4. Starrköpfigkeit und Penetranz

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Wir hatten das Trainingsspiel gegen das Team der Kaijo gewonnen. Gerade war ich dabei unsere Sachen zusammenzupacken, als Ryōta auf mich zukam. „Misalein, können wir kurz rausgehen? Bitte, gib mir doch nochmal die Chance mit dir zu reden." „Lass es doch endlich gut sein! Es gibt nichts mehr zu reden. Das Einzige was wir tun können ist damit klarzukommen und wieder ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns aufzubauen", antwortete ich, hörte jedoch nicht auf mit dem was ich gerade tat. „Schenke mir wenigstens kurz deine Aufmerksamkeit", sagte er etwas lauter, griff nach meinen Schultern und zwang mich ihn anzusehen. „Was machst du da? Hör auf sie zu belästigen. Sie hat doch klar und deutlich gesagt, dass sie das nicht möchte", hörte ich Taigas Stimme plötzlich hinter mir. Er zog mich aus Ryōtas Griff und legte mir stattdessen seine Hände auf die Schultern. Doch bei ihm fühlte es sich ganz anders an, sein Griff war nicht fordernd, sondern eher beruhigend. „Misch dich nicht ein, Kagami! Das ist etwas Privates zwischen Misa und mir und nimm gefälligst deine Hände von ihr", zischte Ryōta. „Tut mir leid, ich hab ihr vorhin etwas versprochen und das halte ich hiermit ein. Auch wenn ich ein wenig zu spät dran war...", sagte er und grinste ihn provokant an. Tetsu war derweil auch da und packte die restlichen Sachen ein. „Halt dich erst mal eine Weile fern von meiner Schwester. Diese ständige Nähe zu dir tut ihr nämlich gar nicht gut..." Völlig perplex blickte er uns drei an und wir nutzten die Gelegenheit, um uns mit den anderen des Teams zusammenzuschließen und kurz darauf die Halle zu verlassen.

„Hey Jungs, dan..." Taiga unterbrach mich sofort und legte seine Hand auf meinen Kopf. „Bedanke dich nicht schon wieder bei uns. Wir haben es dir doch versprochen. Jetzt erzähl doch mal was zwischen dir und Kise vorgefallen ist." Ich spürte plötzlich wie alle Blicke auf mir ruhten. „Du hast ja recht, so langsam sollte ich es euch erklären." Ich legte eine kurze Pause ein und holte noch einmal Luft. „Ryōta Kise und ich waren in der Mittelschule zusammen." „Häää?", kam es fast synchron von den meisten Spielern unseres Teams. „Jetzt tut doch nicht so überrascht. Sowas in der Art war doch klar... Erzähl ruhig weiter, Misaki", sagte Riko und seufzte über den unnötigen Kommentar. „Am Anfang verlief alles ganz normal, wie es bei einem Paar sein sollte. Ich meine Ryōta hat schon immer die Blicke der Mädchen auf sich gezogen, er ist ja auch ein ziemlich hübscher Kerl. Aber nachdem er dann als Model immer bekannter wurde, wurden es immer mehr weibliche Fans und die Mädchen unserer Schule haben ihn regelrecht angebaggert. Und diesem Blödmann hat das auch noch gefallen und er flirtete buchstäblich mit ihnen. Er hat sie zu diesem Verhalten auch noch ermuntert, indem er ihnen zuzwinkerte und süße Dinge ins Ohr flüsterte. Jeden Tag aufs Neue musste ich das mit ansehen und irgendwann hab ich es dann nicht mehr ausgehalten und die Beziehung mit ihm beendet. Das war kurz bevor wir die Mittelschule abgeschlossen hatten. Naja, immerhin waren wir fast zwei Jahre zusammen..." „Du und Kise... Ich kenne ihn zwar noch nicht gut, aber ich finde er passt nicht zu dir", überlegte Taiga. „Ach ja? Und wer passt deiner Meinung nach besser zu mir?", fragte ich provokant. „Liebst du ihn noch?", stellte Taiga eine Gegenfrage und blickte mich direkt an. „Anfangs tat es verdammt weh und ich denke da habe ich ihn noch geliebt, aber irgendwann wurden meine Gefühle für ihn schwächer und von Liebe kann man nun nicht mehr reden. Ich wäre zufrieden damit, wenn wir wieder Freunde sein könnten, so wie vorher. Aber vielleicht ist das auch ein bisschen zu viel verlangt... Ein normales Verhältnis wäre auch ok, Hauptsache er hört auf mich so zu bedrängen", antwortete ich ausführlich und wiederholte noch einmal meine vorherige Frage. „Versteh mich nicht falsch, ich will mich da nicht einmischen, aber ein kleiner quirliger Feuerdrache wie du und ein Aufreißer wie Kise, das kann nicht gut gehen. Ich meine, wir haben alle gesehen wie er mit den Mädchen umgegangen ist, die ihn in unserer Schule so belagert haben", erklärte er. „Feuerdrache?! Was willst du mir denn damit sagen?!", fragte ich mit lauter Stimme. Taiga lachte und antwortete: „Gar nichts, du bist genau richtig so wie du bist. Jeder Kerl, der dich abbekommt kann sich glücklich schätzen. Du bist klug, energiegeladen und gibst niemals auf. Außerdem bist du selbstbewusst und kannst dich gegen andere durchsetzen. Du bist unglaublich stark, kleine Blume. Kise ist selber schuld, dass er es verbockt hat." Sprachlos blickte ich ihn an, ebenso wie die anderen. „Sowas kluges hab ich dich noch nie sagen hören. Wirst du etwa krank?", sagte Tetsuya und lächelte leicht. „Wie war das? Ich hab nur die Wahrheit gesagt", rief Taiga. „Was du gesagt hast entspricht schon der Wahrheit, aber mich hat es auch gewundert, dass sowas ausgerechnet von dir kommt...", stimmte Riko meinem Bruder zu. „Wollt ihr mich gerade verarschen?!", rief Taiga noch lauter und spannte seinen Körper an. Ich legte ihm behutsam eine Hand auf den Rücken, wodurch sich seine Anspannung sofort etwas legte. „Lass dich nicht ärgern. Ich bin dir sehr dankbar für deine aufrichtigen Worte. Ich hoffe, dass ich damit bald abschließen kann und Ryōta es endlich akzeptiert."

Was sich neckt, das liebt sich (Taiga Kagami x Oc)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt