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Lara
Das Gespräch mit Harry tat gut. Ich weiß ich habe übertrieben, aber ich war so verletzt und durcheinander. Aber das mit dem Ritzen hätte ich nicht machen dürfen. Sowas habe ich auch noch nie gemacht und das werde ich auch nicht. Zum Glück habe ich die Klinge nur einmal benutzt und das nur zögerlich, die Wunde ist klein und auch nicht tief. Es war so dumm von mir das zu machen.
Was ich Darcy sagen werde was passiert ist weiß ich noch nicht, vielleicht sieht sie es gar nicht.
Ich hoffe es.

"Bist du fertig" fragt Harry als er zu mir ins Schlafzimmer kommt

"Ja, wir können los"

Und das tun wir, wir gehen zum Auto und fahren los.

"Weißt du überhaupt wo Jessy wohnt" frage ich

"Ich hoffe. Ich habe sie einmal nach dem Kindergarten nach Hause gebracht. Hoffentlich finde ich es"

Das tut er, nach gut 15 Minuten stehen wir vor einem Wohnhaus. Es ist nicht das Beste, zumindest von außen, aber eigentlich ist das ja egal.

Harry und ich steigen aus. Sofort als er neben mir steht nimmt er meine Hand. Es ist ungewohnt aber gut.

"Wie heißt sie" frage ich

"Gute Frage" sagt er

"Schatz dein ernst" frage ich lachend

"Tut mir leid. Wir finden sie schon, zur Not klingeln wir überall"

Das brauchen wir gar nicht, Darcy und Jessy stehen plötzlich hinter uns.

"Mommy, Daddy" sagt Darcy glücklich

"Maus wo kommst du denn her" fragt Harry verwirrt

"Von McDonald"

"Wie jetzt? Wo ist deine Mom Jessy" fragt er weiter

"Sie hat bei McDonald einen Mann kennengelernt und ist mit ihm weg, mir hat sie den Schlüssel gegeben und gesagt das Darcy und ich zu uns gehen sollen" erzählt die Kleine

Ich bin geschockt darüber, Harry auch, aber auch wütend, das sehe ich.

"Bleib ruhig Schatz, die Kinder können nichts dafür" sage ich leise

"Ich rufe mal deine Mom an" sagt Harry ruhig

Er hat ihre Nummer?

Harry geht auf die Seite und telefoniert mit ihr. Besser gesagt er schreit, was ich verstehen kann. Ich weiß zwar nicht wie weit der Weg von McDonald nach hier ist, ist auch egal. Man lässt keine zwei 5 jährigen Mädchen alleine laufen, vor allem weil es schon fast dunkel ist. Eins weiß ich, wenn ich diese Schlampe sehe kann sie was erleben.

"Und was sagt sie" frage ich Harry als er zurück kommt

"Später, nur soviel, wir nehmen Jessy für heute Nacht mit zu uns" haut er raus

Ich bin baff! Wieso unterstützt er die noch? Ich denke er wird es mir später erklären.

"Lass uns kurz rein, dann kannst du dir ein paar Sachen holen" schlage ich vor

Jessy schließt die Tür auf, als wir die Wohnung betreten trifft mich der Schlag. So einen Saustall habe ich noch nie gesehen, wie kann man hier ein Kind großziehen!? Jessy tut mir leid.

"Ich habe keine sauberen Sachen mehr" kommt es traurig von der Kleinen. Das glaube ich sofort, überall liegt dreckige Wäsche rum

"Nicht schlimm, du bekommst was von Darcy" sage ich

Darcy nickt. Ich sehe ihr an das auch sie geschockt ist. Harry bleibt still, er könnte explodieren, das merke ich.

"Jessy brauchst du ein Kuscheltier zum schlafen" frage ich

"Ja ist in meinem Zimmer" sagt sie und geht dorthin, ich folge ihr

In ihrem Zimmer sieht es etwas besser aus, nicht so viel Wäsche, trotzdem dreckig. Vor allem hat sie nur ein Bett, mehr nicht. Spielzeug kann ich überhaupt nicht sehen.
Das ist wahrscheinlich der Grund warum Jessy immer bei uns ist. So wird es weiterhin sein, Darcy lasse ich nicht mehr hierher, schon gar nicht bei dieser Frau.

Harry
Wir sind Zuhause, Darcy und Jessy sind mit Lara oben um sich fertig für das Bett zu machen, mittlerweile ist es dunkel und Zeit zum Schlafen.

Ich bin noch immer geschockt über den Zustand der Wohnung. Vor allem jedoch darüber das diese Schlampe die Kinder alleine hat laufen lassen weil sie nen Typ kennen gelernt hat. Es hätte sonst was passieren können! Da ist auch noch nicht das letzte Wort drüber gesprochen, sie wird eine Anzeige wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht von mir bekommen und zur Fürsorge werde ich auch gehen, es geht nicht das Jessy in so einem Zustand leben muss.
Gleich werde ich mit Lara darüber reden.
Apropos Lara, sie ist schon sehr lange oben, ich gehe mal nachsehen.

Vor der Tür, die nur angelehnt ist, höre ich die kleine Jessy reden. Ich denke sie weint.
Reingehen werde ich nicht, ich werde hier stehen bleiben und lauschen.

"Jessy du musst nicht weinen, das was heute passiert ist, passiert bestimmt nicht nochmal" sagt Lara

"Doch wird es, es ist schon oft passiert" sagt sie

"Wie meinst du das" fragt Lara

"Mom ist jeden Abend weg, ich muss mir mein Abendbrot alleine machen und mich alleine ins Bett bringen, sie ist erst morgens zurück"

"Vielleicht ist sie arbeiten" kommt es von Darcy

"Meine Mom hat keinen Job,  nicht so wie deine. Sie ist bei Männern wenn sie weg ist. Wenn sie Zuhause ist, liegt sie nur auf dem Sofa, deshalb sieht es so bei uns aus" erzählt sie traurig

Ich bin so wütend, muss aber ruhig bleiben. Am liebsten würde ich die Schlampe noch mal anrufen und runtermachen. Jessy zu liebe tue ich das nicht, wer weiß was mit Jessy passiert wenn Die davon erfährt das Jessy uns alles erzählt hat.

"Am liebsten würde ich hier für immer bleiben, es gefällt mir hier. Hier ist es sauber und ordentlich. Darf ich bleiben? Ich brauche auch nur ein Bett irgendwo, von mir aus im Keller' frage Jessy und weint jetzt so schrecklich

Ich öffne die Tür ein Stück weiter und sehe das Darcy auch weint und Jessy umarmt. Lara laufen auch Tränen, mir ehrlich gesagt auch. Jessy wird zu uns kommen, dafür werde ich sorgen.

The day that changed everything Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt