Kapitel 27

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POV SEONGHWA

Ich stieg aus dem Audi, meine Beine fühlten sich wackelig an. Das Rennen war intensiv gewesen, zu intensiv, und obwohl San gewonnen hatte, konnte ich die Spannung in der Luft immer noch spüren. Hongjoong stand neben mir, seine Hände in den Taschen, sein Blick auf Namjoon gerichtet, der langsam auf uns zukam.

„Gutes Rennen," sagte Namjoon, als er näher kam. Seine Stimme war ruhig, aber es lag etwas darunter, etwas Unausgesprochenes. „Gleichfalls," antwortete Hongjoong knapp.

Ich spürte, wie meine Handflächen schwitzten. Das hier war awkward, so unglaublich awkward. Meine Vergangenheit und meine Gegenwart standen vor mir, und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. „Hwa," Namjoon wandte sich jetzt an mich. „Können wir reden? Nur für einen Moment?"

Ich zögerte, warf einen Blick zu Hongjoong, der mich nur ansah, sein Gesichtsausdruck neutral. Aber ich konnte die Anspannung in seinem Kiefer sehen. „Ich... ja, okay," sagte ich schließlich. Hongjoong nickte einmal, kurz, und trat dann einen Schritt zurück. „Ich bin bei San."

Ich sah ihm nach, wie er zu Sans Huracán ging, wo die anderen sich bereits versammelten. Dann drehte ich mich zurück zu Namjoon, der jetzt direkt vor mir stand.

„Es tut mir leid," sagte er sofort. „Für vorhin. Ich wusste nicht, dass du... dass du mit jemandem zusammen bist."

„Das konntest du nicht wissen," antwortete ich leise. „Wir haben seit Jahren nicht geredet."

„Genau." Er rieb sich den Nacken, eine Geste, die ich so gut kannte. „Und das ist meine Schuld. Ich hätte mich melden sollen, nachdem du... nachdem du gegangen bist."

„Namjoon—"

„Nein, lass mich das sagen." Seine Augen trafen meine, ernst und voller Reue. „Als du damals verschwunden bist, nach dem... nach dem Unfall deiner Eltern, haben wir alle geglaubt, dass du Raum brauchst. Dass du Zeit brauchst. Aber dann hörten wir nichts mehr von dir. Monate. Jahre. Und ich habe mich gefragt, ob wir etwas falsch gemacht haben."

Meine Brust zog sich zusammen. Die Erinnerungen an diese Zeit waren immer noch schmerzhaft, rohe Wunden, die nie ganz geheilt waren.

„Es war nicht eure Schuld," sagte ich leise. „Ich... ich konnte einfach nicht. Alles war zu viel. Der Schmerz, die Erinnerung die mir immer noch sehr präsent ist, der Umzug, Minjun. Ich musste mich um ihn kümmern, und ich hatte keine Energie, um Kontakt zu halten."

„Ich verstehe das," sagte Namjoon. „Aber wir waren deine Familie, Hwa. Wir hätten dir helfen können."

„Ich weiß." Meine Stimme brach ein wenig. „Ich weiß, und es tut mir leid. Es tut mir so leid, dass ich einfach verschwunden bin." Namjoon trat näher und legte seine Hände auf meine Schultern. „Hey, es ist okay. Wir sind hier jetzt. Und ich will, dass du weißt, dass wir immer noch hier sind. Für dich. Egal was."

Ich nickte, konnte aber die Tränen nicht zurückhalten, die in meinen Augen brannten. „Danke," flüsterte ich. Er zog mich in eine Umarmung, und ich ließ es zu. Es fühlte sich vertraut an, sicher, wie nach Hause kommen nach einer langen Reise. Aber gleichzeitig wusste ich, dass mein Zuhause jetzt woanders war. Bei Hongjoong. Bei den Jungs.

Als wir uns lösten, wischte ich mir über die Augen. „Du solltest wissen, dass ich glücklich bin. Mit Hongjoong. Mit meinem Leben jetzt."

„Das sehe ich," sagte Namjoon mit einem kleinen Lächeln. „Er scheint... beschützend zu sein." Ich lachte leise. „Das ist er. Sehr sogar."

„Gut." Namjoon nickte. „Du verdienst jemanden, der auf dich aufpasst." Wir standen für einen Moment in komfortabler Stille, dann sagte Namjoon: „Wir sollten uns treffen. Alle zusammen. Die Jungs würden dich gerne wiedersehen, richtig. Nicht nur so zufällig bei einem Rennen."

„Ich würde das gerne," antwortete ich ehrlich. „Aber ich muss mit Hongjoong darüber reden. Er muss damit einverstanden sein."

„Natürlich." Namjoon lächelte. „Sag mir Bescheid, ja?"

„Mache ich."

Er drückte kurz meinen Arm, dann drehte er sich um und ging zurück zu seinen Freunden, die immer noch beim Mercedes standen und zusahen. Ich atmete tief durch, versuchte, meine Emotionen zu sortieren, dann machte ich mich auf den Weg zurück zu Hongjoong und den anderen.

Als ich ankam, standen sie alle im Kreis, lachten über etwas, das San gerade gesagt hatte. Wooyoung hing an Sans Arm, Yunho lehnte gegen Mingi, Yeosang stand neben Jongho, und Hongjoong... Hongjoong stand etwas abseits, seine Augen auf mir, als ich näher kam.

Ich ging direkt zu ihm, ohne ein Wort zu sagen, und legte meine Arme um seinen Hals. Er zögerte nur kurz, dann legte er seine Arme um meine Taille, zog mich fest an sich.

„Alles okay?" murmelte er in mein Ohr.

„Jetzt schon," antwortete ich.

Er drückte mich fester, und ich spürte, wie sich etwas in mir entspannte. Das hier war richtig. Das war, wo ich hingehörte.

„Ich liebe dich," flüsterte ich. „Ich liebe dich auch, Hwa," antwortete er.

Die anderen beobachteten uns mit unterschiedlichen Ausdrücken – Wooyoung grinste, Yunho lächelte sanft, Yeosang sah zufrieden aus, und San, Mingi und Jongho nickten nur anerkennend.

„Also," sagte Wooyoung schließlich, seine Stimme durchbrach die Stille. „Wer ist hungrig? Ich sterbe hier." Wir lachten alle, und die Spannung löste sich auf. Hongjoong löste sich von mir, aber hielt meine Hand fest. „Lass uns gehen," sagte er. Und wir gingen. Zusammen. Als Gruppe. Als Familie.

Thank U//seongjoongGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt