Entscheidung

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Mia wartete an ihrem Auto auf mich, ich versuchte die anderen zu ignorieren und ging zu ihr. „Eine wundervolle Show hat er da abgezogen!" kicherte Mia und umarmte mich. „Mia du glaubst es nicht!" sagte ich und schnaubte. „Was? Das Bio ausfällt?" fragte sie und hakte mich ein, „Komm, ich zeig die jetzt wie es ist wenn sie wissen das du mit Dom rumhängst!" Gemeinsam gingen wir auf die große Schultür zu. „Guten Morgen Julia! Du siehst umwerfend aus!" rief ein Junge. Mir schoss ein Grinsen in mein Gesicht. So ging es den ganzen Flur entlang. Ich war beliebt, auch wenn nur wegen Dominic. Niemand rempelte mich, keine Beschimpfungen, nicht einmal ausgelacht wurde ich. Mia und ich setzten uns in die Bücherei, denn dorthinein ging keiner der Schaulustigen. „Mia jetzt hör zu!" sagte ich als ich mich mit ihr auf eine Couch setzte. „Schieß los!" sagte sie und sah mich erwartungsvoll an.

„Er will dass ich für ihn fahre! Ich soll Geld machen! Deswegen das Auto!" sagte ich und schüttelte empört den Kopf. „Ich hätte es wissen müssen! Geld Geld Geld! Willst du das?" fragte sie mich. Ich zuckte die Schultern, „Es war schön, ich wurde nicht beleidigt oder so!" sagte ich. Mia lachte ihr glockenhelles Lachen. „Das traut sich nicht einer! Warte nur ab, das war nur der Anfang!" Dennoch beschäftigte mich die Frage ob mir der Ruhm und das Geld mir genug wäre um für jemanden Geld zu machen. „Was ist denn das eigentlich für ein Auto?" fragte ich und begann aufzugeben. „Ein Honda Integra. Solltest du dich entscheiden zu fahren würde Dom ihn sicherlich auch für dich umspritzen lassen. Zu dir passt einfach kein Metallic Blau!" stellte sie fest.

„Ich mache es nicht!" sagte ich wieder. „Du musst es dir überlegen. Natürlich stehst du unter seinem Scheffel. Das ist die Kehrseite!" Dann waren wir kurz stumm. „Ich fände es schön wenn du wenigstens öfter bei uns wärst. Wir können ja lernen und feiern!" sagte Mia und küsste meine Wange. „Klar. Ich bin froh das ich gestern gegen diesen Stein getreten habe!" sagte ich und wir lachten zusammen. Die ganze Stunde saßen wir in der Bibliothek und quatschten. Immer wieder kamen wir auf die Geschichte mit dem Auto.

Die Kehrseiten und die Sonnenseiten deckten wir auf. „Mia ich bleibe dabei. Ich arbeite nicht für ihn!" sagte ich immer wieder. Kurz bevor unsere Wege sich in die verschiedenen Kurse verlieren würden verabredete ich mich mit ihr für die Mittagspause. Dann musste ich alleine vor die vielen Augen deren Besitzer wahrscheinlich nicht verstanden dass ich die selbe Julia von gestern war, wie konnte ich nur an einen solchen Menschen geraten sein? Überall wurde ich begrüßt und vorbei gelassen. Mir wurde hinterher gepfiffen und Komplimente gemacht. Die Mittagspause war der Knaller, ich musste nicht einmal anstehen. Ich bemerkte was Dominic für einen Einfluss über diese Stadt und ihre Jugendlichen hatte, nicht nur auf die.

„Das ist es. Das habe ich jeden Tag" sagte Mia und schlängelte sich mit ihrem Tablett nach draußen an die Luft. Wir setzten uns auf den Rand des Springbrunnens. „Was ist nun mit Brian?" fragte ich und biss in mein noch warmes Stück Pizza, ansonsten hatte ich immer nur die kalten abbekommen, die schmeckten wie Gummi nach der langen Zeit des Anstehens. „Ich mag ihn und er hat sich in mich verliebt, wüsste Dominic das, wäre das schlecht für mich und Brian. Wie gesagt, großer Bruder!" erklärte sie und schmunzelte, wer wünschte sich denn keinen Beschützer?

Bis zum Schulende waren es noch knapp 2 Stunden und in diesen beiden Stunden drehten sich meine Gedanken nur darum ob ich bei Dominic einsteigen sollte oder nicht. Mir gefielen die Aufmerksamkeit und das Ansehen das ich in dieser kurzen Zeit nur durch die Bekanntschaft mit Dominic erlangt hatte. Dazu würde noch das Geld kommen. Jedoch wollte ich für niemanden arbeiten, wollte nicht bei jemandem verpflichtet sein der Illegale Rennen fährt. Ich wollte niemand sein der Illegale Dinge tut. Aber die Aufmerksamkeit...

Nach Schulschluss verließ ich mit Mia zusammen den Campus. Dominic saß in meinem Wagen, genau vor der Schule, er wartete auf mich. „Entscheid dich!" sagte Mia und küsste mich auf die Wange. Ruhm und Geld, oder ein Opfer sein und nicht leben? Dominics Wagen oder die Bushaltestelle? Ich hatte meine Entscheidung gefällt, lief auf meine Zukunft zu.

Von Null auf HundertGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt