Zwanzig

321 14 2
                                        

Mit gesenktem Kopf stand ich an dem kleinen Gebäude, Luca neben mir. Der weg der zu uns führte war klein und weiß vom Schnee. Immer mehr Leute kamen auf uns zu. Kiana, Frau Holle und auch mein Bruder Bill. Als letztes sah ich die Eltern von Kira. Ich schluckte. „Wir...wir sollten rein gehen.", meinte Luca leise neben mir. Ich nickte. Mit gesenktem Kopf betraten wir die kleine Kirche. Wir setzten uns gemeinsam auf eine Holzbank in der zweiten Reihe. Vor uns ein großes Bild von Kira, dahinter der Sarg. Tränen stiegen mir in die Augen. Ich kann das nicht!

Es hatte noch nicht mal begonnen und ich weinte schon. Bill setzte sich neben mich. Er legte mir eine Hand auf die Schulter.

Die Pastorin betrat die Kirche. „Wir sind heute hier um Abschied zu nehmen. Abschied von Kira..." Ich hörte nicht mehr zu. Ich konnte das nicht. Die Liebe meines Lebens wurde mir genommen. Genommen von der Straße.

Die Eltern von Kira saßen eine Reihe vor uns und weinten auch bitterlich. Was für ein trauriger Tag. „Will jemand ein paar Worte sagen?", fragte die Pastorin.

Ich schluckte. Ja, dann stand ich auf. Ich lief auf das Podest zu, dabei an dem großen Sarg vorbei. Ich schluckte. Die Pastorin machte mir Platz. Ich wischte mir die Tränen weg und begann zu sprechen.

„Hallo, ich bin Tom. Manche kennen mich vielleicht, wahrscheinlich nicht weil ich unbedingt einen positiven Eindruck hinterlassen habe." Ich schluckte. „Kira war meine große Liebe. Ich... ich habe sie wirklich von ganzem Herzen geliebt und es...es tut mir leid, das sie wegen mir so viel durchmachen musste. Das wollte ich nicht. Und trotzdem fühle ich mich schuldig." Ich räusperte mich. „Kira war eine so liebenswert Person. Man konnte sie einfach nur mögen. Egal was war, sie hat immer an uns geglaubt. Das gerade sie es ist, die es nicht schafft..." Ich brach in Tränen aus. „Entschuldigung.", entschuldigte ich mich. „Ich habe sie so unendlich geliebt." ich griff zu der Kette, die ich um den Hals trug. Es war das Herz aus Holz.

Langsam ging ich wieder auf meinen Platz neben Luca. Er weinte auch.

Gemeinsam trugen wir den Sarg nach draußen um ihn dort zu vergraben. Gemeinsam mit Luca nahm ich die kleine Schaufel. Erst nahm Luca etwas Sand und flüstert etwas. „Wir sehen uns wider, Kleine." Er schluchzte. Ich nahm auch die kleine Schaufel. „Ich liebe dich, Kira. Für immer." Dann ließ ich den Sand auf den Sarg rieseln.

Streetlife. Die Straße gewinnt immer!Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt