Ich lief durch die Gassen des Tonwships von Kapstadt. Freundlich größte ich einige Leute, die mich zurückgrüßten. Die meisten kannte ich als kleine Kinder, da ich nach der Flucht eine Zeit lang mit meinen Schwestern bei Milina untergekommen war. Milina war heute eine ältere Dame, deren dunkle Haut langsam faltig wurde. Ihre schwarzen Haare hatten sich in weiße verwandelt, aber ihr Charakter war immer noch derselbe. Deshalb entschloss ich mich zu ihr zu gehen und mich von ihr zu verabschieden. Als ich an den kleinen Haus ankam, bemerkte ich, dass die komplette Straße leer und still war. Vor einigen Jahren war hier abends die Hölle los. Überall waren Jugendliche, die sich betranken und stritten. Polizisten fuhren ihre Streife hier sicherlich seit langem nicht mehr. Ich öffnete das Gartentor. Als ich eintrat, sprang mich Zumbeia an. Sie war Milinas Hündin und musste mindestens 15 Jahre alt gewesen sein. „Hallo Zu!“, begrüßte ich sie und streichelte sie. Ich hatte früher immer einen Hund gehabt, der mir beim Sammeln und Jagen half. Doch nach meiner Verwandlung hielt mein Vater mich als seinen Hund und brachte unseren damaligen Hund um. Ich lief mit der alten Hündin den kleinen kurzen Weg zum Haus entlang und klopfte an die Tür.
„Ich komme!“, rief Milina und öffnete die Tür. „Hallo Jade!“, begrüßte sie mich und wir umarmten uns. „Komm doch rein!“, bat sie mich und ich trat in das kleine Haus ein. Es war immer noch so eingerichtet wie vor 50 Jahren, nur stand ein Fernseher im Wohnzimmer und ein Telefon hing an der Wand. "Was führt dich zu mir?", fragte sie mich als sie sich an ihren Küchentisch setzte.
"Ich habe wieder mal ein Problem.", antwortete ich.
"Mit Perrie?", fragte Milina und ich nickte. "Hast du ihnen endlich die Wahrheit gesagt?", fuhr sie fort.
"Ja, weil es nicht anders ging. Mein Bruder und seine Jungs sind plötzlich wieder aufgetaucht.", antwortete ich.
"Es wurde aber auch mal Zeit, dass du ihnen endlich gesagt hast, wer sie wirklich sind. Deine Schwestern und deine Tochter mussten es endlich wissen.", sagte sie. "Aber wie hat Perrie reagiert?", fragte Milina.
"Sie hat mich angeschrien und ist dann abgehauen. Shay ist ihr hinterher gerannt und ich habe mich entschlossen Dads Leute von den beiden fernzuhalten.", antwortete ich.
"Das ist schlecht.", sagte Milina. Ich sah sie an und sie verstand, was ich getan hatte. "Du gehst von deiner Familie weg?", fragte sie.
"Ja. Ich habe keine andere Wahl.", beantwortete ich ihre Frage. Es gab nur eine Möglichkeit meine Familie zu beschützen und die war, dass ich sie verlassen musste und meinen Bruder und meinen Vater von hier weglocken musste. Milina sah auf den Tisch, dann zu Zu und dann aus dem Fenster.
"Du willst wirklich allein gehen?", fragte sie mich.
"Milina, es ist für alle sicherer, wenn ich allein bin.", sagte ich.
"Dann brauchst du etwas, womit du dich verteidigen kannst.", sagte sie und stand auf. Sie ging in ihr kleines Schlafzimmer und kam fünf Minuten später mit einer Holzkiste zurück. "Das sollte reichen.", sagte sie als sie die Kiste öffnete. Dort lagen mein alter Bogen und die Pfeile, meine Messer und ein Schwert.
"Du hast sie all die Jahre aufbewahrt?", fragte ich und Milina nickte.
"Ich habe sie damals noch als Verteidigungswaffen gehabt, aber nachdem du dein Haus gebaut hattest und mit deinen Schwestern wegzogst, wurde die Kriminalität auch weniger. Mit euch zogen auch die ganzen Jugendlichen weg.", sagte sie.
"Danke.", sagte ich und umarmte die alte Frau. Ich verabschiedete mich und ging zur Tür.
"Es hat sich viel verändert. Also pass auf dich auf.", sagte Milina, bevor ich aus dem Gartentor ging und auf die Straße trat. Ich drehte mich noch ein letztes Mal zu meiner alten Freundin um und winkte ihr noch einmal. Dann lief ich die Straße entlang und ordnete meine Waffen. Von nun an war ich allein, ich hatte nur mich.
