Das Zimmer war dunkel und kalt, die Wände kahl und alles lag in Totenstille. Ernie lag wach auf dem Bett in diesem "Krankenzimmer", das eher das Gefühl eines Rattenkäfigs ausstrahlte. Bis eben hatte das junge Mädchen geschlafen, doch dann hatte ein Geräusch die Stille gebrochen. Es war eine Art Klirr gewesen, das von dem Wasserglas direkt neben ihr gekommen war. Seitdem lag Ernie völlig regungslos im Bett und starrte die Decke an, in der Hoffnung, das Klirr sei nur Einbildung gewesen.
"Ich werde nicht gehen, wenn du nichts tust"
Ernie stockte der Atem. Das kam definitiv aus der hintersten Ecke des Zimmers.
"Obwohl...Wenn du etwas tun würdest, würde es wahrscheinlich auch nichts bringen. Und Nein, ich bin keine Einbildung." Wer auch immer da sprach, es war ein Mann und er lachte leise. Ernie schwieg.
"Es ist sehr unhöflich, nicht zu antworten, weißt du?"
Ernie packte all den Mut, den ein vierzehnjähriges Mädchen mitten in der Nacht aufbringen konnte. "Was hätte ich denn bis jetzt antworten sollen, du redest doch die ganze Zeit."
"Ich mag dich. Du bist nicht so weich wie mein Bruder... Ich möchte dir ein Ange-"
"Ich mag dich aber nicht, und jetzt bitte ich darum zu verschwinden." Ernie wurde langsam mutiger. "Ich hatte echt n langen Tag, Mann. Ich wurde von nem LKW angefahren, bin einmal um die halbe Welt geflogen, hab mir wahrscheinlich n Bein gebrochen und dank dir fast n Herzinfarkt bekommen, also lass mich verdammt nochmal schlafen!"
Wer auch immer mit Ernie sprach stockte kurz, so viel Elan schien er wohl nicht erwartet zu haben. "Was...Was soll das? Bis eben habe ich mich freundlich verhalten...Willst du mich verarschen oder was? Du dummes Arschloch!" Ein leises Plopp ertönte. Plötzlich wirkte das Zimmer nicht mehr so gruselig. Ein erster Sonnenstrahl zwang sich durch die Vorhänge an den Fenstern zum Gang und hellte das Zimmer auf. Die Ecke, aus der die Stimme gekommen war, war komplett leer, aber wer auch immer dort gewesen war, schien vorher das kleine Wasserglas neben Ernie umgeworfen zu haben.
Ernie machte ein leises "Hm" und schwang die Beine über die Bettkante. "Jap", murmelte sie. "Das ist gebrochen." Im nächsten Moment ging eine Sirene los.
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Helou ihr drei!
Heute mal ein etwas kürzeres und bis jetzt eher unwichtiges Kapitel, aber dafür ziemlich lustig, wie ich finde. Übrigens, wer die Kinski Referenz verstanden hat, kriegt hier offiziell einen Keks von mir🍪, du dummes Arschloch!
Ich hoffe, euch hat das eher kurze Kapitel gefallen, eure The1Mudbloodprincess❤
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Seeing things
Fanfiction-TEIL 1- In dieser Geschichte geht es um die vierzehnjährige Londonerin Ernesta Bayley, die von allen nur Ernie genannt werden will. Sie reitet gerne und gerät bei einem Ausritt vor einen LKW. Danach wacht sie in New York auf. DISCLAIMER: Um diese G...
