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Lara
Das lief ja ganz gut, eigentlich. Jessy freut sich natürlich darüber, bei Darcy sieht es anders aus.

Das Gespräch ist gut drei Wochen her, Jessy hat ihr eigenes Zimmer bei uns. Ihre Mom hat sofort auf den Brief des Anwalts und der Fürsorge reagiert und das Sorgerecht direkt an Harry abgegeben. Sie hat auch einer Adoption meinerseits zugestimmt, obwohl das gar kein Thema war oder ist, denn ich habe nicht vor Jessy zu adoptieren, selbst dann nicht wenn Harry und ich vielleicht irgendwann mal heiraten sollten.
Für ihn freut es mich das Alles so schnell und ohne Probleme abgelaufen ist, er ist jetzt sichtlich entspannter, was nicht heißt das zwischen uns alles in Ordnung ist, das ist es nicht.

Es ist so, jeden Tag will er mich überzeugen Jessy zu adoptieren. Er versteht nicht das ich nicht bereit dazu bin. Ich habe selbst zwei Kinder, bald zumindest, das reicht mir. Ich werde ihm bei der Erziehung von Jessy helfen, das muss reichen. Ich will auch nicht das sie mich Mom nennt, das bin ich nicht und sie hat eine Mom, auch wenn diese im Moment neben sich zu stehen scheint. Ich bin mir sicher das ist nur eine Phase und sie wird irgendwann vor der Tür stehen um Jessy zu sehen oder mehr. Das sage ich auch Harry ständig, sein Standpunkt dazu ist klar, sie hat keine Rechte mehr und  so wird es bleiben.

Mit Darcy ist es so.
Sie und ich verbringen im Moment viel Zeit miteinander, denn Harry macht nur noch was mit Jessy, weshalb Darcy sie nicht mehr leiden kann. Natürlich versuche ich ihr zu erklären das Harry das tut weil er soviel von Jessy verpasst hat. Das er es mit ihr genauso gemacht hat.
Sie meint das sie es versteht, trotzdem Zeit mit ihrem Daddy verbringen will, was ich verstehen kann. Sie meint auch das er ja mit beiden was machen kann. Eins weiß ich, darüber rede ich später mit Harry und bin mir sicher das es erneut Streit gibt, denn ich werde ihn auch fragen, wann er endlich seiner Familie erzählen will das ich schwanger bin, bis jetzt wissen sie es nicht.

Harry
Ich bin echt überfordert. Ich mache im Moment viel mit Jessy, nur mit ihr, sie hängt so an mir.
Ich weiß das ich meiner Maus damit schrecklich weh tue. Sie sagt nichts, zumindest zu mir. Ich hatte mir das alles einfacher vorgestellt, ich bin aber auch nur ein Mensch. Ich bin in den letzten Monaten Vater von zwei Kindern geworden und ein weiteres ist unterwegs.
Ich gebe zu ich bin überfordert.

"Harry" ruft Lara mich. Ich weiß das sie wütend auf mich ist

"Hier" antworte ich, ich sitze im Büro und grübel

"Wir müssen reden" sagt sie wütend

"Ich weiß" antworte ich und weine

Lara's Blick wird sanfter, sie setzt sich zu mir. Bevor sie was sagen kann tue ich es.

"Ich weiß du bist wütend, ich weiß Darcy ist traurig und verletzt, ich weiß das ich im Moment alles falsch mache" sage ich direkt, sehe Lara jedoch nicht an

"Schatz,  sieh mich an. Ja Darcy ist traurig und ich wütend, und ja du machst im Moment Fehler. Ich kann mir vorstellen das es im Augenblick nicht leicht für dich ist, das ist auch meine Schuld, ich weiß ich müsste dich mehr unterstützen und das werde ich ab jetzt auch. Hör zu Schatz, ich möchte als erstes endlich deiner Familie von der Schwangerschaft erzählen. Dann möchte ich das wir mit Darcy und Jessy reden, Jessy klar machen das du nicht ihr alleine gehörst, das Darcy genauso viel Zeit mit dir verbringen wird wie sie. Und ab da werden wir als Familie nur noch was zusammen machen. Und ganz ehrlich Harry, wenn Jessy das nicht akzeptiert, dann müssen wir uns trennen, denn ich werde mir nicht mehr mit ansehen wie meine Maus täglich leidet, sich in den Schlaf weint, weil sie Angst hat dich zu verlieren" sagt sie

"Ich verstehe" antworte ich traurig und weine noch mehr. Ich will meine Maus und meine große Liebe nicht verlieren, nicht wegen einem Fehler der Jahre zurück liegt. Ich finde eine Lösung, muss ich einfach

Lara nimmt mich in den Arm, "wir schaffen es" sagt sie

"Ich liebe dich" sage ich leise

"Ich dich auch und jetzt beruhige dich und lass uns zu den Mädchen gehen, wir müssen das klären" sagt sie

Und das tue ich, ich beruhige mich, Lara nimmt meine Hand, doch bevor wir das Büro verlassen, küsse ich sie leidenschaftlich, was sie zum Glück erwidert.




The day that changed everything Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt