Kapitel 24

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POV SEONGHWA

Das Dröhnen der Motoren, das Kreischen der Menge, das Knattern von Auspuffen – alles vibrierte in meinen Ohren. Ich lehnte mich gegen Hongjoong's Audi, während die Jungs über die Strecke diskutierten. Sie waren konzentriert, aufgeregt, voller Adrenalin. Nur ich... ich musste dringend aufs Klo.

„Verdammt," murmelte ich leise. Meine Blase interessierte sich nicht für Autorennen.

„Was ist?" fragte Yeosang, der neben mir stand, ohne von seinem Handy aufzuschauen, da er seine Mutter noch schnell beruhigen musste. Sie wusste ja nicht wo wir waren....

Ich schob mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Muss kurz... weg."

Sein hochgezogener Blick verriet, dass er sofort wusste, was ich meinte. Er grinste. „Dixiklos hinten links. Viel Spaß."

Ich rollte mit den Augen, aber ein kleines Lächeln rutschte mir über die Lippen. Typisch Yeosang.

Die „Toiletten" waren alles andere als königlich. Ein klappriges, nach Chemie stinkendes Dixiklo, das schon bessere Tage gesehen hatte. „Warum... tue ich mir das an?" murmelte ich, während ich die Tür aufzog. Drinnen war es eng, stickig und definitiv nichts für empfindliche Nasen.

„Schnell rein, schnell raus," flüsterte ich mir selbst zu, als wäre es ein Mantra an dem mein Leben abhängen würde.

Ein paar Minuten später trat ich wieder hinaus, tief die frische Nachtluft einatmend, als hätte ich gerade einen Kampf überlebt. „Gott sei Dank."

Ich wollte gerade zurück zu den Jungs gehen, als Stimmen meine Aufmerksamkeit erregten. Tiefe, vertraute Stimmen. Ich blieb stehen.

Und dann sah ich sie.

Sie standen etwas abseits, nicht weit von den Wagen entfernt. Das Neonlicht spiegelte sich auf ihren Gesichtern, jeder von ihnen strahlte dieselbe unnahbare Aura aus wie immer. Es waren meine Freunde von damals. Meine ehemalige Familie....

„Hwa?" die Stimme ließ mich erstarren. Namjoon.

Langsam drehte ich mich um. Unsere Blicke trafen sich. Ein warmes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus, so echt, dass es mich in Sekunden zurück in die Vergangenheit katapultierte.

„Namjoon..." hauchte ich, ehe er schon auf mich zukam. Keine zwei Sekunden später zog er mich in eine feste Umarmung. Es fühlte sich an wie früher. Wie Zuhause.

„Du verdammter Idiot," lachte er leise gegen meine Schulter. „Du bist einfach verschwunden damals."

„Es... es war kompliziert," antwortete ich, doch ich konnte mein Grinsen nicht unterdrücken. Plötzlich hörte ich ein freudiges Quietschen, und Jimin war der nächste, der mich umarmte. „Hwa! Du siehst genauso gut aus wie früher, vielleicht sogar besser." Er zwinkerte, und ich lachte unsicher.

„Lasst ihn atmen," mischte sich Yoongis Stimme ein, trocken wie immer. Doch selbst er schmunzelte, als unsere Blicke sich trafen. Ehe ich mich versah, war ich von allen umringt. Taehyung klopfte mir auf die Schulter, Jungkook zog mich in eine halb spaßige Umarmung, Jin strahlte mich an, als hätte er seinen kleinen Bruder wiedergefunden. Und Namjoon... ließ seinen Arm einfach um meine Schultern liegen. Locker, selbstverständlich. Fast so, als hätte er Angst, mich wieder zu verlieren, wenn er losließ.

„Es fühlt sich an, als wäre nichts passiert," sagte er leise, und mein Herz krampfte.

„Doch, vieles ist passiert," murmelte ich, aber ich konnte mich nicht von ihm lösen. Wir redeten. Über alte Zeiten, über belanglose Dinge, lachten über dumme Witze. Jimin brachte mich zum Lachen, Jungkook frotzelte herum, Jin erzählte Geschichten, und Namjoon hielt mich die ganze Zeit fest an seiner Seite. Es war schön. Zu schön. Ich vergaß fast, wo ich war.

„Seonghwa?" die Stimme ließ mich zusammenzucken. Ich drehte mich um – und da stand er. Hongjoong.

Seine Augen glitten sofort zu Namjoons Arm, der noch immer um meine Schultern lag. Ein Zucken in seinem Kiefer verriet, was er dachte, und meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

„Hongjoong," begann ich, wollte etwas sagen, doch er war schon nähergetreten.

„Du bist ziemlich lange weg gewesen," meinte er knapp, seine Stimme ruhig, aber mit einem Tonfall, der mir Gänsehaut machte.

Die Spannung war sofort spürbar. Meine alten Freunde musterte ihn, wie Raubtiere, die einen Fremden in ihrem Revier entdeckten. Namjoon zog die Augenbrauen leicht hoch, sein Arm blieb bewusst locker um mich gelegt. „Er hat nur mit alten Freunden geredet."

„Alte Freunde," wiederholte Hongjoong, und ein kühles Lächeln huschte über sein Gesicht. „Interessant."

Bevor ich reagieren konnte, bevor ich etwas abmildern konnte, packte Hongjoong mich sanft, aber bestimmt an meiner Hüfte, drehte mich zu sich – und küsste mich. Es war kein zarter Kuss. Kein vorsichtiges Berühren. Es war ein Statement. Ein Besitzanspruch. Dennoch ließ ich mich wie jedes mal fallen. Mein Herz raste, Hitze schoss mir ins Gesicht. Ich hörte das überraschte Raunen der Jungs. Als Hongjoong sich löste, blieb er dicht bei mir, seine Stirn fast an meiner. 

„Nur, damit es keine Missverständnisse gibt," sagte er leise, aber so, dass jeder es hören konnte. Die Stille danach war ohrenbetäubend. Jimin blinzelte verwirrt, Yoongi verzog die Lippen, Jungkook grinste schief, als hätte er gerade das beste Drama seines Lebens gesehen. Namjoon jedoch... blieb ernst, sein Blick ruhte auf mir, nicht auf Hongjoong.

Ich fühlte mich zerrissen. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen alten Freunden, die sich immer noch wie Familie anfühlten, und meinem Mann, der jetzt mein Zuhause war.

Doch eines war klar: Dieses Treffen hatte die Spannung zwischen unseren Welten nur noch verschärft.

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Sorry für das verspätete Update 😊🤗

Thank U//seongjoongGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt