15.

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,,Was, wenn sein Mädchen etwas damit zutun hat?" höre ich einen der ältesten.

Ich schaue ihn an und erstarre an meinem Platz zu Stein. Mir bleibt plötzlich der Atem weg und noch schlimmer wird diese Last auf meiner Brust.

,,Das Mädchen ist bereits über alle Berge" sagt Fran und sieht mich dabei an.
Er durchschaut mich grade und das durfte ich nicht zulassen.

Ich setze mein Pokerface auf und sehe zu Vater,  meine zittrigen Hände verstecke ich unter dem Tisch und gebe so ein Makelloses Bild.

,,Was, wenn Sie sich der Familie angeschlossen hat und die Rache für den Tod ihres Vaters der von Lorenz ist?" wirft Thomàs ein und hebt eine Braue.

Wieder ist Gemurmel und Getuschel zu hören in der Runde. Es wird heiß diskutiert und Sie schmeißen Mariell bereits auf den Scheiterhaufen und zünden ihn an.

In mir fängt das Blut an schneller zu pumpen, mein Kopf schmerzt davon und ich zische auf, halte mir an die Schläfe.

,,Das kann nicht sein" platzt es laut aus mir heraus. Viel zu laut. Alle sehen mich an und so stehe ich nun im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Alles ist plötzlich unangenehm still geworden.

Ich sehe zu Fran, starre Fran an, brauche Fran in diesem Moment. Es ist, als hätte ich meine Stimme verloren. Mein Körper wie gelähmt.
Ich brauche seine Hilfe.

,,Was wenn sie von ihrer Familie nichts weiß?" wirft dieser fragend ein und ich danke ihm dafür, still und heimlich aber nur mit meiner Blicke.

Der Rat ist erneut wild am diskutieren.

,,Wir sollten Jagd auf sie machen und sie umlegen. Dann macht sie uns auch keine Probleme mehr" sagt Thomàs schulterzuckend und tut es mit einem Handwerfen ab.

Ich fühle mich hilflos. Ich BIN machtlos. Auf der einen Seite ist meine Familie, meine Blutsverwandtschaft, meine Leute.

Auf der anderen Seite ist ein hilflosen unschuldiges Mädchen.

,,Nein" höre ich neben mir und ich erstarre erneut. Ich muss hier raus, ich muss hier weg.

Mein Vater erhebt sich wieder.

,,Wir werden dieses Mädchen nicht töten, ehe sie uns keinen Grund dazu liefert. Für uns ist sie unschuldig und wir töten keine unschuldigen" beruht mein Vater unsere Prinzipien.

Es erleichtert mich ungemein und es lässt mich zurück in den Stuhl lehnen. Dieser psychische Stress lässt mich ganz ausgelaugt fühlen.

Ruhe.

Ohne eine Lösung gefunden zu haben, löst sich der Rat wieder auf.

Als ich grade dabei bin mich von allen zu verabschieden und von den ältesten nur Zuspruch bekomme, begegne ich Fran.

Mein engster Verbündeter steht ein paar Meter von mir entfernt, uns trennt ein ganzer Haufen Menschen.

Francesco steht einfach da, als wäre er unsichtbar und geht mir durch Mark und Haar. Er weiß, was mir mir los ist.

Er hat mich durchschaut, als wäre ich durchsichtig. Für ihn bin ich und werde ich immer ein offenes Buch sein.

Das erkenne ich an seinem Blick.

Es wird einiges zu erklären geben, es ist erst ein paar Stunden her, als wir alleine waren und seid dem hat sich einiges getan. Mit einem Kopfnicken deute ich ihm zur Tür.

Auf direktem Wege verlasse ich meine Familie, verlasse das Gebäude und setze mich in meinen Wagen.

Es dauert nur wenige lange Minuten, bis Francesco das Haus ebenfalls verlässt.

Omertà & PentitoWo Geschichten leben. Entdecke jetzt