Verzweifelt legte ich den Kopf auf dem Lenkrad ab. Die erste Nebenwirkung trat ein. Mir wurde schwindlig, ich konnte kaum meine Hände fühlen, die das Lenkrad umklammerten. Aber eines wusste ich ganz genau, sie stand immer noch da. Sie war immer noch genau dort und sah mich an als wäre ich tot geweiht. Ich weiß nicht wie lange es dauerte. Ich hatte jedes Zeitgefühl verloren. Für mich schier Unendlichkeiten später öffnete sich meine Tür. Mein Kopf war so schwer und trotzdem hob ich ihn an. "Jason du kannst so nicht fahren. Komm, ich bring dich Nachhause." Ihr verständnisvoller Blick und ihre beruhigende Stimme brachten mich dazu, zu tun was sie verlangte. Ich stieg aus, taumelte und torkelte auf dem Weg zur Tür. Ich nahm wankend auf dem anderen Sessel Platz ein und schlug die Hände über die Augen. Verzweiflung und Scham waren es die meine Gedanken wieder hörbar machten. Sie schrien in der alt bekannten Stimme meines Vaters, was ich doch für eine erbärmliche Kreatur geworden war.
Ich hörte den Motor starten und ihre Stimme die mich nach meiner Adresse fragte. Ich antwortete wie in Trance, während meine Gedanken fern waren. Das einzige was ich war nahm, war das vibrieren des Wagens während wir Meter um Meter überquerten. "Jason, du musst die Augen auf machen. Du bist hier." Ihre Stimme traf mich. Passierte meine Ohren, gelangte in meinen Kopf, schlich sich so nah an mein Herz und prallte gegen eine gusseiserne Betonwand. Sie schien zu bröseln und bröckeln. Doch noch hielt sie stand. Langsam nur öffnete ich die Augen. "Ich weiß." Antwortete ich gepresst. Ja, ich wusste es und kam trotzdem nicht drum herum, jedes glänzende, verdächtige Ding auf dem Boden für eine Bombe zu halten. Ich kam auch nicht drum herum zusammen zu zucken, wenn ein Knall ertönte oder mich flach auf den Boden legen zu wollen, wenn es donnerte. Gewitter waren die Hölle. Ich konnte Realität nicht von der Vergangenheit unterscheiden. Diese unheilvolle Geräuschkulisse hatte sich mir ins Gedächtnis gebrannt und nichts auf der Welt konnte mir seine Bedeutung ausreden.
Sie sah zu mir, ich spürte ihren Blick auf mir liegen und das waage kitzeln unter meiner Haut. Das selbe kitzeln eines Mörders, kurz bevor er einen Menschen langsam und qualvoll erledigte.
Angekommen, parkte sie vor dem Haus. Ich konnte es kaum erwarten aus diesem Auto zu steigen. Ich war gerade wohl auf dem Hochstand meiner Medikamente. Sie schlug die Tür des Wagens zu und lief auf meine Seite hinüber "Ich bringe di..."
"Nein!" Unterbrach ich sie abrupt. Ich konnte nicht zulassen, dass ich mich so verwundbar machte. Auch wenn sie mir helfen konnte, so wie sie behauptete, konnte ich es einfach nicht über mich bringen. Verdammt nochmal ich war Soldat. Und was war ich schon für ein Mann wenn ich nicht mal allein Nachhause kam. "Jason" fing sie wieder beschwichtigend an, während ich lediglich den Kopf schüttelte. "Lass mich dir helfen. Bitte." Sie trat einen kleinen Schritt auf mich zu um ihrer Aussage mehr Kraft zu verleihen. Sie hob ihre Hand um meinen Arm zu berühren, während ich noch mit mir haderte und mir sicher war, dass ich es bereuen würde. Ihre filigranen Finger fuhren meine Haut hinab, und verschränkten meine Finger mit den ihren. Langsam zog sie mich mit und ich ließ es geschehen. Schneller als mir lieb war, waren wir im fünften Stock. Sie stand dort im Flur und wartete, während ich meine Schlüssel hervor kramte und mit zitternden Händen einige Anläufe später die Tür auf sperrte.
Ich hatte erwartet, dass sie gehen würde. Doch das tat sie nicht. "Danke, du hattest Recht. So hätte ich nicht fahren können." Stellte ich bitter fest. Doch all meine Bemühungen sie freundlich los zu werden ließen sie kalt. "Ich hab es gerne getan." Erwiderte sie mit einem Lächeln. Ich fühlte mich absolut nicht gut und wollte nicht, dass sie das noch länger mit ansah. Doch anscheinend legte sie es genau darauf an. Und mein einziger weg sie zu schützen, erschien mir, das Monster auf sie los zu lassen.
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Some last words?
RomanceTiefe Schatten stellten die Augenringe dar, welche Folge von unzähligen schlaflosen Nächten waren. Augen, welche ihr letztes erblickt hatten und lange nicht mehr das Tor zu seiner von Finsternis umhüllten Seele waren, waren verschleiert und kalt. Se...
