POV Damiana
Seine Seele wurde geschredert. Gnadenlos durch den Fleischwolf geschliffen. Eine andere Erklärung für sein Verhalten gab es nicht. Und trotzdem glaubte ich an das Gute in ihm. Vielleicht war er ja Masochistisch veranlagt, vielleicht konnte er das alles aber auch einfach nur nicht verarbeiten. Ich für meinen Teil konnte es nachvollziehen, dass er so reagierte. Offensichtlich sprach er nicht gern darüber. Versank mit seinem eigenen Leid ganz tief in sich selbst. Vergrub sich in seinem Elend, auf das er niemanden in sein Leben ließe. Und wir zwangen ihn dazu, sich seinen Taten und seiner Vergangenheit zu stellen. Was sich natürlich alles andere als positiv auf sein Verhalten auswirkte.
Noch lange nachdem er gegangen war, dachte ich über ihn nach. Er erinnerte mich stark an meinen Vater. Sie beide hatten die selben leeren Augen und verhärtete Gesichtszüge. Beider Kiefer schienen dauerhaft angespannt und nichts in der Welt schien das ändern zu können.
Ich konnte das so nicht stehen lassen. Ich könnte ihm helfen... Das redete ich mir zumindest ein. Also lief ich ihm nach, bis ich ihn auf der Parkbank fand, dem Bach lauschend und versunken in seine Vergangenheit. All zu oft hatte ich dieses Bild vor mir. Ein Mann, eingehüllt in eine Aura aus Selbsthass und leere. Langsam trat ich an ihn heran und setzte mich nach meiner Frage zu ihm. Lange blieb es still und seine Gedanken wurden immer lauter. Auch wenn nicht für mich hörbar, bemerkte ich, wie er immer intensiver seine Hände knetete, sie zu Fäusten ballte und schließlich um sein Dogtag presste.
"Ich... Könnte dir helfen." Murmelte ich leise in die Nacht, in der Gewissheit, dass er mich gehört hatte. Denn sein Kopf hob sich für einen Moment und ein abwertend klingendes lachen entfuhr ihm. "Helfen... geh nachhause Mia." Meine Augen kniffen sich zu schmalen Spalten zusammen um ihn ungläubig anzusehen. Ich war doch kein kleines Kind, welches man dirigieren konnte. Mia hatte mich keiner mehr genannt seit dem meine Mutter gestorben war. Mein erst frustrierter Blick wich und machte dem Bedauern Platz.
Seufzend gab ich nach, holte aus meiner Tasche einen Stift und griff mir seinen Arm. "Ob dus glaubst oder nicht, aber ich weiß wies dir geht. Und bevor du auch nur daran denkst dir etwas an zu tun... Rufst du mich an. Verstanden?" Ich wartete seine Antwort nicht ab, schrieb meine Nummer fertig auf und stand dann auf. "Bis Montag..." Damit verschwand ich schließlich, natürlich nicht ohne seinen borenden Blick im Rücken zu spüren.
Würde er seinen Widerstand nur aufgeben und zulassen, dass ihm jemand half, dass ich ihm half... Noch lange dachte ich darüber nach während ich Nachhause fuhr und mich schließlich nach der üblichen Routine schlafen zu legen.
Soo meine lieben, ich weiß ich habe lange nicht mehr geschrieben und ich schäme mich in Grund und Boden :O außerdem ein riesiges Dankeschön an meine weiterhin treuen Leser <3
Hier ist jetzt erstmal das neue Kapitel mal aus einer anderen Sicht auf mehrfachen Wunsch per Postfach. ^^
Hier wieder die Frage aller Fragen, wie gefällt es euch? Soll ich weiterhin auch ihre Perspektive rein bauen oder bei ihm bleiben? Würde mich auf ein paar antworten riesig freuen :*
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Some last words?
RomanceTiefe Schatten stellten die Augenringe dar, welche Folge von unzähligen schlaflosen Nächten waren. Augen, welche ihr letztes erblickt hatten und lange nicht mehr das Tor zu seiner von Finsternis umhüllten Seele waren, waren verschleiert und kalt. Se...
