~Timeskip: 5 Monate
Jimin und ich waren in dieser Zeit so gute Freunde geworden, dass wir beschlossen hatten, zusammen zu ziehen. Beziehungsweise einfach so weiterzuleben, wie vorher. Er blieb bei mir. Und genau dass wir so gute Freunde geworden waren, störte mich am meisten.
Denn Tag für Tag, wurde ich um so abhängiger von ihm. Ja, ich hatte mich in Park Jimin verliebt. In seine Art. Sein Lachen. Seine Augen. Seine Lippen. Seine Stimme. Seinen Humor. Einfach alles an ihm war perfekt. Ich wusste nicht ob Jimin das gleiche empfand. Aber ich tat es. Es war schwer in seiner Anwesenheit ruhig zu bleiben. Er nannte mich manchmal 'Babe' oder 'Boo', was mich komplett aus dem Konzept brachte. Aber er lachte danach immer, was ein eindeutiges Signal für Ironie war. Oder er wusste genau wie ich fühlte und tat es extra, um sich einen Spaß aus meiner Reaktion zu machen, was aus rot anlaufen, stottern und auf den Boden schauen bestand. Das bezweifelte ich allerdings stark, da ich Jimin jetzt schon eine Weile kannte und ich ganz genau wusste, dass er der letzte war, der sich so wie ein Arschloch benehmen würde.
Ich lag schon den ganzen Tag darüber nachdenkend auf meinem Bett und schaute nebenbei auf meinem Handy irgendwelchen Schrott an. Jap. Ich saß in den zweiwöchigen Osterferien auf meinem Bett und gammelte. Ich sollte mir echt Hobbies suchen. Ja, ich tanzte und sang zwar gern, aber das waren nicht Sachen, worauf ich immer Lust hatte. Jimin war mit Jackson und Taehyung ins Kino gegangen. Er hatte mich angebettelt auch mitzukommen. Aber ich hatte abgelehnt, da ich einfach nur ein bisschen alleine nachdenken wollte. Sie wollten sich einen Horrorfilm auf heftigem Wunsch von Tae anschauen. Bei dem Gedanken musste ich ein bisschen lächeln. Ich wusste ganz genau wie schreckhaft Jackson und vorallem Jimin waren. Dann plötzlich, brach der Klingelton meines Handys die einsame Stille. Es war... Jackson?
Ohne lange nachzudenken hob ich ab.
,,Ja?"
,,Ähm, hey Kookie.."
,,Was ist denn?"
,,Wir sind mit Chimchim gerade vor der Haltestelle und warten auf den Bus zu euch."
Ich schaute reflexartig auf die Uhr.
Fünf vor acht.
,,Wieso den das? Der Film geht doch, soweit ich weiß, bis neun."
,,Ja tut es auch. Nur... wie soll ich sagen... . Der Film war schlimmer als gedacht! Wir haben es auf Teufel komm raus nicht länger da drin ausgehalten!"
Ich brach regelrecht in Lachen zusammen. Was waren das für Angsthasen?
,,Ja, ja. Lach nur! Also ist die Bude frei oder hast du Besuch?"
,,Was für ein Besuch?"
,,Wer weiß, wer weiß..", sagte Jackson gespielt mysteriös und lachte.
,,Ach, halts Maul. Bis dann.", sagte ich ziemlich genervt von Jacksons Aussage und legte, ohne dass er antworten konnte, auf. Ich seufzte. In circa 15 bis 20 Minuten würde sie hier sein. Also stand ich wiederwillig auf und richtete das Bett. Dann ging ich runter und setzte mich auf die Couch. Nach nur kurze Zeit später klingelte es, worauf ich aufsprang und zur Tür sprintete. Ich ließ die Jungs rein, die sich sofort auf die Couch fallen ließen. Ihr Gesicht sagte alles: es war kreidebleich. Auch bei Jimin. Aber ich verstand nicht, wie er trotzdem so unverschämt gut aussehen konnte.
,,War es so schlimm?", fragte ich anschließend.
,,Ja, und wie!", kam es von beiden fast zeitgleich. Ich grinste nur breit.
,,Die Jumpscares kamen ungefähr jede zweite Minute. Ein Wunder, dass Taehyung sich den Scheiß freiwillig reinzieht. Ist ja schrecklich..", gab Jimin noch seinen Senf dazu.
,,Na dann... was wollen wir bis dahin machen?",fragte ich.
,,Also ich bleib villeicht noch eine Stunde oder so. Mark kommt dann erst vom Training.", antwortete Jackson.
,,Apropos Mark. Ich hab ihn lange nicht mehr gesehen. Wo steckt der?", fragte Jimin dann.
,,Sagen wir so, seitdem wir in einer WG wohnen, macht seine Mutter ein bisschen Stress. Sie ruft jeden Tag mindestens zehn mal an. Die Alte nervt langsam echt..", meinte Jackson und verdrehte gereizt die Augen. Wir redeten noch eine ganze Weile bis Jackson sich, wie schon vorher erwähnt, verabschiedete.
Kaum hatte ich die Tür geschlossen, herrschte unangenehme Stille zwischen mir und Jimin. Er hatte sich in den letzten Tagen sowieso total komisch verhalten. Er ging viel öfter raus und meidete den Kontakt mit mir. Wusste er etwa von meinen Gefühlen? Hasste er mich deshalb? Keine Ahnung.
,,Hey, ähm...Kann ich dich was fragen?", stotterte er, was dafür sorgte, dass ich ihm direkt in seine wunderschönen Augen sah.
,,Klar.", antwortete ich mit überraschend fester Stimme. War ich so sicher darüber, was er mir sagen würde? Absolut nicht. Aber ich war überzeugt, dass er mir die Wahrheit sagen würde.
Er atmete hörbar laut aus und sein Gesichtsausdruck wurde ernst.
Ungeduld, Neugier und Unsicherheit machte sich in mir breit.
,,Ohne viel um den heißen Brei zu reden: ich stelle dir ein paar Fragen und ich will, dass du sie ehrlich beantwortest. Hinterfragen kannst du sie später."
Ich zögerte, aber nickte schließlich.
,,Stehst du auf Jungs oder auf Mädchen?"
Mit dieser Frage weiteten sich meine Augen und ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Er wusste es. Verdammte Scheiße, er wusste von all meinen Gefühlen! Warum sollte er es sonst hinterfragen. Er wollte es wahrscheinlich von mir hören um seine Vermutung zu bestätigen.
,,Würde es schlimm für dich sein, wenn ich auf Jungs stehen würde?",fragte ich mit zittriger und leiser Stimme. Ich sah tief in Jimins Augen. Tatsache. Ich hatte Recht. Keine Spur von Überraschung. Mein Herz raste. Es tat schon langsam weh, so schnell wie es schlug.
,,..Liebst du mich, Jeon Junkook..?"
Diese Frage ließ mein Herz vor Schock fast stehen bleiben. Hätte ich gerade richtig gehört? Jimin sah mich immer noch so seriös und kalt, wie schon vorher, an. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Würde er mich verlassen, wenn ich ihm sagen würde, wie ich fühle? Würde er mich hassen? Würde er mich verabscheuen? Würde er mich auslachen, weil ich schwul bin? Tausende Fragen. Keine Antwort für eine Einzige. Super Vorraussetzungen.
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Sooooooooo, das war es mit dem sechsten Kapitel. Ich hoffe er hat euch gefallen ^~^
Bis zum nächsten mal,
eure MrsBangtangParkJimin<3
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Moonlight-JiKook
LobisomemDer 20-Jährige Jeon Jungkook ist nach dem tragischen Tod seiner Mutter, auf das Land, ins Elternhaus seiner Mutter gezogen. Doch schon bald bemerkt er, dass die Welt, die er bis jetzt kannte, nicht so ist, wie sie scheint. Seine Freunde sind nicht d...
