Noah pov:
Es zerreißt mich, sie so zu sehen. Meine kleine Schwester. So still, so blass, so verloren in diesem weißen Krankenhausbett. Sie sieht so zerbrechlich aus, als würde sie jeden Moment einfach verschwinden. Ich kann kaum atmen, wenn ich sie anschaue.
Wie kann so ein kleines Mädchen so viel durchmachen?
Sie weiß gar nicht wie ernst die Situation ist. Wie viele Sorgen wir uns die letzten Stunden gemacht haben.
Ich gehe neben ihrem Bett in die Hocke und streiche ihr ganz vorsichtig über die Stirn. Sie schaut mich mit ihren großen unschuldigen Augen an. Ich versuche nicht meine Emotionen mein Denken übernehmen zu lassen, auch wenn es sehr schwierig ist. Emma ist noch so jung und schon wieder ist ihr etwas schlimmes widerfahren.
Und ich fühle mich einfach nur schuldig.
Ich war doch derjenige, der sie beschützen sollte. Ich hätte wissen müssen, dass Zac nicht einfach aufgibt. Ich hätte die Entführung von Zac nicht auf sich beruhen lassen dürfen.
Ich hätte Mateo helfen müssen Infos von ihr zu erfahren. Aber ich habe es nicht. Ich habe geglaubt, dass sie uns die Wahrheit gesagt hat. Aber wenn ich jetzt so im Nachhinein darüber nachdachte, war es einfach total dumm von mir. Wieso hätte sie uns damals die Wahrheit sagen sollen? Sie hat uns damals überhaupt nicht vertraut.
Und ich… ich war so verdammt naiv. Ich habe wieder einmal versagt sie zu beschützen.
Hätte ich mich um eine Aussage von Emma zu der Entführung so gekümmert wie Mateo, dann wäre das nicht passiert. Zac hätte ihr nicht nochmal schaden können.
Ich schlucke schwer, während ich ihr weiter über die Stirn streiche, um nicht den Tränen freien Lauf zu lassen. Ich will stark bleiben für sie.
„Es tut mir so leid, kleine Maus…“, flüstere ich. Kaum hörbar. Fast so, als hätte ich Angst, dass die Worte sie verletzen könnten.
Sie sieht mich an, ihre Augen sind glasig, unsicher. Sie versteht nicht, was los ist. Wie auch? Sie weiß nicht, was passiert ist. Sie erinnert sich an nichts. Und irgendwie bin ich dankbar dafür. Vielleicht schützt sie das.
Aber ich… ich kann es nicht einfach so stehen lassen. Ich muss wissen, was Zac ihr angetan hat.
Ich frage mich die ganze Zeit, was Zac ihr angetan hätte, wenn Diego sie nicht gefunden hätte. Schließlich hat er ihr Drogen verabreicht. Wollte er sie damit ruhig stellen, um ihr etwas schlimmes anzutun?
Ich strich Emma ganz sanft weiter über die Stirn. Meine kleine Prinzessin ist noch so klein und unschuldig. Ich kann nicht zulassen, dass sie nochmal zu Schaden kommt. Sie hat schon viel zu viel erlebt für ihr Alter. Ich muss später unbedingt mit Chris telefonieren. Vielleicht kann er mit Emma dort in Ruhe reden. Vielleicht vertraut sie sich ihm ja an. Ich vertraue Chris vollkommen, dass er Emma weiterhelfen kann. Ich habe nur positives über seine Arbeit als Psychologe gehört und außerdem kenne ich ihn ja als langjährigen Freund. Aber jetzt muss ich erstmal selbst mit Emma reden. Auch wenn ich ihr gerne mehr Zeit gegeben hätte sich vorher zu erholen, aber ich muss die Wahrheit erfahren.
Ich atme tief durch, versuche den Arzt in mir hervorzuholen, der immer ruhig, sachlich und klar denkt, egal wie schlimm die Situation ist. Aber das funktioniert nicht. Nicht, wenn es um Emma geht. Da bin ich nicht Arzt. Da bin ich einfach nur ihr großer Bruder, der gerade unglaubliche Angst um sie hat.
Ich setze mich auf die Bettkante, nehme ihre kleine Hand in meine.
„Emma, Maus, ich muss dich jetzt was fragen, okay?“ Meine Stimme zittert. „Aber du musst ehrlich antworten. Ganz ehrlich.“
Sie schaut mich mit diesen großen Augen an, verwirrt, aber sie nickt.
Ich hole tief Luft, merke, wie mir der Hals weh tut vor lauter Nervosität und Angst.
„Hat Zac dich damals vergewaltigt?“
Ihre Augen werden groß.
„Was? Nein!“ Sie schüttelt sofort den Kopf.
,, Sicher?"
„Wieso… wieso fragst du sowas? Zac würde sowas nie machen!“
Ich sehe, wie sie nervös wird, wie sie nicht versteht, warum ich das frage. Und ich will sie nicht noch mehr durcheinanderbringen, aber ich muss sicher sein.
„Hat er dich irgendwo berührt, wo du das nicht wolltest?“
Wieder schüttelt sie den Kopf. Jetzt wirkt sie fast empört, dass ich sowas überhaupt denke.
„Nein! Wirklich nicht! Wie kommst du denn auf sowas?“
Emma schüttelte wieder sofort den Kopf. Sie wirkte jetzt komplett verwirrt, aber auch ziemlich aufgewühlt.
Sofort fiel mir ein riesen Stein vom Herzen. Ich war so unglaublich erleichtert, dass Zac ihr zumindest in diesem Sinne nichts getan hat. So konnte ich mir zumindest sicher sein, dass Emma bei der Entführung sowas nicht passiert ist. Um das aber auch dieses Mal sicher abklären zu können, musste ich aber allerdings abwarten, bis ihre Erinnerungen wiederkommen.
Heyy, das ist mein 112. Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch! Ist heute sogar mal ein bisschen längeres Kapitel als sonst🤭
Ich hab mal einen etwas anderen Schreibstil ausprobiert. Wie findet ihr es?😅
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My big brothers
قصص عامة⚡Emma ist 13 Jahre alt und hat 5 ältere Brüder und eine Schwester. Doch zu ihren Brüdern hat sie seit Jahren keinen Kontakt mehr. Was ist wenn genau diese plötzlich wieder im Mittelpunkt ihres Lebens stehen? Und was ist mit ihrer Schwester? Wenn ih...
