POV SAN
Der Adrenalinstoß, den ich bekam, als ich den Motor des Huracán aufheulen ließ, war unbeschreiblich. Das tiefe, kehlige Grollen vibrierte durch den ganzen Wagen, durch meine Knochen, durch mein verdammtes Herz. Das war es, wofür ich lebte. Dieser Moment kurz vor dem Start, wenn alles möglich war.
Wooyoung neben mir war still, was ungewöhnlich war. Normalerweise redete er nonstop, neckte mich, lenkte mich ab. Aber jetzt saß er da, seine Hände im Schoß gefaltet, und starrte durch die Windschutzscheibe auf die Strecke vor uns.
„Nervös?" fragte ich, eine Hand immer noch auf seinem Oberschenkel. Er drehte sich zu mir, ein schiefes Lächeln auf den Lippen. „Ich? Nie."
„Lügner." Ich drückte sein Bein leicht. „Du bist angespannt."
„Vielleicht ein bisschen," gab er zu. „Das hier ist... größer als die Rennen vorher. Mehr Leute. Mehr Geld auf dem Spiel."
„Und mehr Risiko." Ich nickte. „Aber das macht es interessant." Wooyoung lehnte sich zurück, seine Augen fixierten mich jetzt. „Versprich mir, dass du vorsichtig bist."
Ich lachte leise. „Youngie, das ist ein illegales Straßenrennen. Vorsicht ist nicht gerade—"
„San." Seine Stimme war ernst, seine Hand lag jetzt auf meiner. „Versprich es mir."
Ich sah ihn an, wirklich an, und erkannte die Sorge in seinen Augen. Er spielte es runter, wie immer, aber er machte sich Sorgen. Um mich. Mein Herz machte einen kleinen Sprung. „Ich verspreche es," sagte ich leise. „Ich passe auf."
Er nickte, zufrieden, und lehnte sich wieder zurück. „Gut. Denn ich habe Pläne für nach dem Rennen, und die beinhalten, dass du in einem Stück bist." Ich grinste. „Oh ja? Was für Pläne?"
„Das," er zwinkerte, „ist eine Überraschung." Bevor ich antworten konnte, ertönte die Stimme des Ansagers durch die Lautsprecher, die überall auf dem Parkplatz verteilt waren. „Fahrer, an eure Positionen! Das Rennen beginnt in zwei Minuten!"
Mein Puls beschleunigte sich. Ich rollte zur Startlinie, der Huracán schnurrte unter mir wie ein wildes Tier, das darauf wartete, losgelassen zu werden. Neben mir parkte Hongjoong in seinem Audi, sein Gesicht konzentriert hinter der Windschutzscheibe. Auf der anderen Seite war Mingi im McLaren, sein Blick fokussiert. Jongho war weiter links im GT-R, seine Hände bereits am Lenkrad.
Und dann, auf der rechten Seite, sah ich den schwarzen Mercedes AMG GT. Namjoon saß am Steuer, seine Augen trafen kurz meine, bevor er zu Hongjoongs Wagen schaute. Das war nicht gut. Was auch immer zwischen ihm und Seonghwa war, es würde diese Nacht kompliziert machen.
„Bereit?" fragte Wooyoung neben mir. „Immer," antwortete ich und legte den Gang ein.
Die Ampel über uns war rot. Rot. Rot. Die Sekunden fühlten sich wie Stunden an. Mein Fuß schwebte über dem Gaspedal, mein ganzer Körper gespannt wie eine Feder.
Dann – Grün.
Ich trat das Pedal durch, und der Huracán schoss nach vorne wie eine Rakete. Der Druck presste mich in den Sitz, die Welt um mich herum verschwamm zu einem Strom aus Lichtern und Farben. Wooyoung neben mir hielt sich am Griff über der Tür fest, aber ich hörte sein aufgeregtes Lachen über dem Motorengeräusch.
„Scheiße, San! Das ist verrückt!" schrie er, aber er grinste dabei. Ich grinste zurück, meine Augen auf der Straße. Die erste Kurve kam schnell, und ich bremste hart, zog das Lenkrad herum, spürte, wie die Reifen auf dem Asphalt quietschten. Der Wagen driftete perfekt, und als ich wieder beschleunigte, war ich direkt hinter Hongjoong.
