Jisung PoV
"Ich will, dass du bei mir bleibst, Minho. Zumindest über Nacht.", meinte ich, als wir vor meiner Haustür standen und ich gerade die Tür aufschließen wollte. "Ich will nicht alleine sein und morgen ist eh Samstag."
"Dann bleib ich bei dir.", antwortete er und lächelte mich an. Ich lächelte zurück, ehe ich die Tür aufschloss und wir beide ins Haus gingen.
"Jisung, bist du das?!", rief meine Mutter aus der Küche.
"Ja, bin ich! Und Minho pennt hier, also komm besser nicht in mein Zimmer!", antwortete ich genauso laut.
"Erstmal kommst du jetzt her!"
Ich verdrehte die Augen, doch ging dann gefolgt von Minho in die Küche, wo sie mit einem Mann und einem Mädchen saß.
"Wenn das irgendwie so ein Psycho-Spielchen wird, damit ich auf magische Weise hetero werde, kannst du das voll vergessen. Ich bin und bleibe schwul und mit Minho zusammen.", stellte ich klar.
"Sie wird in dein Zimmer ziehen."
"Kannst du vollkommen knicken."
"Du hast gesagt, du bist schwul, also was stört dich das, wenn ein Mädchen zu dir zieht?"
"Okay, als allererstes brauche ich Privatsphäre und die hab ich nicht, wenn eine komplett Fremde zu mir zieht. Zweitens bin ich zwar schwul, aber sie ist nicht lesbisch und selbst wenn sie es wäre, würde ich nicht wollen, dass sie bei mir pennt, weil wir beide Körperteile haben, die der jeweils andere nicht hat. Und drittens will ich in Ruhe Zeit mit meinem Freund verbringen können, wenn du verstehst."
"Dann lernt ihr halt euch zurück zu halten, bis du ausgezogen bist. Und du musst dich ja nicht vor ihr umziehen."
"Du weißt genau, dass ich kein Problem damit habe, mich stattdessen in irgendeinem Badezimmer durchnehmen zu lassen. Wir werden uns definitiv nicht zurück halten. Wenn ich Sex will, bekomme ich den auch und das mehr als gut."
"Du bist so respektlos geworden!"
"Vielleicht ändert sich das ja, wenn du mich auch so behandelst, wie es angemessen ist. Komm, Babe. Wir gehen in mein Zimmer."
"Es wird sich nichts an dem ändern, was ich gesagt habe!"
"Jaja, hab's verstanden. Können wir jetzt gehen?"
"Meinetwegen."
Mit einem Augenverdrehen drehte ich mich um und ging mit Minho gemeinsam in mein Zimmer.
"Deine Mutter würde mich ja auch wahnsinnig machen.", stellte er fest und legte sich aufs Bett, wo er seine Arme ausbreitete als Zeichen, dass ich mich zu ihm kuscheln sollte.
"Macht sie mich auch. Deshalb hab ich dich immer weggeschickt, bevor sie gekommen ist. Aber jetzt ist das ja auch egal."
"Wieso ist das egal? Wir sind kein richtiges Paar, Ji."
"Danke fürs Erinnern...", murmelte ich leise. Der Satz hatte wehgetan. Und wie er das hatte. Mehr als jeder einzelne von seinen Schlägen oder Tritten. "Es ist egal, weil durch das Outing doch sowieso alles rausgekommen ist."
"Ach, Kleiner...", seufzte er und schloss mich in seine Arme, weshalb sich das inzwischen altbekannte Kribbeln in meinem Bauch breit machte. "Ich weiß, wie sich das anfühlt... Aber du musst da nicht alleine durch. Nur weil ich dich nicht liebe, heißt das nicht, dass ich nicht für dich da sein kann."
"Richtig, du kannst mich trotzdem noch knuddeln und küssen."
"Dann dreh dich um und lass dich küssen."
Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Ich drehte mich zu ihm um und keine drei Stunden später lagen unsere Lippen aufeinander. Fast schon zärtlich bewegten sich seine Lippen gegen meine und auch wenn es ein schöner Kuss war, versetzte er mir einen kleinen Stich in mein vor Aufregung rasendes Herz. Ich hielt dieses sanfte, aber gleichzeitig nicht liebevolle nicht aus, deshalb setzte ich mich auf seinen Schoß und wurde verlangender. Vielleicht würde es ja besser werden, wenn es weniger zärtlich zu ging.
Doch auch das unterbrach ich irgendwann, da ich eigentlich keine wirkliche Lust darauf hatte. Stattdessen legte ich meine Arme um ihn und legte meinen Kopf in seiner Halsbeuge ab.
"Was ist los, Sungie...?", fragte er und begann mit meinen Haaren zu spielen.
"Weiß nicht.", murmelte ich zurück, aber er hatte keine wirkliche Chance mehr, darauf einzugehen, da es an der Tür klopfte.
"Darf ich rein kommen...?", kam es vorsichtig von dem Mädchen das unten am Tisch gesessen hatte.
"Ja.", antwortete ich und drehte meinen Kopf in Richtung der Tür, die sie nun öffnete.
"Ich wollte mit dir reden, Jisung."
"Dann rede."
"Baby, ich weiß, du brauchst das gerade, aber setz dich zumindest richtig hin und biete ihr auch einen Platz an.", meinte Minho, woraufhin ich tat, was er sagte.
"Kannst dich auf den Schreibtischstuhl setzen.", sagte ich knapp, weshalb sie das tat.
"Okay, also als erstes: Ich will das hier genauso wenig wie du oder wie ihr besser gesagt. Ich will mir auch nicht mit einem Jungen, den ich nicht kenne, das Zimmer teilen müssen und wenn er dann noch einen Freund hat, will ich erst recht nicht stören oder mich dazwischen stellen oder so. Auch wenn deine Mutter erst meinte, dass du dann ja vielleicht 'auf den richtigen Weg' kommst und ob ich da nicht was machen könnte, aber ich hab mich geweigert. Wenn du ihn liebst, ist das doch toll und da muss ich das nicht kaputt machen, nur weil sie darauf nicht klar kommt, dass ihr beide zusammen seid. Arghhhh sowas fuckt mich ab! Puh... Okay. Durchatmen. Jedenfalls: Wir können zusammen nach einer besseren Lösung suchen und bis wir eine haben, will ich das wir ganz gut miteinander auskommen, deshalb habe das auch alles gerade gesagt. Ich bin nicht so wie die und es ist wichtig, dass du das weißt, damit keine Missverständnisse oder falsche Vorurteile entstehen."
Ich konnte nichts anderes tun, als sie überwältigt anzustarren. Das war nicht das, was ich erwartet hatte.
"Dann... Uhm...", stotterte ich rum.
"Dann solltet ihr euch vermutlich kennenlernen, damit das nicht zu seltsam wird.", meinte Minho und stand auf.
"Hast recht. Warte, wo willst du hin? Du wolltest doch hier übernachten..."
"Entspann dich, Sungie. Ich will nur aufs Klo. Ich komme wieder zurück."
"Oh... Achso..."
"Ich hau schon nicht ab, keine Sorge.", lächelte er und legte eine Hand auf meine Schulter und die andere auf den Bettrand, ehe er mir noch einen Kuss gab und dann ging.
"Du liebst ihn wirklich, oder? Alleine wie du ihn ansiehst... Wow... Muss ein tolles Gefühl sein."
"Es ist absolut grausam und ich hasse es."
"Warum das denn...?"
"Weil es weh tut, der zu sein, der mehr liebt."
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The Boy in the bubble || Minsung
Fanfiction["We're broken, Minho. And if you think anything different, you're lying to yourself."] Lee Minho ließ Han Jisung fühlen. Er erinnerte ihn daran, dass noch Blut in seinen Adern floss. Doch wie hätte er das vergessen können, wenn er es auf seiner Zun...