Nach einer halben Stunde stand ich auf dem Tafelberg und sah auf unser Haus. Die Sonne schien mir in mein Gesicht. "Es war eine schöne Zeit.", flüsterte ich.
"Jade!", schrie eine bekannte Stimme im Wald unter mir. Ich suchte den Wald mit meinen Augen ab und entdeckte Harry, der sehr verzweifelt aussah. Ich sprang in die Tiefe und landete lautlos auf der Erde. Harry entdeckte ich ein Stück vor mir. Ich schaute mich um und lief dann zu ihm.
"Harry, was ist?", fragte ich ihn und er drehte sich zu mir um.
"Jade!", schrie er überglücklich und umarmte mich. "Shay. Sie. Sie hat.", stotterte er.
"Was ist mit Shay?", fragte ich.
"Sie hat sich verwandelt.", antwortete er.
"Sie hat was?!", schrie ich. "Wie!?", fuhr ich fort.
"Sie hat uns verteidigt, als die Leute von David und Mikeal uns angriffen.", antwortete er.
"Sie hat getötet?", fragte ich vorsichtig.
"Ja.", sagte Harry. Ich rannte schnell zu unseren Haus. Harry hatte Probleme mit mir mitzuhalten, da ich sehr schnell war. Vor unseren Haus bremste ich und holte noch einmal tief Luft. Dann trat ich in unsere Villa. Ich ging instinktiv ins Wohnzimmer, wo ich den braunen Wolf entdeckte. Zayn und die anderen versteckten sich vor diesen und ich sah Perrie auf dem Sofa.
"Shay! Ganz ruhig.", sagte ich mit sanfter Stimme, doch es half nichts. Shay griff mich an. Sanft warf ich sie zurück. Dann verwandelte ich mich. Das hatte ich seit Jahren nicht mehr getan. Als schwarzer Wolf ging ich langsam und vorsichtig auf sie zu. Shay zeigte die erwartete Reaktion in dem sie zurückzuckte und etwas nach unten ging. "Shay, alles ist in Ordnung.", sagte ich ihr.
"Mom! Was ist passiert?", fragte sie mich.
"Du bist meine Tochter und damit zum Teil ein Werwolf. Nur wir können uns verwandeln, wann wir wollen. Als du das erste Mal getötet hast, kam dieses Gen hervor und du hast dich verwandelt.", erklärte ich ihr.
"Wie verwandle ich mich zurück?", fragte sie.
"Du musst es wollen. Denk einfach an deine eigentliche Gestalt.", antwortete ich. Ich dachte an mein Vampir-Ich und kurze Zeit später stand ich in Klamotten und in Menschenform vor den braunen Wolf. "Jesy, hol ihr ein paar Klamotten! Und ihr Jungs geht bitte aus diesen Raum.", sagte ich und alle standen vorsichtig auf und machten das, was ich ihnen befohlen hatte. Shay brauchte etwas bis sie herausfand, wie sie sich zurückverwandelte. Dann zog sie die Sahcen an, die Jesy geholt hatte und setzte sich auf das Sofa. "Was ist mit Perrie?", fragte ich und Shay erklärte mir alles. Dann setzte ich meine Heilkräfte ein und Perrie wachte auf. Sofort umarmte sie mich.
"Es tut mir leid.", sagte sie.
"Ist schon in Ordnung.", sagte ich und stand auf.
"Wo willst du hin?, fragte sie mich.
"Ich muss weiterziehen. Ich bringe euch nur unnötig in Gefahr.", sagte ich.
"Wir können doch gemeinsam gehen."; schlug Shay vor.
"Nein. So wie damals ist es nicht mehr. Alles hat sich verändert. Zayn wird meinen Platz in dieser Familie einnehmen. Ich traue ihm zu, dass er auf euch aufpasst und euch beschützt.", sagte ich und verließ den Raum. Ich ging zur Tür und öffnete diese.
"Jade, ich komme mit dir.", sagte Liam.
"Nein. Deine Tochter braucht dich jetzt und hier. Du wolltest dich bessern? Dann sei jetzt ihr Vater!", sagte ich und verließ auch das Haus.
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Lost Vampire
FantastikJade lebt in Kapstadt mit ihren Schwestern Perrie und Jesy und ihrer Tochter Shay. Shay weiß davon aber nicht, denn sie wuchs mit Perrie und Jesy als Schwestern auf und sieht Jade als ihre große Schwester. Die drei gehen wie ganz normale Kinder in d...
