Sechs

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Langsam schlug ich die Augen auf. Mein Blick war Richtung Fenster gerichtet wo gerade die Sonne aufging.

Die Tabletten hatten mir tatsächlich geholfen wieder einzuschlafen, Alpträume hatte ich auch keine mehr.

Ich wollte mich gerade bewegen um aufzustehen, als ich merkte wie mich jemand festhielt. Erst jetzt guckte ich an mir herunter und sah, wie sich ein Arm um meine Hüfte schlang. Der Arm gehörte zu 'Tom'. Ich schloss noch einmal die Augen und genoss das Gefühl der Geborgenheit. Dann schon ich seine Hand weg und stand auf.

"Guten morgen.", hörte ich seine leise, verschlafene Stimme. "Morgen.", nuschelte ich zurück. Ich guckte auf ihn herab. 'Tom' setzte sich auf und fuhr sich einmal durch seine Dreads, dann streckte er sich und gab ein kleines Stöhnen von sich. Als letztes stand er dann auch auf.

"Und bereit für die Arbeit." Ich schüttelte mit dem Kopf. "Ich glaube dafür ist man nie bereit.", sagte ich ging zum Fenster und beobachtete den Sonnenaufgang. Er war so wunderschön.

"Trotzdem sollten wir uns fertig machen." Ich beobachtete 'Tom' durch die Fensterscheibe und gab ihm Recht. Ich wollte schließlich keinen Ärger von Nick bekommen. Wir zogen uns also an.

Fertig angezogen verließen wir unser Zimmer. Erst ich und dann 'Tom'. Nick wartete schon auf uns. "Wow. Sehr pünktlich.", lobte er uns. "Das könnte vielleicht doch noch was mit euch werden.", grinste er. Nick ging einmal um uns herum und bleib genau an der selben Stelle wieder stehen. " Ihr werdet zusammen arbeiten." Ja, dass weiß ich!
Nick schien einen Moment zu überlegen. "Bahnhof", sagte er dann. Wir beide nickten und machten uns auf den Weg.

Erst gingen wir auf ein altes Fabrikgelände um dort aus ein paar Kisten die Drogen zu besorgen. Von da aus machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof.

Wir betraten die riesige Eingangshalle. Was mir sofort auf viel war, das eindeutig mehr Polizisten hier patrouilieren. "Wow. Hier hat sich aber ganz schön was getan.", staunte 'Tom'. Ich nickte nur. Wir gingen nebeneinander weiter in Richtung der Gleise.

Ich fühlte mich nicht wirklich komisch hier durch zu gehen, auch wenn ich meine Jackentaschen voll mit Drogen hatte. Klar man wurde Mal von dem ein oder anderen angeguckt, aber auch das machte mir nichts mehr.

Wir gingen die Treppe hoch und standen nun auf Gleis 3. Ein Stück entfernen wir uns von dieser, allerdings blieben wir noch so dicht, dass unser Fluchtweg gesichert war.

Es dauerte nicht lange, da kam auch schon die erste Person auf uns zugelaufen. "Dass ich das noch erleben darf.", sagte der Junge und blieb vor 'Tom' stehen. "Seid wann bist du denn wieder da?" 'Tom' sagte nichts. "Hast es wohl nicht so lange zuhause ausgehalten, was?" Er beantwortete gar nicht seine Frage, sondern sagte nur genervt: "Wie viel willst du?" 'Tom' verschränkte die Arme vor der Brust. "Zwei Gramm." Ich suchte nach dem richtigen Tütchen und gab es ihm erst, als er 'Tom' das Geld gegeben hatte.

So ging es den ganzen Tag. Ab und zu wechselten wir unseren Standorte oder machten auch mal eine kleine Pause. Die Sonne war untergegangen und somit machten wir uns auf den Weg zu Nick. Um ihm das Geld zu geben, aber auch um zu schlafen. Ich war nämlich echt müde und kaputt.

Auf halber Strecke trennte sich jedoch 'Tom' von mir mit den Worten er müsse noch was erledigen und ich solle schon Mal das Geld bei Nick abliefern, damit wir keinen Ärger bekommen. Und das tat ich. Ich brachte Nick das Geld und ging dann in das Zimmer, in dem 'Tom' und ich nun wohnten.

Ich legte mich auf die Matratze und wartete auf 'Tom'.

Ich hatte nicht bemerkt, dass ich eingeschlafen bin, doch nun schreckte ich aus meinem traumlosen Schlaf auf. Der Grund hierfür war lautes Geschrei und Gepolter. Ich guckte neben mich. 'Tom' war immer noch nicht da. Das Geschrei und Gepolter ging weiter.

Schnell stand ich auf und lauschte an der Tür. "KONTAKT ZU FAMILIENMITGLIEDERN IST VERBOTEN!", schrie Nick. "GERADE DU SOLLTEST ES AM BESTEN WISSEN!" Ein weiteres Gepolter. Dann Stille. "NA LOS! STEH AUF!" Ich hörte ein Husten. Das war 'Tom'.

Ich hörte wie sich Schritte der Tür näherten. Schnell lief ich zurück zur Matratze, legte mich schnell hin, mit Gesicht zum Türrahmen.

Die Tür ging auf. Ich öfnete die Augen, sah 'Tom' er stand im Türrahmen, klitschenass, und schwer atmend. Ich setzte mich auf. "Hey, ist alles gut bei dir?" Ich guckte zu 'Tom'. Dieser kam in den Raum und schloss die Tür.

Plötzlich viel er auf den Boden. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, da lag er auch schon. Was war denn jetzt los? Doch bevor ich fragen konnte kugelte er sich zusammen und fing bitterlich an zu weinen.

Streetlife. Die Straße gewinnt immer!Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt