Bonuskapitel - Panik

3K 96 42
                                        


„Lando, was ist los?", besorgt musterte Max seinen Freund und versuchte herauszufinden, was mit dem Jüngeren nicht stimmte, was allerdings dadurch, dass sie sich Dank Corona nur über diesen dummen kleinen Handybildschirm unterhalten konnten, gar nicht so einfach war.

„Nichts", wiegelte der junge Brite ab, aber sie waren jetzt schon fast ein Jahr zusammen und er kannte ihn in und auswendig, deshalb nahm Max ihm dies auch ganz bestimmt nicht ab.

„Sicher?", hakte er deshalb auch nach und zeigte seine Skepsis deutlich.

„Bitte Max", flüsterte Lando, „Ich kann gerade nicht darüber sprechen, aber es hat nichts mit dir zu tun, versprochen."

Das beruhigte ihn zwar, dennoch zogen sich seine Augenbrauen frustriert zusammen.


Lando hatte irgendwas und das machte ihn wahnsinnig. Sie waren jetzt schon so lange getrennt voneinander, dass seine Sehnsucht nach dem Jüngeren ins Grenzenlose gewachsen war und er war froh, dass eine glückliche Fügung des Schicksals, es ihm möglich machte nach England zu reisen. Offiziell natürlich auf Grund der Arbeit, inoffiziell würde er aber definitiv auch seinen Freund aufsuchen.

So kam es, dass er sich ein paar Tage nach ihrem letzten Telefonat, Lando hatte es irgendwie geschafft, sich komplett abzuschotten, auf dem Weg nach Großbritannien machte.

Nervöse Unruhe hatte sich in ihm breit gemacht, je öfter er ohne Erfolg versucht hatte den Jüngeren zu kontaktieren. Den Termin im Werk möglichst professionell über die Bühne zu bringen, fiel ihm dementsprechend schwer, zu groß war mittlerweile die Sorge um Lando und als er jetzt endlich vor der Haustür seines Freundes stand, musste er tief durchatmen, bevor er die Türklingel bedienen konnte.


Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis die Tür sich endlich öffnete und dann hatte der Jüngere sein Gesicht unter einem Käppi und hinter einer riesigen Sonnenbrille versteckt.

„Max?", perlte es perplex und rau über die Lippen seines Freundes und er drängte ihn instinktiv ins Haus zurück und schloss die Tür hinter ihnen.

Trat dann näher auf Lando zu und nahm ihm die Verkleidung ab.

„Du hast geweint", stellte Max anschließend bestürzt fest, da flüchtete Lando sich auch schon in seine Arme.

Schmiegte seinen Körper an ihn und klammerte sich regelrecht an ihm fest. Beinah hätte er das Gleichgewicht verloren.

„Lando, was ist los?", fragte Max, wie auch schon einige Tage zuvor am Telefon, „Ich konnte dich plötzlich nicht mehr erreichen. Ich habe mir Sorgen gemacht."

„Tut mir leid", schniefte es heftig an seiner Schulter und was auch immer passiert war, es hatte den jungen Briten ganz schön aus der Bahn geworfen.

„Ist jemand gestorben? Geht es deinen Eltern gut?", versuchte er einen Ansatz zu finden, um dahinter zu kommen, warum Lando so fertig war, während er gleichzeitig versuchte selber ruhig zu bleiben und seinem Freund Halt zu geben.

„Was? Nein, niemand ist gestorben", gab Lando von sich, schränkte diese Aussage dann jedoch sofort wieder ein, „Aber es fühlt sich so an."


„Okay mein kleiner Bruchpilot, so kommen wir nicht weiter", flüsterte Max zärtlich und registrierte, wie die Schluchzer des Jüngeren bei diesem Kosenamen, ein wenig an Intensität verloren.

„Das war nicht meine Schuld", widersprach Lando leise, zwar nicht so vehement, wie sonst, wenn er ihn so nannte, aber wenigstens sagte er es überhaupt.

Unstoppable Desire (Formel 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt