Teil 6

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Sie hörten schon die Trommeln, von denen der Mondgeist erzählt hatte. Tobias und Leon betraten nun den Wald. Von außen sah er gar nicht so besonders aus, abgesehen von der Tatsache, dass die Baumkronen viele Blätter hatten und sehr dicht beieinander wuchsen, weshalb es hier auf dem Waldpfad, den sie gerade beschritten, nicht sehr hell war. Es reichte noch, um den Pfad und die Silhouetten der Bäume zu erkennen, aber mehr auch nicht.
"Dann müssen wir jetzt eigentlich nur noch den Trommeln folgen...", sagte Tobias. Leon versuchte sich ein paar Insekten aus dem Gesicht zu schütteln, welche anfingen, ihn zu belästigen. "dann müssen wir vom Waldweg runter", äußerte sich Leon, "Ins direkte Zentrum führen keine Wege, was bedeutet, dass wir durch das Unterholz laufen müssen." Tobias blickte ein wenig verängstigt in das Dunkel, was links von ihm lag. Bis auf die Trommeln der Barbarauken gab es hier keine Geräusche im Wald. Auf ein paar Ästen in den Bäumen schienen Raben und Krähen zu sitzen, welche sie geduldig beobachteten.
"Keine Angst", versuchte der Löwe ihn zu beruhigen, "Meine Augen sind sehr gut, ich werde uns sicher ins Lager des Häuptlings führen." Mit diesen Worten drehte er nach links ab und schon waren sie im Unterholz des Trommelwaldes. Leon schien genau zu sehen, wohin er trat, da er recht schnell lief und nicht stolperte. Das Trommeln wurde immer lauter und bald schon sahen sie ein schwaches Licht, was von einer Feuerstelle zu kommen schien. Sie kamen näher und dann waren sie schließlich da. Vor ihnen war das Lager der Barbarauken. Sie betraten das Lager.
Als erstes fiel sofort die große Feuerstelle im Lager auf, wodurch Tobias gleich viel besser sehen konnte. Um das Lager herum steckten noch Fackeln im Boden und die Tipis der Bewohner, welche aus Tierfellen und Holz bestanden, bildeten die Grenze des Lagers. Um das Feuer herum tanzten lauter dickliche Menschen, welche nur mit kurzen Fellhosen bekleidet waren. Ihre Gesichter waren alle schwarz-weiß, grün oder rot geschminkt und ihre Körper waren ebenfalls mit verschiedenen, Ihm nicht bekannten Zeichen bemalt. Sie gingen an den Leuten vorbei, aber keiner von denen schien sie zu beachten. Dann sahen sie das, was hinter der Feuerstelle war:
Eine Art Pavillion. Links und rechts davon saßen jeweils drei ebenfalls dicke, bemalte Leute, welche auf große Trommeln einschlugen und den Tänzern den Rhythmus vorgaben. Im Pavillion selbst stand eine Art Thron aus Holz mit Fellen ausgepolstert, in welchem der dickste aus dem Lager saß.
Sein Gesicht war bis auf den weißen Sichelmond auf seiner Stirn nicht geschminkt, sein Körper dafür übersät mit schwarzen, weißen und roten Zeichen. Seine braunen Haare waren zu einem Zopf gebunden und er trug ebenfalls eine Fellhose- das musste der Häuptling sein. Dieser bemerkte die beiden schließlich und er gab den Trommlern ein Zeichen, aufzuhören. Die Leute hörten sofort auf um das Feuer zu tanzen und versammelten sich um Tobias, Leon und ihren Häuptling.
"Na, sieh mal einer an, wir hatten lange keinen Besuch mehr. Kommt doch ein Stück näher", rief er ihnen zu und sofort drängten die Stammesmitglieder die beiden näher zum Häuptling. Nun sahen sie ihn etwas genauer. hinter seinem Thron stapelten sich bergeweise bunte Bonbons, Schokolade und andere Süßigkeiten.
Sein Mund war mit Schokolade verschmiert, was von der angebissenen Schokoladentafel in seiner rechten Hand zu kommen schien. Der verschmierte Mund des Häuptlings formte sich zu einem Grinsen, welches viele schlechte Zähne und mehrere Zahnlücken entblößte. "Was hat euch beide denn hier in die Wildnis verschlagen?", fragte er mit rauer tiefer Stimme und hinter ihnen kicherten einige der Bewohner. "Ich bin Häuptling Fleischklops und Anführer der Barbarauken. Es ist lange her, dass wir hier Besuch hatten", sagte er. Tobias war etwas eingeschüchtert, doch nun nahm er seinen Mut zusammen und begann zu sprechen: "Ich bin Tobias und mein Freund hier heißt Leon. Das Land ist in Gefahr. Die Sterne drohen zu erlischen und wir benötigen dringend etwas von Ihrer Energie. Es ist wirklich ein Notfall."

Das Leuchten der SterneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt