Ich starre dem Chefarzt hinterher. Jemand tippt mir auf die Schulter und reißt mich so aus meinen Gedanken. Eine der Krankenschwestern bedeutet mir, dass ich eintreten darf. Ich gehe an ihr vorbei. Die komplette Einrichtung des Raumes ist in schlichtem Weiß gehalten. Das vermittelt den Eindruck von kompletter sterilität. Zwei Ärzte tummeln sich in dem Raum rum und kritzeln etwas auf ihre Blöcke. Sie wuseln noch einige Zeit durch den Raum bis sie ihn dann verlassen. Nun bin ich mit der Frau alleine. Mein Blick fällt auf die Sachen, die auf den Hocker neben dem Bett liegen. An dem zerschnittenen Oberteil hängt ihr Ausweiß.
Name: Tessa Shane
Nationalität: Japanisch/Amerikanisch
Rang: Rekrut
United Alliance Defense Corp.
Erst jetzt nehme ich mir die Zeit sie genauer zu betrachten. Ihr ründliches Gesicht macht einen freundlichen, wogegen ihre Augen und Augenbrauen einen eher kampfträchtigen Ausdruck machen. Auch wenn sie geschlossen sind, kann ich das sehen. Ihr Körper ist wohlgeformt. Eine ordentliche Brust, eine schöne Taille und und eine wohlgeformte Hüfte. Zumindest soweit ich das mit ihrem Nachthemd beurteilen kann. Aber am meisten stechen ihre Haare ins Auge. An der Haarwurzel komplett schwarz über braun, rot und blond, bis hin zu reinem weiß. Ich gucke mir den Raum noch mal genauer an. Rechts, neben dem Bett, stehen mehrere medizinsche Geräte. An der Wand steht eine Kommode und ein Medizinschrank. Auf der linken Seite ist eine weiter Tür und ein Tisch mit zwei Stühlen. Ich nehme mir einen und setzte mich neben Tessa.
Explosionen. Überall Explosionen. Kugeln fliegen durch die Luft und ziehen einen leuchtenden Schweif hinter sich her. Projektile schlagen ein. Ihr sirrender Ton und das knallen beim abfeuern, machen mich verrückt. Ein ohrenbetäubender Schrei hallt durch die gegend. Das ist nur ein Traum. Nur ein Traum. Ich schließe die Augen. Die Geräusche hören auf. Stille. Ich öffne meine Augen und erschrecke. Die komplette Szenerie hat sich geändert. Statt der bekannten Wüste von Helium II, stehe ich nun in einem Wald. Einige Pflanzen hier habe ich noch nie vorher gesehen. Aber was verwunderlicher, als die Pflanzen, ist, dass direkt vor mir ein Mech der Quaids steht. Knapp einen Meter vor dem Lauf seines 40mm - Gewehres hängt eines der Projektile. Das Mündungsfeuer erhellt das Metall. Mein blick folgt der Richtung des Gewehres. Ein Zek, so wie ich ihn schon vor mir erlebt habe, hängt in der Luft. Wahrscheinlich will er gerade den Mech anspringen. Eine der Kugeln hat den Zek getroffen und ist abgprallt. Nun ist sie, komplett verformt, in der Luft verhart. Die Funken, die beim aufprall auf die Panzerplatten entstanden sind, sehen aus wie eine explodierende Feuerwerksrate, bei der man im richtigen moment ein Foto gemacht hat. Mein Blick schweift weiter. Nichts bewegt sich. Es wirkt wie eine 3D Simulation, bei der man auf Pause gedrückt hat. Ich gehe zu Zek um ihn mir genauer Anzusehen. Wenn man schon die Chance hat sollte man sie auch nutzen. Ich habe schon den halben Weg zurückgelegt, als etwas unter mir piept. Ich schaue nach unten. Etwas rotes leuchtet mich an. Ich bücke mich, als es sich bewegt. Es ist eine Art Kugel mit einem schwarzen Kreis. Fast so wie ein roter Augapfel. Ich weiche ein paar Schritte zurück, aber meine Neugier ist nur gewachsen. Diese Art Auge sieht umher. Es verharrt, als es direkt auf mich blickt. Das rote Licht erlöscht. Die nächsten Sekunden passierte gar nichts. Aber nun geschah alles wie in Zeitlupe. Die Erde erhob sich. Dreck flog mir ins Gesicht. Aus dem Boden erhob sich ein Monster. Es hatte ähnlichkeiten mit einem Zek, aber es war viel zu groß. Die Augen glühten wieder rot und sahen mich an. Anders als die anderen Zeks, bestand es nicht aus einem Metall, das wirkt als wäre es ihre Haut, sondern aus Tausenden kleinen Platten, Zahnrädern und mechanischen Teilen. So wie man sich einen Zek unter seiner Metallhaut vorstellt. Jemand scheint den Startknopf gedrückt zu haben, denn alles bewegt sich wieder. Der Mech feuert aus allen Rohren, auch wenn die Kugeln nicht ihr eigentliches Ziel treffen. Aber diese Aussage scheint auch nicht richtig zu sein. Die Kugeln kommen nicht mal in die Nähe dieses Monsters. Es scheint eine art Schutzschild zu haben. Dort wo die Kugeln treffen, breiten sich kreisförmig blaue Wellen aus. Das Monster stößt einen Schrei aus. So laut das die Schallwellen Stahlbeton sprengen könnten. Ein lautes zischen und ich höre nichts mehr. Ich spüre nur noch die Vibrationen und sehe den Zek über mir. Er kommt näher. Immer näher. Ich realisiere das er direkt auf mich stürzt. Ich versuche mich wegzurollen.
