Die Reise beginnt

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Die Busfahrt verlief schweigend.
Ich hörte Musik und Felix schaute aus dem Fenster.
Meine Gedanken schweiften immer wieder ab.
Zu meiner Mutter.
Und natürlich meinem Vater.
Als ich zu Felix blickte musste ich an ein ganz bestimmtes Thema denken.
Er ist 16 zwei Jahre älter als ich ... er ist so reif! Bin ich denn überhaupt bereit dazu?
Klar, sollte ich mir keine Gedanken über mein erstes Mal machen.
Aber wird es mit Felix sein?
Ich meine er ist mein erster Freund...
"Hey... Wir sind am Bahnhof. Komm, wir müssen zum Zug", scheucht Felix mich sanft aus den Sitz.
"Hm, ja klar"

Ich blickte auf die große Uhr.
Sie zeigte 15:30Uhr an.
An Felix gewandt fragte ich: "Wann kommt denn der Zug?"
"In einer Stunde, Princess!"
Schon wieder ein Kosename!
Mensch, ich muss mir was einfallen lassen!
"Okay, Schnuckel!"
Moment mal, was? Ich habe gerade nicht ernsthaft Schnuckel gesagt oder? Oje!
Felix grinste und strich sich sein Haar aus dem Gesicht.
Ich erblickte einen Smoothieladen und fing sofort wie ein kleines Kind an zu quengeln.
"Oh, bekomme ich bitte, bitte einen Smoothie? Bitte!"
"Klaro, komm mit"

Ich bestellte mir einen Hawaii-Smoothie mit Zitrusfrüchten, Ananas, Melone und Kokosnuss und Felix sich einen Kaffee mit Caramell.
Wir setzten uns an einen Tisch und
knapp 10 Minuten später schlenderten wir weiter durch den Hauptbahnhof.
Ich stattete mich noch mit ein paar Zeitungen aus und aß ein wenig unseres Proviants.
Felix blickte sich ständig um und ging ständig in Läden.
Selbst in einen Frauenladen mit Unterwäsche ging er einmal schnell rein.
Dann schauten wir erneut auf die Uhr.
"Schnell, der Bus kommt in 15 Minuten! Zu Gleis 3, schnell!"
Am Gleis angekommen fing mein Atem an sich zu beruhigen.
So schnell War ich noch nie gerannt und dann noch mit Koffer !
Kurze Zeit später kam auch schon der Zug.
"Wo müssen wir hin? Haben wir Plätze?", fragte ich gehetzt.
"Ja, folge mir schnell!"
Ich nahm Felix Hand und gemeinsam betraten wir den Zug.
Wir gingen durch die dritte Klasse.
Dann durch die Zweite.
"Hey, müssen wir nicht hier sitzen?"
"Nein, Klasse Eins wartet auf uns!", rief Felix laut.
Ich starrte ihn verdattert an.
"Ich bezahle mein Ticket, du kannst nicht alles bezahlen!", murmelte ich empört, als wir unsere bequemen Sessel erreicht hatten.
"Nein, alles gut!"
"Wie bitte? Du bezahlst ein Erste-Klasse-Zugticket und das teuerste Hotel? Wir können auch normal sein!"
"Wenn ich reise dann schon richtig, Baby, genieß es einfach!"
Ich wollte noch protestieren, doch seine Lippen berührten meine und ich vergaß all meine Sorgen.

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