Wirrwarr

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Der Jüngere wehrte sich nicht. Guckte ihn nur aus, wahrscheinlich schockiert, aufgerissenen, großen Augen an. Er spürte den schnellen Herzschlag des Briten unter seinem Arm und wurde sich dessen bewusst, was er da gerade tat. Hastig ließ er los und trat einen Schritt zurück. Sein eigenes Herz wummerte ebenfalls, wie blöde. „Habe ich dir was getan?", in Landos Stimme schwang pure Verunsicherung mit. Max war fassungslos über sich selbst. Was hatte er da gerade getan? War er von allen guten Geistern verlassen? Da konnte er sich ja gleich „Dämlicher Vollidiot" quer über die Stirn tätowieren lassen. Ohne ein Wort zu sagen drehte er sich um und stürmte aus dem Zimmer.


Doch weit kam er nicht. Zu aufgebracht um den Fahrstuhl zu nehmen, entschied er sich für die Treppe, nur um in der Tür zum Treppenhaus erneut mit Daniel zu kollidieren. Dieser sah ihn, auf Grund des erneuten Zusammenstoßes, breit grinsend an. Gedanklich verfluchte Max den Fitnesswahn seines Ex-Kollegen, der ihn dazu trieb ständig die Treppe zu nehmen und dessen Gabe immer dann aufzutauchen, wenn er nun wirklich nicht gebraucht wurde. „Du läufst auch nur noch mit Tomaten auf den Augen durchs Leben", foppte der Aussie ihn sofort, „Hast du schon wieder etwas angestellt?" Hilflos zuckte Max die Schultern. „Mitkommen", befahl der Australier und zog ihn, als er keine Anstalten machte ihm zu folgen, hinter sich her.


Erneut fand er sich in Daniels chaotischen Reich wieder. Es sah sogar noch eine Spur schlimmer aus, als gestern, wenn er den Raum so in Augenschein nahm. Dieses kleine bisschen Beständigkeit brachte ihn wieder runter. „Also, wo drückt der Schuh denn jetzt schon wieder?", Daniel musterte ihn halb belustigt, halb besorgt. „Ich wollte nur mit Lando sprechen, aber dann hat er mir eine Hand auf die Schulter gelegt und ich bin ausgerastet. Hab ihn gegen die Wand gedrückt, wollte wissen, was er mit mir macht und bin dann abgehauen", fasste Max grob zusammen und vergrub anschließend sein Gesicht in seinen Händen. „Und was hat er dazu gesagt?", fragte der Australier gar nicht neugierig. „Gar nichts", nuschelte Max in seine Hände. „Häh?"


„Ich bin abgehauen. Schon vergessen?", als wenn das alles erklären würde. „Du hast Norris also den Schreck seines Lebens verpasst und dann das Weite gesucht?" Daniel klang ein wenig fassungslos und so fühlte er sich ja auch selber. „Was hätte ich sonst machen sollen? Darauf warten, dass er um Hilfe schreit, weil ich so ein Idiot bin?" „Dich vielleicht sofort zu entschuldigen, wäre eine Option gewesen", stellte der Aussie nüchtern fest. „Zu spät", befand Max, „Am besten wird es sein, wenn ich ihm einfach konsequent aus dem Weg gehe und diese dummen Gefühle loswerde!" „Welche Gefühle?", hakte Daniel sofort nach. Mist, davon wusste er ja noch gar nichts. „Deine blöden Ratschläge von gestern", fing der Holländer an, „Sind total scheiße gewesen. Finde heraus ob da eine Anziehungskraft ist, bla bla. Für 'n Arsch!" Der andere grinste, „Du bist in ihn verknallt." „Bin ich nicht", doch das kam nicht so überzeugend raus, wie er es gerne gehabt hätte.


„Oh doch und deshalb auch dieses ganze Drama." Daniel sah ihm fest in die Augen, „So lange die Chance besteht, dass alles gut wird, solltest du nicht aufgeben. Schlaf eine Nacht drüber und morgen sieht die Welt vielleicht schon wieder ganz anders aus." „Wer's glaubt", resigniert senkte er den Blick auf seine Füße. „Max, du bist nicht der Typ, der einfach aufgibt, also tu es auch jetzt nicht." „Wieso bist du dir da eigentlich so sicher?" „Weil ich gesehen habe, wie er dich anguckt", gab der Australier von sich. „Und wie guckt er mich bitte schön an?", er konnte nicht verhindern, dass sein Herz schon wieder schneller schlug. „So, wie man jemanden anguckt von dem man ausgeht, dass man ihn nicht haben kann", sagte Daniel mit so viel Überzeugung, dass Max ihm einfach glauben musste. „Sicher?", hakte er dennoch unsicher nach. „Ganz sicher. Und jetzt sie zu, dass du in dein Bett kommst und eine Mütze Schlaf kriegst." Max nickte, hielt sich innerlich an dem kleinen Fitzelchen Hoffnung fest, welches sich in ihm geregt hatte und verabschiedete sich von Daniel. Dieser bedachte ihn noch einmal mit einem aufmunternden Blick, bevor er ihn in die Nacht entließ.

Unstoppable Desire (Formel 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt