Überrascht zuckte Max zusammen, ausgerechnet Carlos baute sich fast bedrohlich hinter ihm auf. „Habe ich dir nicht gesagt, dass du ihn in Ruhe lassen sollst?", fragte er mit eisiger Stimme und ihm kroch es kalt den Rücken runter. Das Temperament des Spaniers hatte er glatt vergessen oder viel mehr noch verdrängt. Sie hatten sich in der Vergangenheit wirklich hitzige Wortgefechte geliefert, doch die lagen so lange zurück, dass es ihm fast unwirklich schien, wie sie sich früher angegangen hatten. „Wenn du irgendeins deiner Spielchen mit Lando abziehst, bekommen wir Zwei ein echtes Problem", teilte ihm Carlos jetzt mit und funkelte ihn fast schon zornig an. Max schluckte, wusste nicht, was er sagen sollte, dabei war er doch eigentlich nicht auf den Mund gefallen
Doch der Spanier kam gerade erst in Fahrt, schubste ihn leicht nach hinten, so dass er jetzt mit dem Rücken zur Wand stand und klatschte seine Hand schwungvoll neben seinem Gesicht an die Mauer. So ähnlich musst sich Lando gefühlt haben, als ich ihn bedrängt habe, schoss es Max durch den Kopf. „Auf der Strecke magst du vielleicht das bessere Auto haben und im Vorteil sein, aber das wird dir nichts bringen, sollte mir zu Ohren kommen, dass du ihn verarscht hast!", drohte er ihm jetzt. Irgendwie beneidete er Lando mit einem Mal dafür, dass er jemanden, wie Carlos hatte, der auf ihn aufpasste. Für ihn hätte das der Ältere früher sicherlich nicht getan.
„Carlos, Amigo", schallte auf einmal die Stimme von Daniel über den Flur, „Was treibst du da mit dem Käsekopf?" Der Spanier zog seine Hand weg und trat einige Schritte zurück, schenkte ihm dabei aber noch einen durchaus warnenden Blick. Der Australier war bei ihnen angekommen und klopfte Carlos auf dem Rücken, schien zu spüren, dass dieser aufgebracht war. „Komm Best-of-the-Rest-Man, du kannst mir für meine heutige Schmach ein Bierchen ausgegeben. Alles ok bei dir Max?" Er nickte, „Carlos hat nur seinen Standpunkt klar gemacht und er hat recht mit dem, was er sagt." Das schien den Spanier zu überraschen. Aus den Augenwinkeln bemerkte Max, dass sich Landos Tür geöffnet hatte, dann konnte er auch gleich seinen guten Willen beweisen und es komplett hinter sich bringen. Er sah dem Spanier direkt in die Augen, „Es tut mir leid, dass ich früher so ein arroganter Arsch dir gegenüber war."
Die anderen Drei schnappten synchron nach Luft. Tja, es kam wohl wirklich nicht so oft vor, dass er sich für sein Benehmen entschuldigte. Daniel lächelte ihm zu, schenkte ihm ein aufmunterndes Nicken, Carlos sah ihn ungläubig an und Landos Gesichtsausdruck konnte er nicht deuten. „So, nachdem wir diesen rührseligen und unglaublich seltenen Moment genossen haben, wie schauts jetzt aus mit meinem Bierchen?", der Australier versuchte die Situation aufzulösen. Der Spanier war immer noch ganz perplex, „Wo kommt das denn jetzt her?" Max zuckte die Schultern, „Ich habe darüber nachgedacht und dachte du solltest es wissen." Carlos guckte ihn immer noch leicht irritiert an, nickte dann aber, „Was ich dir gerade gesagt habe gilt dennoch", doch er klang schon um Längen freundlicher. „Das verstehe ich und es ist auch in Ordnung." Damit verblüffte er ihn erneut. „Bier, jetzt!", quengelte Daniel. Carlos streckte Max seine Hand entgegen und er schlug ein, damit war zumindest das Thema zwischen ihnen beendet. Er wartete noch bis der Aussie den Spanier außer Hörweite gezogen hatte, dann wandte er sich Lando zu, „Können wir bitte reden?"
Der Brite guckte ihn unschlüssig an, „Kommt drauf an, ob du wieder komische Dinge sagst." „Ich werde sicherlich komische Dinge sagen, denn das, was ich dir zu sagen habe, wirst du sicherlich komisch finden", argumentierte Max trocken und entlockte ihm ein kleines Lächeln. Fröhlich gefiel er ihm viel besser, wenn sein Gesicht strahlte, war auch seine Welt in Ordnung. Lando haderte noch einen Moment bevor er ihn hereinbat. Max fiel ein Stein vom Herzen, wenigstens bekam er noch eine Chance sich zu erklären. „Also?"
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Unstoppable Desire (Formel 1)
RomanceWeggucken ging nicht. Das, was Max sah, fesselte ihn mehr als es sein sollte. Dennoch war es faszinierend. Etwas, dass er so bewusst noch nie gesehen hatte. Es stellte alles auf den Kopf, was er über sich selbst zu wissen glaubte und trotzdem ist es...
