Kirre

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Zärtlich blickte Max auf den schlafenden Lando in seinen Armen hinab. Auch so viele Wochen später war es für ihn immer noch völlig unvorstellbar, dass sie tatsächlich ein Paar waren, zusammengehörten und es trotz aller Widrigkeiten schafften ihre Beziehung am Leben zu erhalten. Denn, dass es schwierig war nur heimlich zusammen sein zu dürfen, daran bestand kein Zweifel, auch wenn sie mittlerweile den Dreh ganz gut raushatten. Hilfreich war es natürlich, dass Carlos und Daniel über sie Bescheid wussten und sie ab und an mahnend zur Seite nahmen, wenn sie sich zu offensichtlich in der Öffentlichkeit anschmachteten. Bei der Erinnerung, wie der verrückte Aussie ihm dieses Wort um die Ohren gehauen hatte, musste Max breit grinsen. Er war Max Verstappen, er schmachtete doch nicht.


Obwohl es durchaus sein konnte, dass er ab und an einen sehnsüchtigen Blick in Richtung des Briten geworfen hatte. Lando hatte seine ganz eigene Art damit umzugehen. Die Presse liebte ihn dafür. Wie könnte man diesen kleinen Sonnenschein auch nicht lieben. Wenn sie gemeinsam Interviews gaben oder zur selben Zeit am selben Ort waren, fand der Jüngere immer irgendeine Verrücktheit um ihn zufällig zu berühren und sei es nur, dass er seine Hand kurz auf seine Schulter legte, oder und darüber war er immer noch entsetzt, spielerisch nach seinem besten Stück schlug. Dafür hatte er sich später am Abend, als er sich in das Zimmer des anderen geschlichen hatte, auch ausführlich revanchiert.


Denn darauf lief es leider hinaus, heimliches zueinander Schleichen, wenn alle anderen längst in ihren Betten lagen und schliefen. Ganz oft schliefen sie auch einfach nur nebeneinander ein, waren erschöpft von den Strapazen des Tages, hatten keine Energie für ausdauernde Bettspielchen und dennoch war es schön. Noch so etwas, dass er nicht hatte kommen sehen. Die Zweisamkeit, die sie miteinander hatten, war genauso wichtig, wie der Sex. Zärtlich strich er dem Jüngeren jetzt über das Haar, spürte die grenzenlose Liebe, die er für ihn fühlte, in sich aufwallen und konnte es kaum erwarten, dass Lando ebenfalls wach werden würde.


Sie hatten sich eine Woche miteinander stibitzt. Weihnachten und Sylvester noch getrennt voneinander mit ihren Familien und Freunden verbracht und sich dann zu einem gemeinsamen Snowboard-Urlaub verabschiedet. Keiner kam auf falsche Gedanken, dass dies nicht der Wahrheit entsprechen könnte, immerhin waren sie befreundet und Freunde konnten zusammen Winterurlaub machen. Wirklich Snowboard gefahren waren sie in den zwei Tagen, die sie jetzt schon hier waren, allerdings noch nicht. Eigentlich waren sie kaum vor der Tür gewesen. Max lächelte, diese Hütte zu mieten war eine bombastische Idee gewesen. Niemand störte sie hier, sie waren ganz alleine, nur sie zwei. Endlich hatten sie mal wieder richtig Zeit für einander.


Seine Gedanken gingen erneut auf Wanderschaft. An die Tage, die Lando bei ihm in Monaco verbracht hatte, nachdem der Crash mit Magnussen passiert war. Es waren drei tolle Tage gewesen. Sie hatten zum ersten Mal miteinander geschlafen. Liebe gemacht, wie Lando sagen würden, er lächelte schon wieder. Danach war alles besser geworden. Intensiver, wenn man so wollte. Der Jüngere hatte am darauffolgenden Abend tatsächlich das Kommando übernommen, etwas, dass er ihm nie zugetraut hätte und das unglaublich erregend für ihn gewesen war. Dem Briten dabei zu zusehen, wie er sich von oben auf ihn absenkte, ihn in sich aufnahm, war so scharf gewesen, dass er beinah in dem Moment schon gekommen wäre. Dilara hatte von dieser Position nie viel gehalten, sie stand eher auf Blümchensex. Der war natürlich auch befriedigend gewesen, aber mit Lando war es etwas ganz anderes.


Der Jüngere brachte Seiten in ihm zum Klingen, von denen er bisher nicht mal etwas geahnt hatte. Wenn er mit ihm zusammen war, war er ein anderer Mensch. Normaler Weise ging er rücksichtslos durchs Leben, nahm sich, was er wollte, kämpfte mit harten Bandagen ohne Rücksicht auf Verluste. Mit Lando war das anders, kaum blitzte ihn der britische Wirbelwind aus seinen energiegeladenen Augen an, war es um ihn geschehen und alles was der Jüngere wollte bekam er auch. Max hatte noch nie vorher den übermächtigen Wunsch gespürt für einen anderen Menschen alles zu geben, aber wenn Lando glücklich war, dann war er es selber auch.

Unstoppable Desire (Formel 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt