Kapitel 25

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POV HONGJOONG

Die Luft zwischen uns war so dick, dass man sie hätte schneiden können. Ich spürte, wie Seonghwas Körper unter meiner Hand an seiner Hüfte vibrierte – ob vor Verlegenheit oder etwas anderem, konnte ich nicht sagen. Aber es war mir auch egal. Alles, was zählte, war, dass dieser Namjoon seine verdammten Hände von meinem Mann genommen hatte.

„Hongjoong," Seonghwas Stimme war leise, fast flehend. Ich sah ihn an, seine Augen waren groß, verwirrt, zerrissen zwischen den Welten, die gerade aufeinandergeprallt waren. „Wir sollten gehen," sagte ich, ohne den Blick von ihm zu nehmen. „Das Rennen fängt bald an." Namjoon räusperte sich. „Hwa... wir sollten uns mal treffen. Richtig reden. Es gibt so viel—" „Vielleicht," unterbrach ich ihn, meine Stimme ruhig aber bestimmt. „Aber heute Abend gehört er mir."

Die Stille, die folgte, war schwer. Jimin wechselte einen Blick mit Yoongi, der nur die Augenbrauen hochzog. Jungkook grinste immer noch, als wäre das alles eine Show für ihn. Taehyung beobachtete die Szene mit undurchdringlicher Miene, während Jin aussah, als würde er gleich dazwischengehen.

Aber es war Namjoon, dessen Reaktion mich am meisten interessierte. Er sah Seonghwa an, lange und intensiv, dann nickte er langsam. „Pass auf dich auf, Hwa. Du weißt, wo du uns findest."

Ich spürte, wie Seonghwa neben mir erstarrte, aber ich gab ihm keine Zeit zu antworten. Sanft, aber bestimmt, führte ich ihn weg von der Gruppe, zurück zu unserem Audi, wo die anderen bereits warteten.

„Hongjoong, warte—" begann Seonghwa, aber ich drehte mich zu ihm um, meine Hände jetzt auf beiden Seiten seines Gesichts. „Nicht hier," sagte ich leise. „Nicht jetzt. Wir reden später darüber, okay?"

Seine Augen suchten meine, voller unausgesprochener Worte, Entschuldigungen, Erklärungen. Aber er nickte schließlich, und ich konnte sehen, wie sich seine Schultern ein wenig entspannten. „Okay," flüsterte er.

Als wir zum Auto zurückkamen, warteten die anderen bereits. San lehnte gegen seinen Huracán, Wooyoung an seiner Seite, der uns mit hochgezogenen Augenbrauen ansah. Mingi und Yunho standen beim McLaren, Yunhos Hand lag locker auf Mingis Arm. Jongho und Yeosang waren beim GT-R, beide mit verschränkten Armen, beobachteten aber alles mit wachsamen Augen.

„Drama?" fragte Wooyoung mit einem Grinsen, das zu breit war, um unschuldig zu sein. „Halt die Klappe, Woo," murmelte Seonghwa, aber ohne echte Schärfe. San richtete sich auf. „Alles okay, Hyung?" Ich nickte kurz. „Alles unter Kontrolle. Lasst uns konzentrieren. Das Rennen—"

„War das nicht - ?" Yunhos Stimme war vorsichtig, fast ehrfürchtig.  Seonghwa seufzte tief. „Ja. Das waren sie." „Und du kennst sie... wie?" Jongho klang mehr neugierig als vorwurfsvoll.

„Lange Geschichte," antwortete Seonghwa und rieb sich über die Stirn. „Eine, die ich lieber nicht jetzt erzähle." Mingi wechselte einen Blick mit mir. „Sie sind hier zum Rennen?"

„Sieht so aus." Meine Stimme war neutral, aber in meinem Kopf drehten sich bereits die Gedanken. BTS bei einem illegalen Straßenrennen? Das war kein Zufall. Sie waren hier aus einem Grund, und wenn Seonghwa sie kannte, dann war das eine Verbindung, über die wir reden mussten. Aber nicht jetzt.

„Okay, Leute," sagte ich und klatschte in die Hände. „Konzentriert euch. Wir sind hier, um zu gewinnen, nicht um alte Bekannte zu treffen. San, Mingi, Jongho – ihr seid bereit?"

Die drei nickten synchron, ihre Gesichter wurden ernst. Das war es, was ich an ihnen liebte. Egal was passierte, wenn es ums Rennen ging, waren sie fokussiert.

„Gut. Dann lasst uns das durchziehen."

Ich öffnete die Fahrertür des Audi, aber bevor ich einstieg, zog ich Seonghwa zu mir, drückte meine Lippen fest auf seine. Dieser Kuss war anders als der vorherige – weniger besitzergreifend, mehr versichernd. Als ich mich löste, flüsterte ich gegen seine Lippen: „Ich liebe dich. Vergiss das nicht." Seine Augen wurden weich, und er nickte. „Ich liebe dich auch."

Wir stiegen ein, und ich startete den Motor. Das vertraute Brummen des RS5 ließ meine Nerven sich beruhigen. Das hier konnte ich kontrollieren. Das Auto, die Straße, die Geschwindigkeit. Seonghwa neben mir war still, seinen Blick aus dem Fenster gerichtet. Ich legte meine Hand auf sein Knie, drückte leicht.

„Hey," sagte ich leise. „Wir sind okay. Du und ich. Okay?"

Er drehte sich zu mir, ein schwaches Lächeln auf den Lippen. „Okay."

„Gut. Denn nach diesem Rennen," ich grinste jetzt, „habe ich vor, dich mit nach Hause zu nehmen und dir zu zeigen, wem du gehörst." Seine Wangen färbten sich rot, aber er lachte leise. „Hongjoong..."

„Was? Ich meine es ernst." Ich zwinkerte ihm zu, bevor ich Gas gab und zur Startlinie rollte.

Die Menge teilte sich, als wir uns näherten. Die anderen Fahrer waren bereits da, ihre Autos glänzten unter den Neonlichtern. Ich erkannte ein paar Gesichter – Stammgäste dieser illegalen Rennen, Leute, die genauso verrückt waren wie wir. Aber dann sah ich sie. Auf der anderen Seite der Startlinie. Namjoon lehnte gegen einen schwarzen Mercedes AMG GT, seine Arme verschränkt, sein Blick direkt auf unseren Audi gerichtet.

„Scheiße," murmelte Seonghwa neben mir. „Genau meine Gedanken," antwortete ich. Das würde eine lange Nacht werden.


Thank U//seongjoongGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt