dieser blieb vor der Küchentür stehen und wandte sich Felix zu.
„Ich habe auch noch etwas für dich. Quasi ein Genesungs-Geschenk."
Er griff nach Felix' Hand, während dieser die Stirn runzelte.
„Das wäre doch nicht nötig gewesen."
„Natürlich nicht. Du allein bist für mich Grund genug, da braucht es nicht noch extra einen Anlass. Aber ich dachte...na ja, es hilft dir vielleicht auf dem letzten Schritt zur Genesung."
Felix zog ihn zu sich in eine erneute Umarmung.
„Du bist alles, was ich dafür brauche. Jedes Mal, wenn du da warst, ging es mir wieder besser, jetzt allein schon wieder. Deine Nähe ist einfach alles, was dafür nötig ist."
Lee sah auf und drückte ihm einen Kuss auf den Mundwinkel. Dann öffnete er die Tür.
Er hatte wirklich gekocht und sogar schon den Tisch gedeckt. Warmes Licht empfing sie, ausgehend von unzähligen, kleinen Kerzen. Fast wie in der Großen Halle Hogwarts'. Das flüssige Wachs kitzelte angenehm in Felix' Nase.
Und trotzdem konnte er nur auf den Tisch starren, wo inmitten der Schüsseln, Flaschen und Teller ein kleines Glas stand. Ihm blieb förmlich der Mund offen stehen und langsam ging er näher.
Leises Rauschen drang aus dem Glas hervor und noch kleinere Wellen, die es verursachten, schlugen immer wieder gegen die Scheibe. In gleichmäßigem Rhytmus wogen sie hin und her, ein sanftes Lied singend. Ein Schlaflied. Nur durchbrochen von dem zarten Kreischen einer Möwe, so klein, dass Felix sich hinunterbeugen musste, um sie richtig zu erkennen. Unermüdlich zog sie ihre Kreise über den Wellen.
„Klar, es ist nicht das richtige Meer, aber bis der Krieg vorbei ist und wir zusammen dahin fahren, hast du dieses kleine bei dir."
Jetzt war es etwas Anderes, was Felix in der Nase kitzelte.
„Es ist wunderbar", flüsterte er. „Du bist wunderbar!"
Lee lächelte. „Das weiß ich doch."
Felix lachte auf und noch im nächsten Augenblick rutschte ihm ein Schluchzer raus.
„Du bist wunderbar", konnte er einfach nur wiederholen als er erneut von Lee in die Arme geschlossen wurde. „Versprich mir bitte, dass ich dich nie verliere!"
Er vergrub sein Gesicht auf seiner Schulter.
„Das habe ich schon vor langer Zeit und das gilt noch immer!"
~
Felix sah sie. Die flüchtigen Blicke zwischendurch, zwischen dem Lächeln Lees. Wenn die Sorge für einen Augenblick sein Gesicht überschatte. Und Felix konnte nichts anderes tun, als nach seiner Hand zu greifen und ihm zu versprechen, dass alles gut werden würde. Er selbst versuchte, es zu glauben. Von ganzem Herzen. Für Lee.
Aber als dieser ein wenig später im Bad war und Felix die neuen Seiten an das halbfertige Buch anfügte, las er zum ersten Mal nicht darin. Er starrte es an und schob es dann wieder zurück in sein Versteck.
Und auch als sie schon längst im Bett lagen, konnte Felix nur an die Decke starren, einschlafen war ein Ding der Unmöglichkeit.
Es wurmte ihn. Alles wurde nicht besser, es wurde nur schlimmer. Von Albus Dumbledore konnte er keine Hilfe erwarten und Voldemort...was hatte er damit gemeint, dass Felix nicht so weit gehen würde?
Unwillkürlich ballte sich seine Faust. Er war bereit. An seinen magischen Fähigkeiten musste er nun wirklich nicht zweifeln. Er würde das hinbekommen, ganz bestimmt!
Dafür musste er nur den Fluch kennen. Er wollte nicht, dass Lee ihn noch einmal so ansah. Ja, er war überzeugt, hätte er den Fluch schon eher gehabt, die Schlange hätte ihm sicher nichts anhaben können. Von seiner eigenen Magie ganz zu schweigen, sie würde keine Gefahr mehr für ihn darstellen.
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Der Erbe des Prinzen - Die Entscheidung (IV)
FanfictionDumbledore fuhr sich über die Augen. „Felix, was willst du ihm denn sagen? Niemand ändert seine Meinung so schnell." „Wie wär's, wenn ich ihm einfach sage, dass ich es leid bin, mich zu verstecken, dass ich wohl oder übel auf ihn angewiesen bin oder...
