POV HONGJOONG
Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und betrachtete das Foto auf meinem Schreibtisch. Es war von unserer Hochzeit, vor neunzehn Jahren. Seonghwa und ich, beide lächelnd, seine Hand in meiner, die Ringe an unseren Fingern glänzten im Sonnenlicht. Neben uns standen alle – Yunho und Mingi, San und Wooyoung, Jongho und Yeosang, und Minjun, der damals erst zehn gewesen war, strahlend in seinem kleinen Anzug.
So viel hatte sich seitdem verändert. Wir hatten eine kleine Tochter Ausha, sie ist ein wahrer Engel.
„Onkel?" Eine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaute auf und sah Minjun in der Tür stehen. Er war jetzt neunundzwanzig, groß und selbstbewusst, arbeitete als Kunst-Direktor in der Kreativ-Abteilung von Kim Entertainment.
„Hey," sagte ich und deutete ihm, hereinzukommen. „Was kann ich für dich tun?"
„Ich wollte die finalen Entwürfe für die Herbst-Kampagne mit dir durchgehen." Er setzte sich und legte eine Mappe auf den Tisch. „Aber zuerst... alles gut? Du siehst nachdenklich aus."
Ich lächelte. „Nur nostalgisch. Heute ist unser Jahrestag."
„Oh, richtig!" Seine Augen leuchteten auf. „Neunzehn Jahre, oder?"
„Neunzehn Jahre," bestätigte ich. „Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht."
„Sag das nicht. Du machst mich alt." Er grinste. „Wo ist mein Bruder mit Ausha?"
„In der Tanzschule. Er unterrichtet heute die fortgeschrittene Klasse und sie wollte zugucken." Seonghwa hatte vor fünf Jahren beschlossen, sich mehr auf das Modeln zu konzentrieren, hatte seine eigene Tanzschule eröffnet. Er modelte immer noch gelegentlich – für besondere Projekte – aber seine wahre Leidenschaft war es, sein Wissen weiterzugeben.
„Ah, richtig. Ich habe ihn letzte Woche dort besucht. Seine Schüler lieben ihn, aber sie viel mehr."
„Das tun sie." Ich war so unglaublich stolz auf Seonghwa, auf alles, was er erreicht hatte.
Minjun öffnete die Mappe und begann, die Entwürfe zu zeigen. Sie waren brilliant, wie immer. Er hatte definitiv das künstlerische Talent seiner Eltern geerbt.
„Das hier," ich zeigte auf ein bestimmtes Design, „das könnte für die Hauptkampagne funktionieren."
„Dachte ich mir auch." Er nickte zufrieden. „Ich werde mit dem Team darüber sprechen." Als er ging, schaute ich wieder auf das Foto. So viele Erinnerungen. So viel Leben.
Später am Abend trafen wir uns alle – wie jeden Monat – zum gemeinsamen Abendessen. Diesmal war es bei Yunho und Mingi, deren Haus groß genug war, um alle unterzubringen.
„Uncle Joong!" Ein kleines Mädchen rannte auf mich zu, sobald ich durch die Tür trat. Das war Hana, San und Wooyoungs Adoptivtochter. Sie war sechs Jahre alt, voller Energie, und alle liebten sie.
„Hey, Prinzessin," sagte ich und hob sie hoch. „Wo sind deine Dads?"
„In der Küche, sie streiten sich, wer das Dessert gemacht hat," sagte sie ernst, und ich musste lachen. „Natürlich tun sie das."
Ich trug sie ins Wohnzimmer, wo bereits die anderen warteten. Yeosang und Jongho saßen auf dem Sofa, ihre Zwillinge – Jungwoo und Minho, beide vierzehn – spielten mit ihren Handys in der Ecke. Yunho kam aus der Küche, gefolgt von Mingi, beide trugen Tabletts mit Essen.
„Ihr seid spät," neckte Yunho. „Traffic," entschuldigte sich Seonghwa, der gerade hinter mir eintrat und Ausha ihre Jacke auszog. „Sorry."
„Kein Problem. Wir haben auf euch gewartet."
Wir setzten uns alle an den großen Esstisch, der mit Essen überladen war. Es war laut, chaotisch, perfekt. Die Kinder stritten sich über irgendetwas, die Erwachsenen lachten, erzählten Geschichten, neckten sich gegenseitig.
„Weißt du noch," begann Wooyoung irgendwann, sein Glas Wein in der Hand, „als wir alle College-Kids waren, Seonghwa neu und so viel verrücktes passiert ist?"
„Oh Gott," stöhnte Seonghwa. „Rede mir nicht davon."
„Das waren gute Zeiten," sagte San mit einem nostalgischen Lächeln. „Das waren rücksichtslose Zeiten," korrigierte Jongho. „Wir hätten uns umbringen können."
„Aber haben wir nicht," warf Mingi ein. „Und es hat uns alle zusammengebracht."
„Stimmt," stimmte Yunho zu. „Ohne diese verrückten Nächte wären wir jetzt vielleicht nicht alle hier." Ich sah zu Seonghwa hinüber, der bereits auf mich schaute. Unsere Augen trafen sich, und wir lächelten beide. Er hatte immer noch dieses Lächeln, das mein Herz schneller schlagen ließ, diese Augen, in denen ich mich verlieren konnte.
„Ich bin dankbar," sagte ich laut, mein Glas erhebend. „Für euch alle. Für diese Familie, die wir aufgebaut haben. Für all die Jahre, die wir zusammen hatten, und all die Jahre, die noch kommen werden."
„Hört, hört," sagte Wooyoung und erhob ebenfalls sein Glas. „Auf uns," sagte Seonghwa leise, seine Hand fand meine unter dem Tisch. „Auf uns," wiederholten wir alle im Chor und stießen an.
Später, als wir zu Hause waren, lag ich im Bett, Seonghwa an meine Seite gekuschelt. Seine Haare hatten jetzt ein paar silberne Strähnen, feine Linien zeigten sich um seine Augen, aber für mich war er genauso schön wie an dem Tag, an dem ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte.
„Woran denkst du?" fragte er leise, seine Finger zeichneten Muster auf meine Brust. „An uns. An alles, was wir durchgemacht haben. An alles, was wir erreicht haben."
„Bereust du irgendetwas?"
„Nicht eine Sekunde," antwortete ich sofort. „Du?"
„Nein." Er küsste meine Schulter. „Auch nicht eine einzige Sekunde."
„Gut." Ich drehte mich, sodass ich ihn ansehen konnte. „Denn ich würde alles wieder genauso machen, wenn es bedeutet, dass ich am Ende bei dir lande." Seine Augen wurden feucht. „Hongjoong..."
„Ich meine es ernst, Hwa. Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Damals, heute, immer."
„Ich liebe dich," flüsterte er. „So sehr."
„Ich liebe dich auch." Ich küsste ihn, sanft, voller all der Liebe, die ich in den letzten zwanzig Jahren angesammelt hatte. „Auf die nächsten zwanzig Jahre."
„Und die zwanzig danach," fügte er hinzu. „Und alle danach."
Wir lagen da, im Dunkeln, hielten uns gegenseitig fest. Draußen lebte die Stadt weiter, aber hier drinnen war alles still, friedlich, perfekt. Wir hatten unsere Kämpfe gehabt, unsere Herausforderungen, unsere Momente des Zweifels. Aber wir hatten auch unsere Triumphe gehabt, unsere Freuden, unsere Familie.
Und am Ende war das alles, was zählte. Einander. Für immer.
ENDE
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Thank U//seongjoong
FanfictionPark Seonghwa, dessen Eltern an einem Autounfall gestorben sind und seinen kleinen Bruder und ihn zurück ließen als er 18 war und Minjun 2 war , zieht mit seinem Onkel und kleinen Bruder nach Seoul. Dort geht er auf die Uni für musik und tanz. Am er...