Bumm! Ich schrecke auf. Es ist bereits dunkel. Ich schaue mich um. Maya steht in der Tür und mustert mich.
"Geht es dir gut?"
Ich schaue sie nur verwirrt an, aber dann merke ich, dass ich nur so von Schweiß triefe. Ich muss eingeschlafen sein.
"Ja... Es geht schon."
Mich immer noch misstrauisch anschauend, setzt sie sich neben mich. Sie hält mir ein Brötchen hin.
"Danke... Weißt du wie spät es ist?"
Sie schaut auf die ihre Uhr.
"Bald 6 Uhr morgens."
Bald beginnte der Einsatz.
"Wie fühlst du dich, wenn du weißt das wir nicht am Kampf teilnehmen werden?"
Sie sieht mich verwirrt an.
"Wie sollte ich mich fühlen? Erleichtert. Schuldi, dass so viele ihr Leben lassen, um für etwas gutes zu kämpfen und ich nicht dabei bin. Ein Soldat mehr, kann über den Sieg entscheiden."
Sie sieht mich schief an.
"Wieso fragst du?"
"Ich frage nur..."
Ein Arzt kommt rein und hängt einen neuen Tropf mit Kochsalzlösung auf. Erst jetzt fällt mir auf das Tessa am Tropf hängt. Einer der drei Beutel, enthält die Kochsalzlösung. Ein anderer scheint Blut zu enthalten und im letzten ist eine tiefviolette, dicke Flüssigkeit. Auf dem Schild steht:
"Medizinisches Zellplasma"
"Blut-Xeon-Katalysator nicht vergessen!"
Ich sehe zu Tessa. Ihr gesicht weißt keine Züge auf, aber etwas stört mich. Etwas erregt meine Aufmerksamkeit. Ein kleines zucken an ihrem Auge. Es wird stärker. Mein Blick wandert zu Maya. Wir beide schauen uns in die Augen. Ich kann in ihren Augen einen Hoffnungsschimmer sehen und, auch wenn ich es nicht sehen kann, weiß ich das ihr Herz grade vor Freude hüpft. Ein Schrei lässt uns gleichzeitig zusammenzucken. Tessa hat sich rückartig aufgesetzt. Fast noch in der gleichen Sekunde fährt sie zusammen und krümmt sich vor schmerzen. Ich springe auf und drücke sie sanft zurück ins Bett. Ihre Augen blicken verwirrt umher und bleiben an mir haften.
"Du!"
Diese Aussage verwirrt mich. Ich bin mir sicher sie nie zuvor gesehen zu haben.
"Fushu..."
Diese Aussage verwirrt mich noch mehr. Woher kennt sie meinen Kindheitsnamen? Es gab nur eine Person die mich so genannt hat. Und diese ist tot. Sie ist beim Angriff, auf meine Kolonie, auf Jaelos, in meinen Armen gestorben. Ich spüre den verwirrten Blick von Maya, in meinem Nacken.
"Fu... Fu... shu..."
Ihre Augen fallen zu. Ich lege sie ordentlich hin und lasse mich auf den Stuhl sinken.

DU LIEST GERADE
Zeks - Rise of a Soldier (alte Version)
Ciencia FicciónDas Universum 2077. Vor 3 Jahren haben die Zeks angegriffen. Am ersten Tag fielen ihnen 8 Planeten zum Opfer. Darunter auch die Erde. Fujouka Hirakama, ein Soldat des United Alliance Defense Corps, steht auf dem Schlachtfeld dem Feind gegenüber. Doc...