Es war tatsächlich nicht sehr weit. Sie waren noch nicht sehr lange unterwegs, als sie an einem dunklen See ankamen. Tobias hat es sich wieder auf dem Rücken seines Freundes gemütlich gemacht und betrachtete das Gewässer vor sich. Es lag ruhig da und rührte sich nicht. Ab und zu bewegte der leichte Wind die schwarze Masse ein wenig. Das Licht wurde von der Oberfläche komplett absorbiert und man hatte im Allgemeinen nicht den Eindruck, als würde das vor ihnen ein See sein.
In der Mitte des Tintensees befand sich eine kleine Insel, auf welcher wohl die Quelle liegen mag. "Bleib da oben sitzen, ich bringe uns darüber", sagte Leon. "Aber wie willst du...", begann Tobias seinen Satz, aber da hatte sich der Löwe schon in Bewegung gesetzt. Er setzte die linke Pfote vorsichtig auf das Wasser. Als er sich sicher war, dass er nicht eintauchte, setzte er auch die rechte Vorderpfote auf das Wasser und schließlich lief er einfach so über den See drüber. "Das ist ja unglaublich!", rief Tobias und lachte, "kannst du auch fliegen?" fragte er seinen Freund.
"Nein", erwiderte Leon, blieb kurz stehen und schaute in den Himmel, "aber die können fliegen", sagte er und bedeutete Tobias, zum Himmel zu gucken. Dieser sah, dass ein Schwarm schwarzer Pelikane direkt auf sie zusteuerte. Sie begannen laut zu krächzen und beschleunigten ihren Flug. Bevor Tobias etwas sagen konnte, setzte sich Leon mit einem Ruck wieder in Bewegung. Nun rannte er schneller als zuvor auf dem Weg zur Eiswüste. Dennoch kamen die Pelikane immer näher und die Quelle war noch weit vor ihnen. "Wir werden sie nicht abhängen können, sie sind zu schnell!", brüllte Leon.
"Was soll ich machen?" schrie Tobias gegen das Gebrülle der Pelikane seinen Freund an. "Hast du nicht noch den Stein, den dir der Geist des Mondes gegeben hat?", brülle Leon wieder. "Stimmt", dachte Tobias und griff sofort nach seiner Tasche. Die Pelikane waren gleich bei Ihnen. Als er in die Tasche guckte, sah er dort aber keinen Stein. Alles was da drinne war, waren die Phiolen für die Energie und...eine Flöte? "Der Stein ist hier nicht, stattdessen ist hier eine Flöte!", schrie Tobias. Er musste diesmal noch lauter werden. Die Pelikane sind nun gefährlich nah. Die Luft begann leicht nach faulem Fisch zu riechen und er sah im Augenwinkel schon die roten Augen der Pelikane.
Der Löwe schlug einen scharfen Haken nach rechts, womit die Pelikane nicht gerechnet haben und somit ein Stück zurückfielen. Die kleine Insel war nun nicht mehr weit. "Eine Flöte?", brüllte Leon, "versuch mal drauf zu spielen, vielleicht hat der Stein sich ja verwandelt!".
Tobias guckte nochmal nach hinten- die Pelikane haben schon wieder aufgeholt. Er griff nach der Flöte und machte die Tasche wieder zu. Es war eine weiße Flöte, das Mundende hatte die Form eines Pelikans. Er begann zu spielen. Er hielt einfach irgendwelche Löcher abwechselnd zu und auf.
Obwohl er nie das Flötespielen gelernt hatte, ertönte eine Melodie. Der Klang der Flöte war wunderschön und beruhigend- nicht nur für die Pelikane, welche auf einmal aufhörten zu krächzen, sondern auch für Tobias. Er fühlte sich mit einem Mal viel entspannter und glücklicher.
Die Pelikane drehten kunstvoll ab und schienen zu dem Lied noch ein wenig im Flug zu tänzeln, bevor sie sich ans Ufer der Küste hinabließen und sich dort einen Ort zum Ausruhen suchten. Tobias atmete auf:
"Das ist gerade nochmal gut gegangen", sagte er. Bei der Insel angekommen, stieg Tobias von Leon ab und füllte eine seiner drei Phiolen mit der tiefschwarzen Tinte, welche dort in einem kleinen Tümpel vor ihm lag. "Dann wollen mir mal zurück", sagte Leon und lächelte Tobias entschlossen an.
"Da seid ihr ja wieder", begrüßte Professor Pinguin Tobias und Leon, also diese wieder die Halle betraten, "das ging ja sogar recht schnell. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ihr die Angelegenheit überlebt". Tobias griff in seine Tasche und holte die volle Phiole mit der schwarzen Tinte raus. "Hier", sagte er und reichte Professor Pinguin das kleine Behältnis. Dieser nahm vorsichtig die Phiole in die Hand und betrachtete sie interessiert. "Das ist einfach wunderschön", raunte der Pinguin, als er sie näher an sein Monokel hielt. "Jetzt hätten wir gerne..."
"Jaja, schon klar, die Energie. Ich bin gleich wieder da.", unterbrach der Professor den Jungen. Er füllte den Inhalt der Phiole in ein leeres Tintenfass auf seinem Schreibtisch und ging auf eine Tür zwischen zwei Regalen an der Wand zu. "Wartet hier kurz mal, ich bin im Null-Komma-Nix wieder bei euch." Dann öffnete er die quietschende Tür, welche sofort wieder hinter ihm zu fiel. Es dauerte nicht lange, da kam der Professor mit der Phiole zurück.
"Soo, hier bin ich wieder", säuselte er scheinbar glücklich über seinen neuesten Besitz. Die Phiole leuchtete weiß, so wie es der Mondgeist getan hat. "Hier ist eure Energie. Ich wünsche euch noch viel Glück und Erfolg bei eurer Reise." Damit verabschiedeten sie sich auch schon und Tobias und Leon begaben sich auf dem Weg in Richtung Osten zum Trommelwald.
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Das Leuchten der Sterne
FantasiEines Nachts hatte ich einen furchbaren Migräneanfall. Als ich mich schlafen gelegt habe, träumte ich einen relativ intensiven Traum, der sich anders anfühlte als die anderen. Den Morgen darauf, bin ich völlig verschwitzt aber immerhin ohne Kopfschm...
