*Kapitel 13 - Seine Taktik*

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Taktik. Alles nur Ablenkung.

Die ganze Zeit denke ich an Tristans Worte.

Ich hatte vorher schon viele Fragen, doch dieser Junge wirft bei jeder Begegnung in mir neue Fragen auf.

,,Hailey?"

Erneut führe ich meinen Löffel mit einer vollen Ladung Cornflakes zu meinem Mund.

,,Hm?" Machte ich nur und sah kurz auf.

,,Mäuschen wieso bist du schon wach?" fragte meine Mom verwundert und lehnt sich an der Türrahmen.

,,Konnte nicht schlafen" meinte ich nur abwesend.

Hey, gelogen war es jeden Falls nicht. Aber, dass ich eben erst nach Hause kam, lass ich einfach mal aus.

,,Wann bist du nach Hause gekommen?" versucht sie krampfhaft ein Gespräch zu führen und schritt näher an den Tisch.

,,Vor kurzem" zucke ich mit den Schultern, stand auf und räumte mein Geschirr in die Spüle.

Als ich die Küche verlassen wollte, legte sich eine Hand auf meine Schulter.

,,Hailey" seuftzt sie und mustert mich.

,,Wegen deinem Bruder-" begann sie, wurde aber von mir unterbrochen.

,,Er ist extra mitgekommen, weil er uns nicht verlassen wollte. Weil er DICH nicht verlassen wollte. Und du schmeißt ihn raus" schüttel ich ihre Hand ab.

Sie soll merken, dass ich mehr als nur enttäuscht von ihr bin.

,,Dein Bruder ist alt und reif genug um Entscheidungen zu treffen die für ihn richtig sind-"

,,Mom. Liam ist 19 Jahre alt. Wie du schon sagstest er ist alt genug um Entscheidungen zu treffen und wenn DU, seine eigene Mutter, ihn aus diesem Grund rauswirfst-"

,,Ich weiß, dass ich möglicherweise überreagiert habe, aber ich habe bereits mit ihm geredet. Ich habe mich entschuldigt und ihm angeboten wieder einzuziehen. Aber Hailey bitte, bitte straf mich nicht mit deiner Ignoranz. Es tut weh, wenn dich deine eigenen Kinder verachten" wischt sie sich eine Träne von der Wange.

Ich zog sie in eine Umarmung.

,,Mom bitte weine nicht. Es tut mir auch leid, aber du weißt, dass mir das im Moment auch echt schwer fällt" seufzte ich.

Meine Mutter schlang ihre Arme ebenfalls um mich und streichelt meinen Rücken aufwärts.

**********

,,Hailey"

,,Oh nicht schon wieder"

Ein Lachen ertönt.

,,Lee, komm schon. Lass dich einfach abholen. Auf die letzte Stunde kommt es auch nicht mehr darauf an" ich konnte mir sehr gut vorstellen wie April ihre Augen verdreht.

Verschlafen hob ich meinen Kopf, den ich im nachhinein auf meinen Händen abstützte.

Müde sah ich Chloe und Elena vor mir am Pausentisch sitzen, während April ihr Tablett auf den Tisch stellte und neben den beiden stehend die Arme verschränkt.

,,Geht schon, ist eh nurnoch Musik" winke ich ab und trank einen Schluck aus meinem Papierbecher.

,,Kaffee bringt nichts" stößt Jack leicht gegen meine Schulter.

April ließ sich schließlich ebenfalls müde und verkatert auf einen der Stühle fallen.

,,Ich spreche aus Erfahrung. Das einzige was du jetzt brauchst ist Schlaf" lächelt mich Jack aufmunternd an.

Nickend trank ich noch einen Schluck meines Getränkes.

Seufzend tätschelt mir Jack noch ein letztes mal durch meine Haare bevor er zu seinem Freunden an den Tisch ging.

Ich hatte mit Jack Musik, also würde ich ihn gleich wieder sehen.

Ich komme relativ gut mit ihm klar, er ist ganz entspannt.

**********

Grölend stürmten alle Schüler aus den Klassenräumen um das Schulgrundstück zu verlassen.

Heute war wirklich guten Wetter. Es war relativ warm, die Sonne schien. Das perfekte Wetter nachher im Garten zu liegen und einfach nichts zu machen.

Schlafen.

Das wäre jetzt toll.

Ich schleppte mich also nach draußen und gesellte mich ans Schultor zu Chloe.

Elena hatte schon Schulschluss und April müsste eigentlich gleich draußen sein.

,,Musst du mit dem Bus fahren?" Sah mich Chloe an, als ihre Mom am Straßenrand hielt und uns zuwank.

,,Nein, ich werde gleich abgeholt, aber vielen dank" lächelte ich sie an und umarmte sie.

,,Okay, na dann sehen wir uns spätestens morgen" grinst sie und lief auf das Auto ihrer Mutter zu.

,,Mathe ist ein Arschloch" seuftzt April und lehnt gegen die kalte Steinmauer.

Lachend stimmte ich ihr zu.

,,Wo sind Chloe und Elena?" Fragt sie und holt ihr Handy auf ihrer Tasche.

,,Elena hatte früher aus und Chloe wurde eben abgeholt" antworte ich und versuchte meinen Bruder mit meinem Auto zu entdecken.

Weit und breit nichts zu sehen.

Seufzend lehne mich neben April nun auch gegen die Mauer.

April wollte gerade etwas sagen als ihr Blick hinter mich ging und dort etwas verweilte.

Ich musste mich nicht umdrehen um zu wissen, wer ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.

Tristan und seine Freunde.

Augenrollend wollte ich mich über April beschweren, dass sie wieder zu auffällig am stalken ist, da hielt Liam an der Straße.

Er lies das Fenster runter und pfiff durch seine Finger, damit ich aufhöre zu träumen und ins Auto einsteige.

,,Wir sehen uns" meinte ich zu April und umarmte sie kurz.

Etwas erschrocken sah sie von der Jungsgruppe zu mir rüber zu Liam und schließlich zu mir.

Ein kurzes ,,Bye" stieß sie aus, dass meine Stirn in Falten liegen ließ.

Was stimmt denn nicht mit ihr?

Ich stieg also in mein Auto, und schmiss meinen Rucksack auf die Rückbank.

,,Kurze Nacht?" Fragt Liam und setzt seine Sonnenbrille ab.

Kurz nickte ich und lehnte meinen Kopf gegen die Fensterscheibe.

Der Versuch, die brennenden Blicke, die auf mir liegen, zu ignorieren, lief schief.

Ich sah zu Tristan, der meinen Blick kaum bemerkte, da die seine ganze Aufmerksamkeit, auf meinen Bruder lag.

TristanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt