POV SEONGHWA
Verschlafen reibe ich mir über die Augen, das matte Morgenlicht dringt durch den Vorhang und lässt Staubpartikel wie kleine Sterne in der Luft tanzen. Als mein Blick scharf wird, sehe ich in ein Paar dunkle, warme Augen – so tief und reich wie flüssige Schokolade. Sie halten mich fest, als könnten sie mich im Moment verankern, während sich meine Gedanken noch irgendwo zwischen Traum und Realität verlieren.
Eine sanfte Hand streicht mir lose Strähnen aus dem Gesicht, die sich in der Nacht über mein Kissen verteilt haben. Dann ein zarter Kuss auf meine Stirn, so federleicht, dass ich fast glaube, ihn mir eingebildet zu haben.
„Guten Morgen, mein Engel," flüstert Joongie, seine Stimme noch rau vom Schlaf. Seine Lippen finden meinen Hals, setzen dort kleine, warme Feuer, und ich spüre, wie Gänsehaut sich an meinem Nacken ausbreitet. Ein wohliger Schauer läuft mir den Rücken hinab, kein kalter, beunruhigender, sondern einer, der mich gleichzeitig beruhigt und aufwühlt.
„Morgen," murmele ich und schiebe mein Gesicht gegen seine Brust, atme seinen Geruch ein – ein Mix aus Waschmittel, Lederjacke und etwas, das nur er hat.
Doch dann durchbricht ein Gedanke meine schläfrige Blase.
Warte mal...
Meine Stirn legt sich in Falten, mein Herzschlag beschleunigt sich.
Wieso ist er hier? Wo bin ich überhaupt? Was ist gestern passiert?
Ich reiße die Augen auf und setze mich ruckartig auf. Sofort pocht mein Kopf schmerzhaft, als würde ein Presslufthammer hinter meiner Stirn arbeiten. Meine Blicke huschen durch den Raum – und die Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag.
Das ist... Joongies Zimmer.
„Scheiße..." entweicht es mir flüsternd. „Wo zum Teufel... sind die anderen?"
Joongie richtet sich ebenfalls auf, seine Hand schwebt kurz in der Luft, als wolle er mich beruhigen, ohne mich zu bedrängen. „Beruhig dich erstmal," sagt er sanft, aber mit diesem Unterton, der keine Widerworte zulässt. „Zieh dir das hier an, dann machen wir Frühstück. Danach erklären wir euch alles."
Er reicht mir seinen Pulli – den, den ich immer klauen wollte, weil er viel zu groß ist und mich darin verschluckt – und eine Jogginghose. Meine Finger zittern, als ich den Stoff annehme.
Später, in der Küche, herrscht eine fast gespenstische Stille. Nur das Klingen von Besteck und das leise Summen des Kühlschranks durchbrechen sie. Mingi sitzt neben Yunho, deren Knie sich immer wieder zufällig berühren. San und Wooyoung tauschen verstohlene Blicke aus, bei denen sie denken, keiner würde es bemerken. Yeosang sitzt auf der Armlehne von Joongies Stuhl, sein Blick aufmerksam auf mich gerichtet.
Ich spüre die Anspannung in jedem von ihnen – wie eine unsichtbare Wolke, die über dem Tisch hängt.
Joongie steht schließlich auf. Er stützt die Hände auf die Tischkante, beugt sich leicht vor. Seine Augen scannen jeden Einzelnen von uns, als wolle er sicherstellen, dass wir ihm zuhören.
„Der Grund, weshalb wir euch gestern... abgeholt haben – oder eher entführt – war folgender:" Er atmet einmal tief durch. „Wir nehmen an illegalen Rennen teil. Und wir sind in dieser Szene... nicht gerade unbekannt."
Ein nervöses Lachen von Wooyoung, sofort von einem Blick Sanns im Keim erstickt.
„Das bedeutet, wir haben Feinde. Leute, die genau wissen, dass wir alles tun würden, um euch zu schützen." Joongies Stimme wird härter, er richtet sich auf. „Gestern haben wir erfahren, dass sie herausgefunden haben, wo ihr wohnt. Sie haben begonnen, eure Wohnungen zu durchsuchen. Sie wollten euch entführen. Foltern."
Das Wort foltern trifft mich wie ein Schlag in den Magen. Meine Gabel fällt auf den Teller, das metallische Klirren klingt viel zu laut. Mein Atem beschleunigt sich, die Wände scheinen näher zu rücken. Bilder drängen sich in meinen Kopf – von fremden Händen, die mich packen, von den Gesichtern der Jungs, blutverschmiert und verletzt.
Mein Blick verschwimmt, meine Hände zittern. Ich hyperventiliere.
„Hey, hey, Hwa..." Yunho rutscht sofort zu mir, legt mir beruhigend eine Hand auf den Rücken. „Langsam atmen. Mit mir, okay? Ein... aus..."
„Es... es hätte..." Meine Stimme bricht. „Ihr... ihr hättet—"
„Es ist nichts passiert." Mingi beugt sich vor, seine sonst so laute Stimme leise und fest. „Wir sind hier. Wir sind alle hier."
Neben mir murmelt San etwas zu Wooyoung, wahrscheinlich um ihn davon abzuhalten, gleich mit irgendeinem sarkastischen Spruch die Spannung zu durchbrechen. Yeosang schiebt mir wortlos ein Glas Wasser zu.
Joongie kommt um den Tisch, kniet sich vor mich, sodass seine Augen auf gleicher Höhe mit meinen sind. „Seonghwa. Niemand wird dich anfassen. Nicht solange ich atme." Seine Hand umschließt meine, fest, warm, so real. „Und nicht nur ich. Wir alle."
Ich schlucke, zwinge mich, den Blick von seinen Augen nicht abzuwenden. In ihnen liegt keine Spur von Unsicherheit – nur ein eisernes Versprechen.
Nach einer Weile löst sich die angespannte Stille. Wooyoung murmelt etwas über „Frühstück, das kalt wird", und Yunho stupst ihn an, halb warnend, halb liebevoll. Mingi schiebt ihm den Teller zurück, den er ihm vorhin weggenommen hat, und ihre Finger berühren sich ein wenig zu lange. San nippt an seinem Kaffee, sein Blick wandert immer wieder zu Wooyoung, als müsse er sich vergewissern, dass er wirklich hier ist.
Joongie richtet sich wieder auf und verschränkt die Arme. „Wir werden euch die nächsten Tage hierbehalten. Keine Diskussion. Wir müssen herausfinden, wer dahintersteckt, bevor ihr wieder allein rausgeht."
„Und wenn die schon wissen, wo wir wohnen?" frage ich leise, meine Stimme immer noch brüchig.
„Dann lassen wir sie es bereuen," sagt Yeosang von der Seite, seine Stimme so ruhig, dass es mir eine Gänsehaut jagt, da ich es nicht gewohnt bin so eine Seite von ihm zu sehen.
Ich sehe, wie Joongie ihm einen knappen Blick zuwirft – ein unausgesprochenes Einverständnis.
Mingi lehnt sich zurück, zieht Yunho näher an sich. „Wir sind nicht nur Racer. Wir wissen, wie man kämpft."
Wooyoung grinst schief. „Und wie man gewinnt."
San schüttelt den Kopf, aber ich sehe das Funkeln in seinen Augen. „Immer." Und küsst Woo auf seinen Kopf.
Joongie legt mir kurz die Hand auf die Schulter, bevor er zurück zu seinem Platz geht. „Also... wir essen jetzt. Danach fangen wir an, Pläne zu schmieden."
Und während ich in meinen Kaffee starre, spüre ich zum ersten Mal seit gestern das kleinste, zarte Gefühl von Sicherheit. Nicht, weil die Gefahr vorbei ist – sondern weil ich weiß, dass keiner von ihnen zulassen wird, dass ich falle.
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Sorry ihr Süßen, dass es so lange gedauert hat... hatte einfach zu viel zu tun <3
Deswegen habe ich dieses Kapitel extra lang gemacht, ich hoffe euch gefällt es <3
Falls ihr Fragen habt, stellt sie ruhig xD
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Thank U//seongjoong
FanfictionPark Seonghwa, dessen Eltern an einem Autounfall gestorben sind und seinen kleinen Bruder und ihn zurück ließen als er 18 war und Minjun 2 war , zieht mit seinem Onkel und kleinen Bruder nach Seoul. Dort geht er auf die Uni für musik und tanz. Am er...
