2007 Kapitel 7

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"Weisst du eigentlich, wieso wir versetzt wurden?", fragte ich noch immer etwas ungläubig. "Nein nicht wirklich. Ich frage mich auch noch immer, wieso ich versetzt werde. Bei dir war es klar, dass du auch auf Einsätze gehen sollst. Aber ich hatte noch nie irgendwelches Kampftraining.", sagte Liam etwas aufgeregt. "Er hat ja nicht gesagt, dass du auf Einsätze sollst. Er hat nur von Versetzung gesprochen. Damit meinte er bestimmt nur in die Zentrale hier in New York.", versuchte ich ihn etwas zu beruhigen. Er nickte zögerlich.

Es war süss wie aufgeregt er war. Er blickte sich ständig nervös um. Eigentlich sollte ich diejenige sein die nervös war und sich umsah, denn New York hatte sich unglaublich verändert... Hier spürte man definitiv die 60 Jahre, welche vergangen waren. In Russland war es weniger extrem. Vieles sah noch älter aus, aber New York... Die riesigen und modernen Gebäude, Werbetafeln, Autos, und so vieles mehr. Ich war sehr überfordert mit all diesen Dingen. Liam hat mich auch schon zweimal vor einem Auto weggezogen, weil mich alles so überwältigt hatte.

"Da vorne müsste sie sein.", sagte ich und zeigte auf den Blumenladen. Wir liefen auf die andere Straßenseite und betraten den Laden. Wir wurden direkt von einer netten Dame begrüsst. Irgendwie hatte das ganze Ähnlichkeit mit damals, als Steves grosser Tag anstand. "Добрый день. Кажется, цветы великолепно развиваются. Oнa paуссишен синд дивный.", ("Guten Tag. Die Blumen scheinen sich prächtig zu entwickeln. Die Russischen sind wunderschön.",) sagte ich. Sie nickte mir zu und führte uns in den Hinterraum, in welchem sie uns eine Tür öffnete. Wir traten ein und sie schloss sie hinter uns wieder. Wir folgten dem langen Gang. 

"Dein Russisch wird immer besser.", sagte Liam und ich war mir nicht ganz sicher, aber er schien überrascht zu sein. "Danke, ich finde aber, dass ich immer noch einen starken Akzent habe. Den würde ich gerne noch etwas ablegen." Er lachte kurz auf. "Hey das mein ich ernst." Ich stiess ihn mit meinem Ellenbogen in die Seite. "Autsch.", schmollte er. "Übertreib nicht." Nun musste auch ich lachen. "Tu ich..." "Ms. Baker und Mr. Turner nehme ich an." Liam wurde durch einen Mann in Uniform unterbrochen. Irgendwie wird er ständig unterbrochen, in der Regel zwar von mir. Ich musste leicht grinsen, antwortete dann aber gleich. "Genau." "Folgen sie mir bitte.", forderte er uns auf. Wir folgten ihm durch die Gänge, es wirkte wie ein normales Büro, nur das die meisten Uniformen an hatten. Es erinnerte mich stark an das SSR.

Wir folgten dem Mann bis vor eine grosse Tür, er klopfte an und betrat den Raum. Wir folgten ihm hinein. Das Büro war gross, an den Wänden hingen viele Bilder. Auf der rechten Seite stand eine kleine Couch und in der Mitte ein grosser Schreibtisch, an welchem ein Mann im Anzug sass. Das Zimmer hatte, wie ich es vom KGB allmählich kannte, keine Fenster. Als wir näher kamen blickte der Mann auf. Er wirkte gross, hatte blau-graue Augen und dunkelbraune Haare. Er hatte einen eher finsteren Blick, welcher mich etwas beunruhigte. Ob dieser uns galt oder er immer so aussah, konnte ich aber nicht sagen.

"Sie können gehen.", wies er den Agenten, welcher uns hergeführt hatte, mit strengem Ton an. Liam und ich standen ihm direkt gegenüber. Er blickte uns skeptisch an. "Sie wurden also von Pawlow dafür ausgesucht.", sagte er mehr zu sich selbst als zu uns. Für was den ausgesucht? "Turner, sie können sich direkt in der IT-Abteilung melden, man erwartet sie dort bereits. Agent Smith wird ihnen den Weg zeigen." Liam nickte ihm zu und lächelte mich noch einmal aufmunternd an, bevor er das Büro verliess. Wieso musste er mich alleine lassen...

"Sie sind also die berühmte Mia Baker." "Ich denke nicht..." "Es interessiert mich nicht was sie denken.", sagte er streng. Da ist wohl jemand mit dem falschen Fuss aufgestanden. "Tut mir leid, Sir." Er stand auf und kam auf mich zu. "Wissen sie, weswegen sie hier sind?", fragte er. "Nein, das wurde mir nicht gesagt." Er stiess belustigt die Luft aus. Bevor er aber weiter sprechen konnte, klopfte es an der Tür und eine Frau betrat den Raum. Sie war hübsch. Sie hatte blonde Haare und grüne Augen, war aber etwas kleiner als ich. Sie sah mich kurz an, bevor sie zu dem Mann vor mir blickte. "Sie wollten mich sprechen Mr. Brown.", sagte die Frau. Brown hiess er also. "Ja genau. Baker, das ist Belova. Sie ist ihre neue Trainerin und Partnerin. Pawlow sagte sie seien gut und sollen die beste bekommen." 

Er sah kurz an mir runter und rümpfte die Nase. Er hatte ja keine Ahnung. "Belova sie wissen alles." Damit drehte er sich von uns ab und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Die Frau, Belova, nickte mir auffordernd zu und ich folgte ihr aus dem Büro. "Yelena.", stellte sie sich vor. "Mia.", antwortete ich ihr darauf. Sie schien nett zu sein. "Und was genau machen wir oder ich jetzt?", fragte ich nervös. "Ich soll dich auf deine erste Mission vorbereiten." Meine erste Mission, jetzt schon?

~~

«Es wird etwa zwei Dutzend Wachen geben. Das Objekt ist hier im 2. Stock, ein paar Zimmer weiter wird ein Fenster offen sein." "Woher weisst du das es offen sein wird?", fragte ich Yelena. "Wir haben jemanden eingeschleust." "Und wieso holt er es dann nicht?", fragte ich verwirrt. "Sobald wir das Objekt entnehmen, wird ein Alarm ausgelöst. Der Informant würde nicht rauskommen, aber wir brauchen ihn weiterhin, es hat zu lange gedauert ihn einzuschleusen." Für was das Objekt ist oder was es überhaupt ist, wussten wir beide nicht. Oder Yelena wollte es mir nicht sagen. "Okay, dann los.", sagte ich. Ich freute mich irgendwie auf meine erste Mission.

~~

"In einer Minute sollte das Fenster geöffnet werden. Bereit Mia?", erklang es durch meinen Ohrstecker. Yelena und zwei andere Agenten sollten sich um die Wachen kümmern. Ich war dafür da, das Objekt zu besorgen. Ich wurde die letzten Wochen dafür trainiert mich so unauffällig wie möglich zu bewegen, aber ich kann mich auch gut verteidigen. Ich lief bedacht an den Wänden des Gebäudes entlang, bis unter das Fenster und wartete auf Yelenas Befehl.

"Jetzt!" Und damit begann ich die steinige Fassade der Wand hinauf zu klettern. Das Fenster war wie besprochen offen. Ich kletterte leise hindurch, das Zimmer war leer. Das Objekt sollte sich zwei Türen weiter, auf der rechten Seite befinden. Ich ging leise zur Tür und lauschte, als ich keine Schritte hörte, öffnete ich die Tür. Der Gang war leer, also schlich ich im Schatten zwei Türen weiter. "Liam jetzt.", flüsterte ich. Die Tür war durch ein Sicherheitsschloss gesichert. Liam sollte es von der Zentrale aus knacken. Ein Klicken erklang und ich konnte die Tür öffnen. "Ich bin drin. Wie sieht das Ding den aus. Hier liegen einige Geräte." Während ich dies sagte, bewegte ich mich weiter in den Raum hinein und sah mich um. 

"Einen Moment, ich hab zu tun.", erklang es von Yelena und man hörte Kampfgeräusche. "Hat sich erledigt ich habs gefunden." Ich stand vor einem grossen Glaskasten, darin befand sich ein Gerät, aber was es war erkannte ich nicht. "Mia beeil dich, es sind mehr, als uns gesagt wurde. Wir können sie nicht viel länger in Schach halten. Einfach kaputt machen, der Alarm geht so oder so los.", sagte sie ausser Atem. Ich tat was sie sagte, doch in dem Moment, in dem ich das Glas einschlagen wollte, knallte mir etwas auf den Hinterkopf und ich fiel zu Boden. Am Boden drehte ich mich aber schnell auf den Rücken, um meinen Angreifer zu sehen. Er stand über mir und wollte mit einem Stock wieder ausholen. Dieses Mal konnte ich den Schlag aber abwehren, ich ergriff den Stock und zog ihn, nachdem ich ihm gegens Bein getreten hatte, zu Boden. "Mia hast du es?" "Noch nicht..., gab einen kleinen... Zwischenfall.", gab ich etwas stockend zurück. Der Mann und ich schlugen immer wieder aufeinander ein. 

Doch er traf bis jetzt nicht

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Doch er traf bis jetzt nicht. Ich konnte ein paar Schläge landen, doch er war ein riesen Muskelpaket und die Schläge machten ihm nicht viel aus. "Scheisse Mia, nimm das Teil, wir müssen hier weg." "Was denkst du... was ich hier versuche." Ich war durch das Gespräch einen Moment unachtsam und der Mann schlug mir ins Gesicht und ich fiel zu Boden. Er zückte eine Waffe und richtete diese auf mich. Das wars... Ein Schuss erklang und ich schloss die Augen.

Doch etwas knallte vor mir zu Boden. Ich öffnete die Augen und der Mann lag blutend vor mir. Ich sah hoch und erblickte Yelena in der Tür. "Wir müssen weg hier." Man hört vom Gang Schritte. Sie half mir hoch und dann kamen auch schon drei Männer zur Tür hinein. "Lauf!", schrie sie mich an und wir rannten direkt auf eines der Fenster zu. Direkt als wir hindurch sprangen hörte man Kugelhagel. Wir vielen unsanft in das Gras unter dem Fenster. Die zwei weiteren Agenten halfen uns auf und wir verschwanden.

Aber ohne das Ziel Objekt...

Ghost // Avenger FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt