Teil 4

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Ihm fiel auf, dass die Tür erstaunlich leicht zu bewegen war und sich durch das Klopfen die Tür einen kleinen Spalt weit geöffnet hatte. Er gab der Tür mit der flachen Hand einen sanften Stoß und sie sprang nach innen auf. Die beiden Besucher traten ein. Links und rechts von ihnen fielen sofort die großen Treppen auf , welche sich mit ihren kunstvoll verzierten Geländer in die oberen Trakte des Schlosses erstreckten.

Zwischen den beiden Treppen tat sich ein kleiner Gang auf, der in eine beleuchtete Halle zu führen schien. Auch hier im Inneren war alles aus Eis. Da sie keine Schritte hörten und sich auch sonst nicht bemerkbar machte, dass sie jemand gehört hatte, gingen sie den Weg zwischen den Treppen entlang in die Halle.
Tobias holte Luft. Wohin er auch sah, waren prall gefüllte Bücherregale, welche sich in unsagbare Höhen und Weiten erstreckten. "Woooow", staunte Tobias, als die beiden durch einen der Gänge schritten. Der Anblick dieser Wissenssammlung war schier unglaublich. Auf einmal gab Leon dem Jungen ein Zeichen stehenzubleiben. "Wir sind nicht alleine". Sein Blick ging nach oben und Tobias versuchte zu erfassen, was Leon bemerkt hatte. Zuerst hörte er nur eine Art metallisches Rauschen und dann sah er es. Wenige Meter vor ihnen neben einem der Bücherregale schwebte eine Eisscholle zu ihnen runter.
Auf ihr stand ein Pinguin, welcher eines der Bücher unter seiner Flosse hielt. "Guten Tag, die Herren. Ich kann mich nicht erinnern für den heutigen Tag Termine geplant zu haben. Wie kann ich helfen?", sprach er. Auf dem Boden angekommen, stieg der Pinguin von der Eisscholle und ging an den beiden vorbei.
Tobias bemerkte, dass er ein Monokel auf seinem rechten Auge sitzen hatte. Leon und er folgten ihm. "Professor Pinguin! Wir sind ohne Termin hierhergekommen. Es ist ein Notfall. Die drei Sterne, welche für die Energie zuständig sind, werden bald verglühen und um das zu verhindern, brauchen wir einen kleinen Teil Ihrer Quelle. Nur so können wir das Land retten.", erklärte Tobias.
Der Pinguin hielt bei einem der Regale an, stellte das Buch in eine Lücke zwischen zwei anderen und wandte sich dann an Tobias. "Achso, und jetzt soll ich euch einfach so einen Teil meiner kostbaren Quelle überlassen? Ohne Gegenleistung?", fragte der Professor mit einem kaum überhörbaren rhetorischen Unterton. Tobias seufzte. "Was wollen sie denn als Gegenleistung haben?", fragte er.
"Naja", begann Professor Pinguin, "etwas weiter nördlich, gar nicht weit von hier, befindet sich der Tintensee. In seinem Zentrum ist eine dunkle Stelle, aus welchem ich gerne eine kleine Phiole unerschöpflicher Tinte hätte. Das wäre sehr wertvoll für jemanden, der so viel Wissen dokumentieren muss und später selbst mal eine kleine Autobiografie schreiben will. Ich würde es ja selbst erledigen, aber die dort lebenden schwarzen Pelikane sind sehr angriffslustig. Außerdem kann ich leider nicht schwimmen." Der Professor schob sein Monokel weiter nach oben.
"Wenn ihr diese Aufgabe für mich erledigt habt, bekommt ihr eure Energie. Am besten, ihr macht euch sofort auf den Weg." Mit diesen Worten setzte er sich an einen Schreibtisch in einen anderen Gang und beachtete sie nicht weiter. "Achja, macht die Tür zu. Es wird hier schnell kalt drinne", rief er ihnen noch hinterher , als sie schon fast draußen waren.

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