3.Kapitel "Live, love, lough"

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"Er ist im dritten Stock, erster Gang links und im Zimmer 425.", meint die Anmeldefrau und wir rasen die Treppe hoch. Dann noch schnell in den Fahrstuhl und dann unbequeme Ruhe.
Im zweiten Stock öffnet sich die Tür und ein Mann mit Krücken steigt ein. Der fährt zurück ins Erdgeschoss. Dann endlich im dritten Stock und erster Gang rechts.
"Links, Mum!", sage ich noch und kehre um und überlege dann.
425 oder 452? Bestimmt 452.
Schnell gehe ich zu dem Zimmer 452 und öffne die Tür.
"Daaaad?" Ich schaue mich um. Das ist aber nicht die Intensivstation. Dann schließe ich die Tür und gehe zurück zu Zimmer 425. Ich trete ein und da sehe ich ihn. Mein Vater. Mein Dad. Der sonst so starke Mann, ein Häufchen Elend.
"Dad. O mein Gott, Dad", hauche ich.
Ich setze mich auf sein Bett und betrachte ihn. Meine Mum sitzt auf dem Plastikstuhl neben seinem Bett.
Mein Vater sieht so friedlich aus wenn er schläft. Selbst mit der Beatmungsmaske. Ich lege ihm ein Bild hin, was ich als kleines Kind mal gemalt habe. Okay, mit 12 aber egal.
Live, love, laugh.
Ich hauchte noch ein 'Ich liebe dich' und dann war die Besucherzeit schon zuende.
Langsam gingen wir nach unten und setzten uns in das kleine Café im Erdgeschoss.
"Kate?", hörte ich eine Stimme sagen.
"Felix?!", rufe ich überrascht und schaue ihn an.
Den Jungen mit dem ich vor einer Stunde geknutscht hatte.
Mir steigt die Röte in mein verweintes Gesicht . Er kommt näher und setzt sich neben mich.
Meine Mum räuspert sich und sagt dann:" Du, Kate ich fahr mal nach Hause. Hab Spaß, geh ins Kino oder so."
Sie kramt in ihrer Tasche und gibt mir einen Fünfziger.
Ich trinke schweigend meinen Cappuccino aus und lächle dann Felix an.
"Kino?", frage ich und er nickt.
Auf dem Weg zum Kino erzähle ich von meinem Vater.
Am Kino angekommen bin ich wieder aufgemuntert und willige ein das wir uns einen Actionfilm ansehen.
Nach zwei Stunden Gewalt, Action und Stunts ist der Film zuende und mein Date bringt mich nach Hause.
Ich schließe die Tür auf und gebe Felix einen Kuss.
"Bin Zuhause! ", rufe ich nach oben und gehe in die Küche. Ich schmiere mir schnell ein Brot und gehe dann ins Zimmer. Ich schaue auf meinen Laptop und sehe eine Nachricht von Felix.
felixboy: War schön heute. sehen uns morgen in der schule. Schlaf gut und träume süß.
pinkiegirl: ich fands auch toll. bis morgen, gute nacht.
Und so schlafe ich ein.

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