Als wir einen Moment lang schweigend durch den Wald gegangen waren, sahen wir in der Ferne unser Ziel. Das Dorf von Conroy. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es seit seiner Zerstörung nicht mehr aufgebaut wurde. Überall waren Ruinen, zerbröckelte Steinmauern, welche das Grundgerüst der Häuser gebildet haben mussten und zum Teil auch noch verwesende, verkohlte Holzbalken, oder jedenfalls Teile, welche darauf schliessen liessen, dass es einst Balken waren. Verstreut zwischen diesen Ruinen lagen auch vereinzelte Erinnerungsstücke an ein einst lebendiges, friedliches Dorf. Darunter waren Teile von Stühlen und Tischen, wie auch Porzelanscherben und einige angesengte oder halb verbrannte Stoffreste, welche vielleicht von Kleidern oder Decken stammen könnten. Auffällig in desem ganzen Chaos war nur ein kleiner Handspiegel, welcher noch vollkommen war, bis auf die Anzeichen der Zeit die sein seiner letzten Benutzung vergangen sein muss. Das Dorf selbst war auf einer Lichtung hier im Wald errichtet worden und umfasste nur circa dreizehn Häuser. Es ist jedoch schwer die genaue Anzahl zu bestimmen, bei all der sichtbaren Zerstörung. Ich kann mir gut vorstellen, dass es vor all den Jahren schön gewesen sein muss, hier zu leben. Familiär. Issa hätte es hier geliebt. Mit all den Geschichten die diese Ruinen zu erzählen haben und der Vorstellung wie es einmal war.
An einer Stelle auf dieser Lichtung war der ganze Schutt etwas beseitigt. Dort stand ein Zelt. Zwei Wachen waren am Eingang davon positioniert. Ansonsten war niemand zu sehen. Ob Conroy hier wirklich nur mit diesen beiden Wachen wartete? Vielleicht war es sein ernst gewesen, dass er sich nur mit mir Duellieren wollte? Oder Rey und ich treffen ihn in wenigen Momenten unvorbereitet. «Ich lenke die beiden Wachen ab. Versuche sie von dir wegzulocken und dabei nicht draufzugehen. Kümmere du dich um Conroy.» «Was? Rey, wenn unser Kampf vorhin eines bewiesen hat, dann, dass wir nur knapp mit ein paar schlecht ausgebildeten Soldaten klarkommen. Du kannst nicht-» «Hör auf, Scott. Stirb bitte nicht, okay?» nach seinem Letzen traurigen Versuch aufzumuntern und mir Vertrauen zu schenken, trat er ein paar Schritte vor, bevor er laut rief: «Hey! Ihr zwei da! Ihr seht genauso unfähig aus wie eure Kollegen vorhin!» und lief schnell weg von der Lichtung und seinen zwei Verfolgern. «Dummkopf» murmelte ich leise vor mich hin.
Langsam schlich ich auf das Zelt zu. Gleich würde der Moment kommen, auf den ganz Alar seit Jahren gewatet hatte. Der Auserwählte gegen Conroy Carbrace. Bevor ich mich durch den Eingang des Zeltes begeben konnte, bewegte sich der Stoff zur Seite und ich stand Conroy von Angesicht zu Angesicht gegenüber. «Nun, du bist früher hier aufgetaucht als ich gedacht hatte.» war seine Begrüssung für mich. «Und du bist weniger überrascht als ich gedacht habe. Jetzt haben wir beide etwas Unerwartetes erlebt.» Conroy lachte kurz auf. «Ich sagte doch ich mag dich. Warum musstest du dich auch dafür entscheiden gegen mich zu kämpfen? Wir wollen dasselbe.» Wie kann er es nur wagen, mir das nochmals zu sagen. Nachdem er Clarissa vor meinen Augen umgebracht hat? «Du hast meine Freundin umgebracht. Du bist ein Monster. Und du willst keinen Frieden, du willst nur Macht. Ich will keine weiteren Tode. Ich will nur, dass alle, die mir am Herzen liegen freidlich leben können. Und es gibt dafür eine schnelle Lösung: Deinen Tod!» Damit erhob ich schnell Rypide und griff Conroy an.
Er schien leicht überrascht über meinen plötzlichen Angriff. Jedoch konnte er ihn mit seinem Schwert abwehren. «Ich hätte dir gar nicht zugetraut so weit zu gehen. Bist du dir sicher?» bevor er noch weiterreden konnte, schwang ich mein Schwert erneut. Wie in der Akademie gelernt täuschte ich zuerst eine Finte links vor und Stach dann in Richtung seiner rechten Schulter. Dank seiner schnellen Reflexe konnte er jedoch mit nur einem kleinen Schnitt am rechten Arm davonkommen. «Man hat dich gut trainiert, Junge. Aber bist du auch wirklich dazu bereit, zu töten?» Danach machte er zuerst einen Zug. So ging es einige Minuten weiter. Es schien fast, als wären wir uns ebenbürtig.
Doch dann brachte er mich mit einem harten Schlag auf Rypide zum rückwärts stolpern, nur um mir mit seinem Schwert aussen in den Oberschenkel zu stechen, nahe meinem Knie. Er zog sein Schwert fast sofort wieder zurück. Für einen Bruchteil einer Sekunde spürte ich noch nichts, spürte nur wie das Blut aus mir floss, doch dann ging ein blendender Schmerz von der mir zugefügten Wunde aus. Mit einem Schmerzensschrei fiel ich rückwärts auf den Boden. «Es ist eine Schande, dass ich dich töten muss. Aber ich habe ihnen geschworen, dass ich jeden aus Dravesia, der nicht auf meiner Seite steht, töten werde. Und ich breche keine meiner Versprechen.» Er holte schon aus, um mir den Gnadenstoss zu geben, doch im Letzen Augenblick schmiss ich ihm voller Panik das nächste, was ich greifen konnte, entgegen: einen Handspiegel. Es war derselbe Spiegel, welchen ich vorhin auf dem Boden liegen sah.
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Light in the dark
FantasyWenn in der Dunkelheit ein Licht brennt, sei es noch so klein, wird die Hoffnung bestehen bleiben... - Dais ist nur der Anfang einer langen Prophezeihung. Scott und sein bester Freund Reymond werden in die Zeit, in der sich diese erfüllen soll hine...
