Den Rest der Tag verbrachte ich damit Niall zu erklären, dass er diesen Blödsinn aus dem Gedächtnis tilgen sollte.
Es war zwar ein mysteriöser Mordfall, doch wir lebten in einer realen Welt und solche Wesen gab es nur in Filmen und Büchern, nicht wahr?
Am nächsten Tag nach dem Frühstück wurde ich erneut von der Polizeistation angerufen und auf ein Gespräch eingeladen. Sie forschten nach und stellten mir die selben Fragen.
Meine Antworten waren gleich, mehr kam aus mir nicht.
Meine Kündigung wurde ebenfalls unterschrieben, denn darauf hatte ich meinen Chef nicht persönlich angerufen, sondern die Polizisten hatten es für mich schon selber erledigt.
Hoffnungslos warf ich mir den Rucksack hinter meinen Schultern und wartete auf die Lektion. Ich hatte noch immer Angst alleine zu sein, daher schleppte ich Niall überall mit.
Er leistete mir gerne Gesellschaft, was hatten wir noch zu tun?
Als wir in der Klasse waren, sprachen mich einige an und fragten ob alles in Ordnung war. Ich merkte die skeptischen Blicke auf mich brennen. Klar, sie glaubten nicht an mich und es war mir auch egal, aber es war mir unangenehm als Serienmörder gesehen zu werden.
In diesem Fall spielte ich nur die Rolle als Pizzalieferant - sonst nichts.
Mich ständig aufs Neue zu verteidigen verletzte mich, auch wenn ich es ungern zugab.
Wir setzten uns alle hin und erst später, als der Lehrer die Klasse betrat, merkte ich, dass mein Sitznachbar sich woanders hingesetzt hatte.
Pf, armseliger Hurensohn!
Niall merkte dies auch und drehte sich kurz um, warf mir einen leichten Lidschlag und lächelte mich unterstützend an.
Ich nickte als alles okay, er lächelte wieder und drehte sich wieder um.
Der Lehrer begrüßte uns wie üblich, erzählte uns die heutigen Themen und bevor er sich hinsetzen wollte meinte er, dass wir einen Moment warten sollten.
Er ging raus und als er wieder zurück war, stellte er uns einen neuen Mitschüler.
Ich fand es merkwürdig, denn bei uns war es nicht möglich, mitten im zweiten Semester einen Neuen aufzunehmen. Wir hatten strikte Regeln in der Schule.
Ich musterte ihn vom Kopf bis zum Fuß, er schien ein harmloser Mensch zu sein.
Sein Name war Liam Payne, er war Ende 19 wie die Hälfte der Klasse und kam aus Amerika.
Interessant, dachte ich, wieso hatte er sich für unsere Stadt entschieden? Wo anders hätte er bessere Schulen finden können.
Da es keine freie Sitzplätze gab, setzte er sich neben mir hin und holte seine Sachen aus seiner Tasche.
Seine Blicke ruhten auf mich und es blieb auch so, bis ende der Unterricht.
Irgendwie traute ich mich nicht, ihn anzuschauen. Aber seine Blicke waren störend.
Ich packte meine Sachen ein, setzte mich auf und erst dann sah ich ihn an.
Sein Gesicht war blass und ausdruckslos, als hätte es keine Sonne gesehen.
Doch seine Augen waren tief, vor allem seine Pupillen. Sie waren viel schwarzer als gewöhnlich. Die Farbe blendete meine Augen.