Aber Namjoon war auch da. Der Mercedes hing an meiner rechten Seite, und ich konnte sehen, wie er versuchte, mich zu überholen. Keine Chance.
Ich schaltete hoch, trat wieder aufs Gas, und der Huracán antwortete sofort. Wir rasten die Straße entlang, die Stadtlichter flogen an uns vorbei, und alles, was ich hören konnte, war das Dröhnen des Motors und Wooyoungs aufgeregtes Keuchen neben mir.
„Links!" schrie Wooyoung plötzlich. Ich sah gerade noch rechtzeitig den anderen Wagen, der versuchte, von der Seite zu kommen. Ich zog das Lenkrad scharf nach rechts, vermied die Kollision um Zentimeter, und beschleunigte wieder. Mein Herz hämmerte in meiner Brust, aber das war der Kick. Das war der Grund, warum ich das tat.
Hongjoong war immer noch vorne, aber ich holte auf. Mingi war irgendwo hinter mir, sein McLaren ein weißer Blitz in meinem Rückspiegel. Jongho hielt sich gut, trotz des stärkeren Wettbewerbs. Und dann – die zweite Kurve. Schärfer als die erste. Ich bremste wieder, spürte, wie der Wagen ins Schleudern kam, aber ich behielt die Kontrolle. Gerade so. Als wir aus der Kurve kamen, war ich direkt neben Hongjoong.
„Komm schon, Hyung," murmelte ich. „Lass mich vorbei."
Aber Hongjoong war gut. Verdammt gut. Er blockte mich ab, hielt seine Linie, ließ keinen Raum für mich, vorbeizukommen. „San, Achtung!" Wooyoungs Stimme war schrill.
Ich sah es – Namjoon hatte sich von hinten herangeschlichen, versuchte, sich zwischen mich und Hongjoong zu drängen. Das war ein aggressiver Zug, riskant, grenzwertig selbstmörderisch.
„Was zur Hölle macht der?" knurrte ich. Aber ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Die Ziellinie kam näher, und ich musste jetzt entscheiden. Entweder ich versuchte, Hongjoong zu überholen und riskierte eine Kollision, oder ich hielt meine Position und sicherte den zweiten Platz. Ich sah zu Wooyoung. Seine Augen waren weit, aber er vertraute mir. Ich konnte es sehen.
„Halt dich fest," sagte ich.
Und dann gab ich alles. Jedes Pferdchen, jedes Newtonmeter Drehmoment. Der Huracán schrie, und wir schossen nach vorne, direkt auf die Lücke zwischen Hongjoong und der Leitplanke zu. Es war eng. So verdammt eng. Ich hörte das Kratzen von Metall, spürte den Wagen vibrieren, aber wir kamen durch. Gerade so.
Und dann – die Ziellinie. Ich flog darüber, eine halbe Wagenlänge vor Hongjoong. Ich hatte gewonnen. Ich hatte tatsächlich gewonnen.
„HOLY SHIT!" schrie Wooyoung neben mir, und dann lachte er, dieses verrückte, freudige Lachen, das ich so liebte.
Ich bremste langsam ab, mein Herz raste immer noch, und dann parkte ich am Rand. Meine Hände zitterten leicht vom Adrenalin, aber ich grinste wie ein Idiot. "Das war..." Wooyoung drehte sich zu mir, seine Augen glänzten. „Das war unglaublich."
„Ja," stimmte ich zu, immer noch grinsend. „Das war es." Dann beugte er sich rüber und küsste mich, hart und schnell, und ich schmolz in den Kuss, vergaß alles andere um uns herum.
„Ich liebe dich," flüsterte er gegen meine Lippen.
„Ich liebe dich auch, Youngie," antwortete ich.
Aber als ich aus dem Fenster schaute, sah ich Hongjoong aus seinem Audi steigen, sein Gesicht unlesbar. Und Namjoon, der aus dem Mercedes stieg, seinen Blick direkt auf Hongjoong gerichtet. Das war noch nicht vorbei.
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Thank U//seongjoong
FanfictionPark Seonghwa, dessen Eltern an einem Autounfall gestorben sind und seinen kleinen Bruder und ihn zurück ließen als er 18 war und Minjun 2 war , zieht mit seinem Onkel und kleinen Bruder nach Seoul. Dort geht er auf die Uni für musik und tanz. Am er...
