Scheidenschnabel Stirbt Den Helden(schein)tod

132 12 5
                                        

Als Kyra und Mila am Gryffindortisch vorbei kamen, um Fred und George abzuholen, kam ihnen aus der Richtung des Goldenen Trios eine aufmerksamerregende, dunkle Wolke entgegen. Die Stimmung war offensichtlich nicht sehr gut.

„Was ist denn hier los?", fragte Kyra verwirrt.
„Ja, ist jemand gestorben?", hackte Mila nach, „Der Zaubereiminister?"
„Dummkopf, dass kommt erst im siebten Teil.", zischte Kyra.
„Ah, ja... Egal. Jedenfalls, ist denn jetzt jemand gestorben?"
„Noch nicht.", murmelte Harry.
Mila atmete scharf ein. „Ihr plant etwas?! Genial! Können wir mitmachen?"
„Wir planen doch keinen Mord!", empörte Hermine sich, „Heute ist Seidenschnabels Hinrichtung."
Kyra und Mila wechselten einen Blick. „Ah." „Das ist alles?"
„Wie das ist alles?!", fauchte Hermine, die die Nachfahren Slytherins noch nie leiden konnte.
Kyra zuckte mit den Schultern. „Nur eine Hinrichtung an einem Tier. Und deswegen diese Stimmung?"
Harry zog die Augenbrauen zusammen. „Seid ihr plötzlich jetzt auf Malfoys Seite?" Wie die überempfindliche Dramaqueen, die er war, drehte er sich weg.
Mila verdrehte die Augen und zog Kyra am Ärmel weiter. Die Konversation würde nichts mehr bringen und die beiden wollten das Spektakel nicht verpassen.

„Bist du dir sicher, dass es hier war?", fragte Mila skeptisch.
„Ja." Überzeugt drehte Kyra sich um.
„Mhm. Ich war mir eigentlich sicher, dass es dort drüben bei den großen Steinen war."
Die Mädchen suchten gerade nach der Stelle, von der das Goldene Trio und Malfoy samt Anhängsel die Fake Hinrichtung beobachten wird, um sich dahinter zu stellen und ein wenig auf kalten Slytherin zu spielen (seit sie in Hogwarts waren, eins ihrer Lieblingsspiele).
„Okay.", gab Kyra zu, „Du hast recht, es war da drüben."

Kaum hatten sie sich hinter einem Stein versteckt, tauchte Malfoy mit Crabbe und Goyle auf und auch das Goldene Trio ließ nicht lange auf sich warten. Dann hörte man das Zischen und Krachen der Axt und Malfoy lachte triumphierend, worauf bei Hermine eine Sicherung durchbrannte und sie sich auf Malfoy stürzte. Begeistert beobachteten die Mädchen den Eklat und kicherten, als Malfoy an ihnen vorbeistolperte und flüchtete.

Das Trio drehte sich um, nur um die Nachfahren Starks, äh Slytherins natürlich, zu sehen.
„Lacht ihr etwa?!", rief Ron erschüttert. „Sie haben Seidenschnabel umgebracht, obwohl es Malfoys Schuld war!"
„Joa... ", meinte Kyra gelangweilt und pulte Dreck unter ihren Nägeln hervor. „Ist ja nicht so schlimm. Keine große Sache."
Hermine ballte die Fäuste. „Ich habe heute schon einen Slytherin verprügelt, ich kann es auch nochmal machen, wenn ihr jetzt nicht sofort geht!"

Kyra, die von den Griechen ein Supersoldatenserum verpasst bekommen hatte und einen Haufen Kampftraining hinter sich hatte, wirkte nicht sonderlich beeindruckt.
„Das würde ich dir nicht empfehlen, Hermine. Aber wenn es dich beruhigt: Ich werde mich nur verteidigen."
Mila, die kein Supersoldatenserum verpasst bekommen hatte und kein Haufen Kampftraining hinter sich hatte, dafür aber die Lauft kontrollieren konnte und deswegen keine wirkliche Bedrohung von der jungen Gryffindor ausgehen sah, kicherte. „Das war gelogen. Kyra würde sich nicht zurück halten."
Musste ja niemand wissen, dass sie aus Erfahrung sprach.

Hermines Augen funkelten wütend, aber Ron zog sie zurück. „Komm, lass uns gehen, dass sind sie nicht wert."
Das Goldene Trio ging, während Hermine extra laut über die beiden schimpfte, damit die Mädchen es auf jeden Fall auch noch hören konnten, aber diese waren jetzt schon viel zu sehr im Stress: Sie mussten vor den dreien in der heulenden Hütte ankommen und eventuell mit Sirius reden, damit sie dabei sein durften.

„Ok, ich will nicht sagen, dass der Plan schlecht durchdacht war, aber genau das will ich sagen.", kommentierte Mila, als sie vor der peitschenden Weide standen und überlegten, wie verdammt nochmal sie in den geheimen Gang reinkommen sollten. Und das am besten noch bevor die drei Gryffindor auftauchten.
Kyra seufzte und fuhr sich durch die Haare, nur um an einem Knoten hängen zu bleiben und leise fluchend zu versuchen, ihn zu lösen. Mila warf ihr einen kurzen Blick zu und verdrehte die Augen. Die war jetzt erstmal keine Hilfe mehr.

Leicht gestresst sah sich Mila um und entdeckte hinter einem Busch einen übergroßen Hund. „OH!", rief sie aus, „Guck mal, da ist Sirius Black!"
Kyra wirbelte herum, den Knoten in ihren Haaren komplett ignorierend und klatschte Mila ihre Hand auf den Mund. „Klappe, du Idiot!"

Dann drehte sie sich in die Richtung, wo man eben noch den Hund gesehen hatte. „Sorry, Sirius, sie ist etwas unterbelichtet. Das mag jetzt vielleicht etwas komisch rüber kommen und eigentlich haben wir uns auch noch gar nicht überlegt, wie wir das erklären, aber wir wissen alles. Also was passiert ist und -"
„- was passieren wird.", warf Mila ein und malte ein Glitzerregenbogen mit ihren Händen in die Luft, während sie dramatisch „Denn wir sind Hellseher." flüsterte.
Kyra ignorierte sie gefließendlich. „- und sind irgendwie auf deiner Seite. Also, falls du mal jemanden brauchst, der alles schlimmer macht, kannst du Mila fragen und wenn jemand dir wirklich weiterhelfen soll, dann mich."
„Ich hasse dich."
„Ich weiß. So... Und wir sind hier, weil wir das Spektakel mit ansehen wollen, aber kommen nicht in die heulende Hütte."
„Du kannst uns vertrauen, Kyra wäre viel zu dumm sich so eine Geschichte auszudenken. Ihre aktuelle Erklärung ist immer »hab ich von den Griechen«."
„Das stimmt nicht.", verteidigte sich Kyra und Mila warf ihr nur einen ungläubigen Blick zu.
„Ok, vielleicht. Aber nur manchmal."
Noch ein ungläubiger Blick.
„Man, lass mich, ja?"
Mila grinste triumphierend und drehte sich zum Busch. „Also wir brauchen deine Hilfe und Erlaubnis, in die heulende Hütte zu gehen und zuzusehen. Nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge."

Dann war Stille und sie warteten einfach.
„Ich fühle mich ein wenig dämlich.", gab Kyra zu, „Was ist, wenn er schon längst weg ist und wir die ganze Zeit mit der Luft geredet haben?"
„Habt ihr auch", sagte eine Stimme hinter ihnen, „Ich war die ganze Zeit hinter euch."

Crazy Witches Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt