Kapitel 28

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POV YUNHO

Der Regen kam aus dem Nichts. Einen Moment war der Himmel klar, die Sterne sichtbar, und im nächsten Moment öffneten sich die Schleusen. Es war ein warmer Sommerregen, der Art, die die Luft frisch macht und nach Erde und Leben riecht. Wir rannten alle zum nächsten Unterstand – ein altes, überdachtes Bushaltestelle, die kaum groß genug für uns alle war.

„Verdammt!" fluchte Wooyoung und schüttelte seine nassen Haare. „Mein Outfit ist ruiniert!"

„Dein Outfit war schon vorher eine Katastrophe," neckte Yeosang, und Wooyoung schnitt ihm eine Grimasse. Ich lachte, aber meine Aufmerksamkeit war auf Mingi gerichtet, der neben mir stand, Wassertropfen rannen über sein Gesicht, seine Haare klebten an seiner Stirn. Er sah... atemberaubend aus. Nicht, dass er das nicht immer tat, aber im Regen, mit diesem Ausdruck der Überraschung auf seinem Gesicht, sah er fast verletzlich aus.

„Hey," sagte ich leise und berührte seinen Arm. „Alles gut?" Er drehte sich zu mir, ein sanftes Lächeln auf den Lippen. „Ja, nur nass."

„Das sind wir alle." Ich grinste. „Aber hey, wenigstens ist es warm."

„Stimmt." Er sah zum Himmel, der Regen trommelte auf das Blechdach über uns. „Ich liebe Regen."

„Wirklich? Das hast du noch nie erwähnt" Das überraschte mich. Mingi hatte nie erwähnt, dass er Regen mochte. In all den Jahren in denen wir uns kennen.

„Ja." Seine Stimme war sanft, fast träumerisch. „Es fühlt sich an, als würde die Welt neu beginnen. Alles wird sauber gewaschen." Ich betrachtete ihn, sein Profil im schwachen Licht der Straßenlaterne. Mein Herz machte einen kleinen Sprung, und ich realisierte, dass ich nur ihn will bis ans Ende meines Lebens.

„Mingi," begann ich, meine Stimme leiser als beabsichtigt. „Ich muss dir etwas sagen." Er drehte sich zu mir, seine Augen trafen meine. „Was ist?" Ich atmete tief durch. Der Moment, auf den ich gewartet hatte, ohne zu wissen, dass ich darauf wartete. Ich will es ihm nochmal... richtig sagen.

„Ich..." Ich stockte, suchte nach den richtigen Worten. „Ich mag dich. Mehr als nur als Freund. Ich... ich glaube, ich bin in dich verliebt."

Die Stille, die folgte, war ohrenbetäubend, trotz des Regens. Mingi starrte mich an, seine Augen weit, sein Mund leicht geöffnet. Ich konnte nicht einschätzen, was er dachte, und Panik begann in meiner Brust aufzusteigen. „Verdammt, das war dumm, oder?"

„Yunho." Seine Stimme schnitt durch meine panischen Gedanken. „Halt die Klappe." Ich blinzelte. „Was?" Und dann küsste er mich.

Es war nicht wie in den Filmen, nicht perfekt choreographiert oder sanft. Es war nass, etwas ungeschickt, weil wir beide überrascht waren, aber es war perfekt. Seine Lippen waren weich, schmeckten nach Regen und etwas Süßem, das ich nicht identifizieren konnte. Meine Hände fanden ihren Weg zu seinem Gesicht, hielten ihn fest, als hätte ich Angst, dass er verschwinden würde.

Als wir uns lösten, keuchend, unsere Stirnen gegeneinander gelehnt, flüsterte er: „Ich bin auch in dich verliebt, du Idiot. Ich dacht das wäre schon klar"

Ich lachte, ein glückliches, erleichtertes Lachen. „Aber ich wollte es noch mal richtig sagen"

„Touché." Wir standen da, im Regen, unter dem spärlichen Schutz der Bushaltestelle, und lachten. Es war verrückt, surreal, und absolut perfekt.

„Also," sagte Mingi schließlich, ein schelmisches Grinsen auf seinem Gesicht. „Sind wir jetzt zusammen?"

„Ich denke schon," antwortete ich, immer noch grinsend. „Außer du willst nicht—"

„Ich will." Seine Stimme war fest, sicher. „Ich will definitiv."

„Gut." Ich küsste ihn wieder, kürzer diesmal, aber nicht weniger bedeutungsvoll.

„Ähm, Leute?" Wooyoungs Stimme durchbrach unsere kleine Blase. „Nicht dass wir euch nicht gönnen, aber könnten wir bitte irgendwohin gehen, wo es trocken ist?"

Wir lösten uns, beide ein wenig verlegen, und sahen zu den anderen. Sie alle grinsten uns an – Seonghwa und Hongjoong sahen besonders zufrieden aus, Yeosang rollte mit den Augen, aber sein Lächeln verriet ihn, und San und Wooyoung klatschten sogar.

„Endlich!" rief Wooyoung. „Halt die Klappe, Woo," murmelte Mingi, aber er grinste dabei.

„Der Regen lässt nach," bemerkte Jongho und zeigte zum Himmel. Tatsächlich, das Prasseln wurde leiser, und die Wolken begannen sich zu teilen. „Dann lasst uns zu mir fahren," schlug Hongjoong vor. „Wir können uns da trocknen und etwas essen."

Alle stimmten zu, und wir machten uns auf den Weg zurück zu den Autos. Mingi hielt meine Hand fest, als wären wir Teenager auf ihrem ersten Date, und ehrlich gesagt fühlte es sich genau so an. „Ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert ist," flüsterte ich ihm zu.

„Besser glauben," antwortete er und drückte meine Hand. „Denn ich lasse dich nicht mehr los." Mein Herz explodierte fast vor Glück.

Thank U//seongjoongGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt